Verstorbener Musiker lebte viele Jahre in Herford und Löhne
White Man Molle tritt seine letzte Reise an

Herford (WB) -

Er ist im Jaguarclub und bei Umsonst und Draußen aufgetreten. Er hat viele Jahre in Löhne und Herford gelebt. Jetzt heißt es Abschiednehmen von White Man Molle.

Freitag, 13.11.2020, 20:06 Uhr aktualisiert: 13.11.2020, 20:10 Uhr
Er hatte und lebte den Blues: White Man Molle ist im Alter von 75 Jahren im Auetal (Schaumburg) gestorben.
Er hatte und lebte den Blues: White Man Molle ist im Alter von 75 Jahren im Auetal (Schaumburg) gestorben. Foto: Johannes Pietsch

Der Musiker, der mit bürgerlichen Namen Bernd Karl Hohmann-Stahl hieß, ist im Auetal im Alter von 75 Jahren gestorben. Im Internet drücken Musiker und Weggefährten ihre Trauer aus – und ihren Respekt vor einem großartigen Musiker.

Schon zu Lebzeiten ist der Mann mit dem Texashut zur Legende geworden. Wer fünf Personen anruft, um etwas über ihn zu erfahren, bekommt fünf Molle-Geschichten erzählt. So berichtet Norbert Hartmann, der in Falkendiek mit Molle sechs Jahre zusammengewohnt hat, ein Indianer habe ihm bei einem seiner Amerika-Aufenthalte eine Gitarre gebaut. Und eine Frau schwärmt, der junge Molle sei ein „überirdisch schöner Mann“ gewesen. Offenbar war er Hedonist genug, um seinen Erfolg bei Frauen auch zu bemerken.

Schwieriger wird es – das ist wohl auch Ausdruck seines Vagabundenlebens – , Lebensstationen mit Jahreszahlen zu benennen. Molle stammt aus Halle/Saale und kam als Kleinkind mit seiner Familie nach Ostwestfalen. Sie ließ sich in Bad Oeynhausen und Löhne nieder. Viele Jahre lebte der spätere Musiker in Melbergen. Es folgten Umzüge, Jahre in Amerika und Indien. Irgendwann schlug er in Herford auf. 2006 zog er ins Auetal.

Seine große Liebe galt dem Blues. Seine letzte Combo trug den Namen „Molles Tough Cocktail“. Zu den alten Weggefährten, mit denen er immer wieder zu tun hatte, zählt der Komponist George Kochbeck, der ihn für das Oratorium „Der Luther-Code“ gewann. Auch im Krautrock war Molle unterwegs. So spielte er Anfang der 70er Jahre in der Band Virus – unter anderem mit Werner (Ente) Vogt.

„Mach‘s gut, alter Häuptling“, schreibt eine Sängerin. Und drückt die Hoffnung aus, Molle irgendwann wiederzusehen. Eine Urnenbeisetzung ist nur im kleinen Rahmen geplant. Um sich gemeinsam verabschieden zu können, denken Freunde für 2021 an ein Konzert in der Löhner Werretalhalle – falls Corona dies zulässt.

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