Grüne befürchten bei komplett neuem Streckenverlauf massive Beeinträchtigungen für Herford
ICE-Trasse: „Ausbau statt Neubau“

Herford (WB) -

In der Diskussion über die Beschleunigung der ICE-Verbindung zwischen Bielefeld und Hannover auf 31 Minuten Fahrzeit fordern die Herforder Grünen ein Mitspracherecht aller betroffenen Kommunen, also auch Herfords. Tiefe Einschnitte in die Landschaft lehnen sie ab.

Mittwoch, 16.12.2020, 05:30 Uhr aktualisiert: 16.12.2020, 09:20 Uhr
In 31 Minuten von Bielefeld nach Hannover. So schnell könnte es auf dieser ICE-Bahnstrecke künftig gehen.
In 31 Minuten von Bielefeld nach Hannover. So schnell könnte es auf dieser ICE-Bahnstrecke künftig gehen. Foto: dpa

Ratsfraktion und Stadtverband haben dazu jetzt eine umfangreiche Stellungnahme abgegeben: „Grundsätzlich befürworten wir einen deutschlandweit abgestimmten integralen Taktfahrplan und die dafür erforderlichen Investitionen. Wir erhoffen uns schnellere Verbindungen und bessere Anschlüsse – auch für die Stadt Herford.“ Durch Verlagerung von Personen- und Gütertransporten von der Straße und vom Flugzeug auf die Schiene könne ein substanzieller Beitrag zur Reduzierung des Energieverbrauchs und zum Klimaschutz geleistet werden.

Zwei der fünf bekannten Trassenvarianten hätten allerdings einschneidende Auswirkungen auf das Herforder Stadtgebiet. „Denn die Trassenvarianten 2 und 5 gehen davon aus, dass die neue ICE-Strecke ab dem Bahnhof Bielefeld-Brake nach Osten zur A2 abschwenkt und von dort entlang der Autobahn geführt wird.“ Eine solche Lösung würde südliche und östliche Teile des Stadtgebietes betreffen und könnte dort nicht nur Siedlungsgebiete, sondern auch wertvolle Landschaftsbereiche (Aa-Tal, Stuckenberg) erheblich beeinträchtigen oder gar zerschneiden.

„Vor diesem Hintergrund sprechen wir uns dafür aus, eine Lösung mit möglichst geringen Eingriffen in Landschaft und Umwelt vorzugsweise durch eine Modernisierung vorhandener Trassen zu verfolgen.“ Für Herford würde dies die Ertüchtigung der vorhandenen Bahnstrecke in Richtung Bad Oeynhausen sowie im weiteren Verlauf den seit langem geforderten vierspurigen Ausbau zwischen Minden und Seelze bedeuten. Auch die Nebenstrecken Löhne–Elze, Minden–Nienburg sowie Bünde–Bassum seien in die Gesamtüberlegungen einzubeziehen. Das weitere Planungsverfahren müsse „auf Basis umfassender Transparenz“ sowie unter entsprechender Beteiligung der Menschen in Stadt und Region, der Kommunen und aller Träger öffentlicher Belange erfolgen.

„Deshalb erwarten wir, dass alle Planungen und planerischen Vorüberlegungen zu möglichen Trassenertüchtigungen und -neubauten der Herforder bzw. regionalen Öffentlichkeit umgehend bekannt gemacht werden.“ Im Übrigen sei darauf hinzuwirken, dass die Anwendung des neuen Planungsrechts (Maßnahmengesetzvorbereitungsgesetz, MgvG) nicht zu einer Einschränkung der Beteiligungsmöglichkeiten von Stadt und Region führe. Die Grünen regen an, dass die Stadt Herford – ähnlich wie bereits der Kreis – ihre Interessen „zu einem geeigneten Zeitpunkt“ in das anlaufende Planungsverfahren einbringe. Grundsätzlich müssten realistische Realisierungszeiträume unterschiedlicher Planvarianten eine wichtige Rolle spielen..

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