Herforder SPD-Ratsfrau fordert zwei Schutzmasken pro Tag für Erzieherinnen – Email an den Familienminister
„Helden der Stunde brauchen Rüstzeug“

Herford (WB). -

NRW-Familienminister Dr. Joachim Stamp (FDP) hat am Wochenende eine Email aus Herford bekommen. Darin fordert ihn SPD-Ratsfrau Dana Kuntemeier-Wolff auf, die in Kindertagesstätten beschäftigten Erzieherinnen ebenso mit zwei FFP2-Masken am Tag auszustatten wie Lehrer an Schulen.

Dienstag, 12.01.2021, 05:42 Uhr aktualisiert: 12.01.2021, 18:08 Uhr
Gut die Hälfte der in Kitas betreuten Kinder nehmen einer Schätzung der Stadt zufolge die Notbetreuung in Anspruch. Um sich zu schützen, brauchen die Erzieherinnen sichere Masken.
Gut die Hälfte der in Kitas betreuten Kinder nehmen einer Schätzung der Stadt zufolge die Notbetreuung in Anspruch. Um sich zu schützen, brauchen die Erzieherinnen sichere Masken. Foto: Stephan Rechlin

„Die Lehrer arbeiten derzeit überwiegend im Distanz-Unterricht. Die Erzieherinnen sind aber nach wie vor Tag für Tag dem Infektionsrisiko ausgesetzt.“ Einer ersten Schätzung der Stadt Herford zufolge nutzen gut die Hälfte aller Kita-Kinder derzeit die Not-Betreuungsangebote im zweiten Lockdown. Genaue Daten dazu werde die Stadt erst am Dienstag vorlegen können. Kuntemeier-Wolff : „Wenn die Erzieherinnen wirklich die Helden der Stunde sind, wie Herr Stamp gesagt hat, dann sollte er ihnen auch ein paar Masken mehr zur Verfügung stellen.“ Eine Antwort auf ihre Email habe sie bisher nicht erhalten.

In seiner Antwort könnte Herr Dr. Stamp darauf verweisen, dass sein Ministerium für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration die Kindertagesstätten in Nordrhein-Westfalen bereits im November vergangenen Jahres mit zwei Millionen Schutzmasken auf FFP2-Niveau versorgt hat. Einem Rundschreiben des Deutschen Städtetags zufolge sind diese Masken über zwei Wege an die Kita-Träger verteilt worden. Wohlfahrtsverbände, Kirchen und das Deutsche Rote Kreuz sind über ihre Landesorganisationen versorgt worden. Kommunal getragene Kitas über die jeweiligen Jugendämter.

Die Landesorganisationen der freien Träger hätten die Masken direkt in Düsseldorf abgeholt und vor Ort verteilen lassen. Die Jugendämter sollten sich an den seit dem Start des eingeschränkten Regelbetriebs im Juni vergangenen Jahres aufgestellten Verteillisten orientieren: „Für jede Kindergartengruppe sind dabei 40 Masken, für jede Kindertagespflegeperson 20 Masken vorgesehen“, heißt es in dem Rundschreiben.

Bei der Stadt sind diese Masken-Budgets offenbar noch nicht verbraucht. Sprecher Felix Neef: „Unseren Kitas werden regelmäßig Kontingente zur Verfügung gestellt. Sind die verbraucht, fordern sie beim Jugendamt neue Kontingente an.“

In den Kitas des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) sind die vom Land spendierten Masken ebenfalls bereits im Einsatz. Kreisgeschäftsführer Ralf Hoffmann: „Das lief bei uns alles reibungslos.“ Weil es sich nicht um Original-FFP2-Masken handelte, habe das DRK zudem die tatsächliche Filterwirkung der Landes-Masken prüfen lassen: „Keine Bedenken. Die Masken funktionieren gut. Bislang gibt es bei uns auch keine Versorgungsengpässe. Sollte das Ministerium weitere FFP2-Masken bereitstellen, nehmen wir die natürlich gerne an“, sagt Hoffmann.

Die evangelische Kirche habe noch vor Weihnachten ebenfalls ein „großes Paket“ mit FFP2-Masken vom Land erhalten, bestätigt Kirchenkreis-Sprecher Alexander Kröger. Über die genaue Verteilung könne er noch nichts sagen.

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