An Covid-19 erkrankte Schwangere bringen gesunde Babies zur Welt — hohe Auflagen für Besucher
Mütter dürfen nur maskiert kuscheln

Herford -

Im Kreisklinikum Herford haben drei an Covid 19 erkrankte, schwangere Frauen Kinder zur Welt gebracht. Müttern und Babys geht es gut. Die Kinder sind ohne eigene Infektion geboren worden und können risikolos gestillt werden.

Dienstag, 01.12.2020, 05:45 Uhr aktualisiert: 01.12.2020, 05:50 Uhr
Babies von an Covid 19 erkrankten Müttern dürfen problemlos gestillt werden. Nur beim Kuscheln muss die Mutter aufpassen.
Babies von an Covid 19 erkrankten Müttern dürfen problemlos gestillt werden. Nur beim Kuscheln muss die Mutter aufpassen. Foto: Christian v.r._pixelio

Zwei der drei im Klinikum aufgenommenen Frauen hätten keine Symptome bei ihrer Ankunft gezeigt. Hebamme Friederike Pilarski: „Wir haben die Infektionen erst auf der Station bemerkt.“ Daraufhin seien die Frauen in separaten Zimmern isoliert worden. „Das ist schon der einzige Unterschied zu einer ganz normalen Geburt,“ sagt Pilarski. Natürlich sei es besser, wenn das Klinikum zuvor über eine Infektion vom jeweiligen Haus- oder Frauenarzt informiert werde – so wie bei schweren Grippe- und Erkältungssymptomen auch. Das erleichtere die Vorbereitung. Keinesfalls werde eine schwangere Frau abgewiesen, weil sie infiziert sei.

Auf der Station und unter der Geburt würden Hebammen und Ärzte Masken, Handschuhe und Kittel tragen, um sich zu schützen. Die Mutter dürfe das Baby nach der Geburt zu sich nehmen, sei beim „Bonding“ allerdings gehalten, eine Maske zu tragen. Väter oder von Müttern benannte Begleitpersonen dürften unter Wahrung aller Schutzvorschriften an der Geburt teilnehmen, nur der Besuch später auf der Wochenstation sei ihnen derzeit untersagt. Das gelte für alle Geburten. Pilarski: „Wie bieten aber nach wie vor unsere Familienzimmer an, in die der Vater mit einziehen kann.“

Ob Kurzarbeit und Homeoffice im vergangenen März zu einer höheren Geburtenrate im Winter führen, vermag Pilarski im Klinikum ebenso wenig zu sagen wie ihre Kollegin Daniela Heimbruch im Mathilden-Hospital. Mit 130 bis 140 Anmeldungen für den letzten Monat des Jahres befinden sich beide Kliniken auf Vorjahresniveau. In beiden Häusern aber gebe es deutlich mehr Anmeldungen für die zweite Dezemberhälfte. Heimbruch: „Das könnte ein Hinweis sein. Allerdings treffen nur vier Prozent aller vorhergesagten Geburtstermine auch tatsächlich ein.“ Um die Wirkung des ersten Lockdowns einschätzen zu können, müssten also die weiteren Anmeldezahlen abgewartet werden.

Im Mathilden-Hospital dürfen Väter auch nach der Geburt weiter zu Besuch kommen. Heimbruch: „Sie unterliegen dann den gleichen Hygieneschutzauflagen wie alle anderen Besucher.“ Doch ebenso wie im Klinikum sind Geburtsvorbereitung, Rückbildung und die Kreißsaal-Besichtigungen derzeit nur digital, über live gestreamte Videos, möglich. Das Mutter-Kind-Zentrum hat dazu einen Film auf die Homepage des Klinikums gestellt; das Mathilden-Hospital ermöglicht auf seiner Homepage einen 360-Grad-Rundgang durch den Kreißsaal. Für Pilarski und Heimbruch steht fest, dass diese digitalen Hilfsangebote höchstens ein vorübergehender Ersatz für persönlichen Kontakt sein können: „Schwangere Frauen und junge Mütter müssen sich untereinander austauschen. Das ist in diesen Monaten nur bedingt möglich.“

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