Parolen beschmutzen drei weitere Gebäude im Stadtteil
Die nächsten Schmierereien in Elverdissen

Herford -

Die Schmiererein mutmaßlicher Corona-Leugner in Elverdissen gehen weiter. Gleich drei Gebäude sind am Dienstagabend oder in den Nachstunden am Mittwoch mit unmissverständlichen Parolen wie „Heil Merkel“ verunstaltet worden. Erst am Montag waren Schmierereien an der Grundschule Elverdissen entdeckt worden

Mittwoch, 16.12.2020, 20:18 Uhr aktualisiert: 16.12.2020, 20:28 Uhr
Kimberly Dürrwald entfernt die Parolen an der Wand der Traditionsfleischerei Vogt. Je schneller sie verschwinden, desto geringer sei die Wirkung.
Kimberly Dürrwald entfernt die Parolen an der Wand der Traditionsfleischerei Vogt. Je schneller sie verschwinden, desto geringer sei die Wirkung. Foto: Lars Krückemeyer

Tanja Dürrwald öffnet am Mittwoch wie gewohnt die Traditionsfleischerei Vogt, die sie und ihr Mann im Turmweg betreiben. „Ich habe davon erst mal gar nichts mitbekommen, weil es draußen noch dunkel war. Eine Kundin hat mich dann darauf angesprochen“, sagt sie. In roter Farbe war neben dem Eingang „Heil Merkel“ zu lesen, auf einem Steinkübel vor der Fleischerei heißt es „DDR 2.0“. Tochter Kimberly nimmt derweil Graffiti-Entferner zur Hand und löscht die Buchstaben. „Als ob wir im Moment nicht genug zu tun hätten. Jetzt müssen wir auch so einen Mist wegmachen“, ärgert sich Tanja Dürrwald.

Die weiteren Tatorte sind nicht weit entfernt. „Faschisten Fasching“ heißt es auf einer Gebäudewand auf einem Grundstück hinter der Bushaltestelle Nasse Welle. Hier haben die Firmen Elektro Wittenborn und Metzner ihren Sitz, außerdem gibt es eine Filiale der Bäckerei Hensel. Mitarbeiter sorgen dafür, dass der von der Straße nicht zu übersehende Schriftzug schnell wieder verschwindet. „Hier wurden auch schon Bullis und Briefkästen mit Hakenkreuzen oder ‚AfD‘ beschmiert“, sagt eine Mitarbeiterin, die namentlich nicht genannt werden möchte. Die Fälle hier und an der Fleischerei sind der Polizei angezeigt worden.

Corona in Zweifel gestellt

Tatort Nummer drei liegt an der viel befahrenen Elverdisser Straße auf Höhe der Nummer 299. Hier sind die Parolen großflächig und bestens einsehbar auf einer Wand angebracht worden. Aus ihnen geht deutlich hervor, dass die Aussagen Corona in Zweifel stellen. In diesem Gebäude sind eine Filiale der Post und eine Fahrschule untergebracht.

Die Aussagen, der kurze Zeitraum der Taten, die rote Farbe und die Schrift deuten darauf hin, dass es sich um den- oder dieselben Täter handelt. „Inhaltlich ist das alles gleich. Wir prüfen die Zusammenhänge und werden vermehrt in Elverdissen Streife fahren“, sagt Polizeisprecher Uwe Maser.

Da eine politische Motivation bei den Schmierereien nicht auszuschließen sei, werde das Polizeipräsidium in Bielefeld informiert, wo sich auch der Polizeiliche Staatsschutz befindet.

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