Sachverständiger erkundet am Dienstag ehemaliges Bordell – Hauseigentümer fühlt sich bedroht
Suche nach Brandursache beginnt

Auch knapp fünf Tage nach dem verheerenden Brand in der ehemaligen Kitty-Bar an der Gemeindegrenze von Hiddenhausen zu Herford steht die Ursache noch nicht fest. An diesem Dienstag wollen sich Kriminalbeamte mit einen Brandsachverständigen sowie einem Spürhund vor Ort auf die Suche begeben.

Dienstag, 24.11.2020, 06:00 Uhr
Die ehemalige Kitty-Bar ist nur noch eine Ruine. Seit dem Brand am Donnerstag ist das Gebäude einsturzgefährdet.
Die ehemalige Kitty-Bar ist nur noch eine Ruine. Seit dem Brand am Donnerstag ist das Gebäude einsturzgefährdet. Foto: Moritz Winde

„Wir ermitteln, ob es hier eine Brandstiftung gegeben hat“, sagt Polizeisprecherin Simone Lah-Schnier. Wie berichtet, war in dem leer stehenden Gebäude am vergangenen Donnerstag gegen 20 Uhr ein Feuer ausgebrochen . Die Löscharbeiten dauerten bis in die frühen Morgenstunden. Das Haus ist seitdem einsturzgefährdet .

Auch Eigentümer Armin C. hält eine Brandstiftung für wahrscheinlich. Ihm wolle jemand übel mitspielen. „Das wäre ja hier nicht zum ersten Mal. Hier wurde vor zwei Jahren auch schon ein Auto von mir angezündet“, sagt der 35-Jährige im Gespräch mit dieser Zeitung. Erst vor einem Monat sei auf der stillgelegten Baustelle eingebrochen worden. „Und vor einem Jahr entstand hier bei einem Einbruch ein Schaden von 20.000 Euro.“ Fenster und Türen seien beschädigt, Baumaterialien gestohlen worden. Die Polizei habe aber keinen Täter ermitteln können. Ihn belaste die Situation nicht erst seit dem Brand: „Meine Familie lebt in Angst.“ C. gehören auch Monteurwohnungen an der Bahnhofstraße 23 in Schweicheln. Die Behörden hatten, wie berichtet, die Nutzung untersagt, weil Baumaßnahmen ohne Genehmigung vorgenommen worden waren.

Die Polizei ist auf den Schweichelner nicht gut zu sprechen. Als Beamte ihn am Donnerstagabend zu Hause aufsuchten und über den Brand informierten, soll er sie beleidigt haben. Es folgte eine entsprechende Anzeige. C. schildert den Abend ganz anders. Er habe erst spät via Facebook von dem Feuer erfahren. Als er gegen 1 Uhr zum Brandort habe fahren wollen, sei ihm dies nicht gelungen, da die Straße wegen der Löscharbeiten gesperrt gewesen sei. Im Gespräch mit einem Beamten sei er möglicherweise lauter geworden, habe aber niemanden beleidigt.

Gegen ihn laufen verschiedene Verfahren bei der Staatsanwaltschaft Bielefeld. Unter anderem soll es um Bedrohung, Fahren ohne Fahrerlaubnis, aber auch Konflikte mit dem Zoll und dem Finanzamt gehen. Nach einer Messerstecherei an der Auffahrt zur A30 in Kirchlengern im Oktober 2018, bei dem ein 21-Jähriger lebensgefährlich verletzt worden war, hatte ihn die Polizei knapp zwei Wochen später festgenommen. „Ich habe dann dreieinhalb Monate in Untersuchungshaft gesessen – unschuldig“, sagt C. Das Verfahren war laut Staatsanwaltschaft trotz einer Anklage eingestellt worden.

Allerdings muss sich C. schon in der übernächsten Wochen in anderer Sache vor dem Amtsgericht Herford verantworten.

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