Konzert für die Musik-Dozentin Elisabeth Schwanda in der Marienkirche
Blues auf der Blockflöte

Herford (WB). „Golden weh‘n die Töne nieder“: Unter diesem Titel stand ein Konzert der Hochschule für Kirchenmusik in der Marienkirche. Anlass war die Feier der nun 20 Jahre währenden Tätigkeit von Elisabeth Schwanda als Dozentin für das Fach Blockflöte.

Freitag, 30.10.2020, 17:41 Uhr aktualisiert: 30.10.2020, 17:45 Uhr
Katja Vorreyer bei ihrem Solo in der Kirche. Foto: Büntzly
Katja Vorreyer bei ihrem Solo in der Kirche. Foto: Büntzly

Sie moderierte humorvoll die einzelnen Stücke und äußerte Dank gegen ihre Studenten, denn, so sagte sie, Blockflöte sei keinesfalls Pflichtfach. Sie selbst wirkte beim Konzert wesentlich mit. Das Motto des Romantikers Brentano mochte Erstaunen wecken, hat doch die maßgebende Musik für Blockflöte mit der Romantik nichts zu tun. Aber hier war es anders: Als Jubiläumsgeschenk wurden gleich fünf Kompositionen, die sich auf Brentanos Gedicht beziehen, zum ersten Mal aufgeführt.

Stimme der Zartheit

Die avancierteste davon war zweifellos die von Hans-Martin Kiefer. Benjamin Gruchow sang, begleitet von Blockflöte und Klavier, selbst seine wunderschöne Bassmelodie, doch sollte seine Stimme die Zartheit nicht übertreiben, um tatsächlich auch noch durchzudringen.

Die Kompositionen von Eckhart Kuper und Joshua Bredemeier wurden kongenial vom Altus József Opicz vorgetragen. Kuper deutete den Text, der mit Ausdrücken wie „der Töne Licht“ Hör- und Seheindrücke in Beziehung setzt, sehr plastisch aus. Bredemeiers Werk begann absichtlich im barocken Stil (und sehr schöner Melodie) und gestaltete die zweite Strophe mit dissonanzenreicher Jazz-Harmonik. Sehr humoristisch war das Werk „Brentano-Blues“ von Matthias Nagel: Er machte Frau Schwanda wieder zur Schülerin, die, unterstützt von einer ganzen Gruppe, versucht, Blockflötenmusik und Blues miteinander zu verbinden.

Katja Vorreyer brilliert

Die „klassischen“ Stücke zwischen den Neukompositionen entfalteten aber ebenfalls ihre Wirkung: Unterstützt durch Orgel und Klavier verzauberte die siebenköpfige Gruppe mit Musik von Johann Heinrich Schmelzer, Henry Purcell, Marco Uccelini und Georg Philipp Telemann. Katja Vorreyer brillierte mit einem Solosatz von Carl Philipp Emmanuel Bach.

Das Programm zeigt, dass die Hochschule für Kirchenmusik ein lebendiger, kreativer Ort ist, der Humor zu schätzen weiß. Das Publikum freute sich mit und belohnte die Künstlerinnen und Künstler mit herzlichem Beifall. Hätten die Beteiligten gewusst, dass das Konzert für einige Wochen eines der letzten sein würde, wäre der Applaus vielleicht noch nachhaltiger ausgefallen. Bekanntlich fallen auch Musikveranstaltungen in den Lockdown, der die Zahl der Kontakte reduzieren soll. Das coronabedingte Herunterfahren beginnt am kommenden Montag.

Das Konzert wird am Sonntag, dem 1. November um 18.00 Uhr in Bad Salzuflen, Auferstehungskirche, Gröchteweg 30, wiederholt.

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