Wetterexperte Heinrich Wulff stellt Auswertung für 2020 vor – 12,2 Grad im Durchschnitt
Das wärmste Jahr aller Zeiten

Herford (WB) -

Der Hitzerekord aus dem Jahr 2019 ist zwar nicht geknackt worden, dennoch ist 2020 in Herford das wärmste Jahr gewesen, seit es Wettermessungen gibt – und das sind bereits 130 Jahre! Wetterexperte Heinrich Wulff hat den Mittelwert aus seinen Aufzeichnungen mit 12,2 Grad beziffert. Das ist ein Plus von 0,3 Grad gegenüber 2019 und exakt 0,1 Gradmehr als im bisherigen Rekordjahr 2018.

Donnerstag, 07.01.2021, 10:07 Uhr aktualisiert: 08.01.2021, 10:10 Uhr
Temperaturen von mehr als 30 Grad herrschten in Herford 2020 an lediglich 16 Tagen. Im Schnitt war das Jahr trotzdem das wärmste, seit es Wetteraufzeichnungen gibt. Hobby-Meteorologe Heinrich Wulff kommt auf einen Durchschnittswert von 12,2 Grad.
Temperaturen von mehr als 30 Grad herrschten in Herford 2020 an lediglich 16 Tagen. Im Schnitt war das Jahr trotzdem das wärmste, seit es Wetteraufzeichnungen gibt. Hobby-Meteorologe Heinrich Wulff kommt auf einen Durchschnittswert von 12,2 Grad. Foto: Sven Hoppe

Und das, obwohl im vergangen Jahr die Tagesbestmarke des deutschlandweiten Rekordtags 25. Juli 2019 (38,1 Grad) mit 35,6 Grad bei weitem nicht erreicht wurde. Diese Temperatur ermittelte Heinrich Wulff in seiner Wetterstation am Ortsieker Weg am Sonntag, 9. August 2020, dem damit heißesten Tag des Jahres in Herford. An 16 Tagen wurden 2020 Temperaturen von mehr als 30 Grad erreicht, 2019 waren es 22, 2018 sogar 29 Tage.

Die Sommerhitze machte vielen Herfordern in Zeiten der Pandemie besonders zu schaffen, weil die Freibäder mit verkürzten Öffnungszeiten und reduzierter Gästezahl arbeiteten. Lange Schlangen vor den Eingängen waren die Folge. Da war es gar nicht einfach, die Abstandsregel einzuhalten. Vor dem H2O wurden die Wartenden sogar mit Wasser und Eis versorgt.

Eine deutliche Abweichung stellt Heinrich Wulff in der Kategorie „Tiefste Temperatur“ fest. Am 30. März 2020 wurden in Herford minus vier Grad erreicht, und damit vier Grad mehr als am kältesten Tag des Vorjahres (24. Januar). 2018 war der Wert mit minus 11,4 Grad am 28. Februar sogar fast dreimal so niedrig wie 2020. An die bisherigen Rekordmarken von minus 27,8 (27. Januar 1942) und minus 26,1 Grad (16. Februar 1956) wird Herford angesichts der Wetterentwicklung der vergangenen Jahre wohl kaum mehr herankommen.

Die Zahl der Regentage stieg 2020 von 200 auf 214, doch die Niederschlagsmenge sank von durchschnittlich 761 Millimetern pro Quadratmeter auf 716,6. Im Jahr 2019 waren es sogar noch 923,7 Millimeter an 235 Regentagen gewesen.

Regenreichster Tag im Jahr 2020 war der 13. August mit 34 Millimetern Niederschlag, 3,7 weniger als am nassesten Tag 2019. Regenreichster Monat war diesmal der Februar mit 125,5 Millimetern. Im Vorjahr war es der Oktober mit ebenfalls exakt 125,5. Im Mai fielen dagegen nur 11,8 Millimeter, 2019 war hingegen der Februar mit 26,8 Millimetern der regenärmste Monat. Zum Vergleich: 2007 gab es mit 1164,1 die größte Niederschlagsmenge seit den Aufzeichnungen – etwa 56 Prozent mehr als 2020.

Von Schnee können die Herforder weiter nur träumen. 2020 gab es keinen einzigen Tag mit einer geschlossenen Schneedecke.

 

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