Gemeinde an der Hermannstraße plant Veranstaltung für den 17. Januar
Neuapostolische Kirche Herford will Präsenzgottesdienst

Herford -

Während die evangelischen und katholischen Gemeinden im Kreis Herford zunächst bis zum 31. Januar auf Präsenzgottesdienste verzichten wollen, kündigt die Neuapostolische Kirche Herford (NAK) an der Hermannstraße für kommenden Sonntag, 17. Januar, einen Gottesdienst an.

Montag, 11.01.2021, 06:00 Uhr aktualisiert: 11.01.2021, 15:22 Uhr
In der Neuapostolischen Kirche an der Hermannstraße in Herford soll es ab dem 17. Januar wieder Präsenzgottesdienste geben.
In der Neuapostolischen Kirche an der Hermannstraße in Herford soll es ab dem 17. Januar wieder Präsenzgottesdienste geben. Foto: Lukas Brekenkamp

Mit Blick auf die aktuelle Coronalage wollen die beiden großen Kirchen weiterhin kein Risiko eingehen, auch wenn ihnen der Verzicht auf Präsenzgottesdienste schwer fällt. Die NAK, die in den vergangenen Wochen ebenfalls freiwillig darauf verzichtet hat, nimmt die aktuellen Coronazahlen als Argument, um am kommenden Sonntag wieder einen Präsenzgottesdienst zu feiern. Der Inzidenzwert im Kreis Herford sei seit dem Weihnachtsfest gesunken. In der Tat lag der Sieben-Tage-Wert in den vergangenen Tagen nicht mehr bei über 200, sondern schwankte zwischen 170 und 180.

Für Landrat Jürgen Müller und die neun Bürgermeister im Kreis jedoch kein Zeichen für Entwarnung. Im Gegenteil: Die vielen Corona-Patienten in den Krankenhäusern, sowie die vielen Corona-Toten (mittlerweile 80!) bereiteten im weiter Sorgen, hatte Landrat Jürgen Müller noch in der vergangenen Woche gesagt.

Die Neuapostolen argumentieren auf ihrer Internetseite: „Dennoch hatten die hohen Inzidenzzahlen keinen Einfluss auf das Infektionsgeschehen in unseren Gemeinden. Das Schutzkonzept ermöglichte zu jeder Zeit die sichere Durchführung von Präsenzgottesdiensten.“

Ein weiterer freiwilliger Verzicht auf Gottesdienste sei nicht angebracht. Deshalb fänden ab dem 17. Januar in allen Gemeinden des Kirchenbezirks Herfords der Neuapostolischen Kirche wieder Präsenzgottesdienste statt. Neben Herford gibt es noch NAK-Gemeinden in Bad Oeynhausen, Bad Salzuflen, Enger/Spenge, Hiddenhausen und Vlotho.

Von einem Dilemma, entscheiden zu müssen, ob öffentliche Gottesdienste stattfinden oder nicht, spricht Gerald Haringhaus, Leiter im Pastoralen Raum Wittekindsland. „Schließlich sind die Gottesdienste wesentlicher Bestandteil unseres Glaubens“, schreibt Haringhaus auf der Internetseite des Pastoralverbunds.

Gerald Haringhaus, Leiter im Pastoralen Raum Wittekindsland

Gerald Haringhaus, Leiter im Pastoralen Raum Wittekindsland Foto: Hartmut Horstmann

Auf der anderen Seite sei die Kirche Teil einer Gesellschaft, in der gerade noch einmal massivere Einschränkungen beschlossen worden sind, um gegen die weitere Verbreitung des Covid-19-Virus zu kämpfen.

Haringhaus kommt zu dem Schluss: „Nach Rücksprache mit den Pfarrgemeinderäten und dem Pastoralteam und auch unter Berücksichtigung einer Unterschriftenaktion, deren Unterzeichner sich für die Wiederaufnahme von Präsenzgottesdiensten ausgesprochen haben, setzen wir im Pastoralen Raum Wittekindsland die öffentlichen Gottesdienste bis zum 31. Januar aus.“

Wie schwer Pastor Haringhaus persönlich diese Entscheidung gefallen ist, macht er mit einem Nachsatz deutlich. „Kontaktreduzierung“, so schreibt Haringhaus, habe gesellschaftlich aktuell oberste Priorität – „so hilflos diese Maßnahmen manchmal auch wirken mögen und so dünn die Faktenlage zu einigen Fragestellungen auch sein mag“.

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