Bahn veröffentlicht Modellvarianten mit überraschendem Streckenverlauf
ICE-Brücke zum Amtshausberg

Vlotho (WB) -

Die Deutsche Bahn hat auf der Homepage www.hannover-bielefeld.de/info-brief fünf Modellvarianten für das ICE-Projekt Hannover – Bielefeld veröffentlicht. Die Varianten 2 und 5 führen auch über Vlothoer Gebiet. Aber ganz anders als erwartet.

Dienstag, 02.02.2021, 18:52 Uhr aktualisiert: 03.02.2021, 10:00 Uhr
Auf einer langen Brücke könnte die ICE-Trasse die Weser im Bereich Kiesteich Uffeln und Klärwerk queren. Ein Tunnel führt dann durch den Amtshausberg.
Auf einer langen Brücke könnte die ICE-Trasse die Weser im Bereich Kiesteich Uffeln und Klärwerk queren. Ein Tunnel führt dann durch den Amtshausberg. Foto: Jürgen Gebhard

Die ICE-Schnellfahrstrecken führen demnach nicht wie bislang vermutet aus Richtung Bad Salzuflen kommend von Exter Richtung Wehrendorf, Winterberg in Richtung Kalldorf. Die veröffentlichten Strecken führen vielmehr von Exter Richtung Bonneberg, Amtshausberg und dann weiter in Richtung Uffeln. Die Weser würde mit einer eineinhalb Kilometer langen Brücke gequert, die direkt über dem Klärwerk und unmittelbar hinter den Uffelner Kiesteichen verläuft (Baukosten Brücke 121,82 Millionen Euro).

Ob diese Planungen am Ende tatsächlich realisiert werden könnten, ist für die Bürgerinitiative WiduLand längst noch nicht beschlossene Sache. Vorsitzender Dirk Schitthelm verweist darauf, dass es sich bei diesen beiden jetzt veröffentlichten Varianten um ältere Vorplanungen aus März 2019 beziehungsweise aus August 2020 handele: „Diese Varianten des Gutachterbüros Schüßler Plan sind erstellt worden, um einen groben Kostenrahmen zu bekommen. Sie zeigen uns nur, wie es vielleicht sein könnte.“

Das schreibt auch die Bahn auf der Homepage, auf der diese Varianten zu finden sind: „Bitte beachten Sie, dass es sich hierbei um technisch plausible Entwürfe handelt, die lediglich die Prüfung der grundsätzlichen Machbarkeit eines Vorhabens zum Zweck der Abschätzung seiner voraussichtlichen Investitionskosten umfassen. Sie haben für den weiteren Planungsprozess keinerlei Verbindlichkeit und stellen noch keine Vorfestlegungen im Hinblick auf den jetzt gestarteten Planungsprozess der DB Netz AG dar.“

Für den Vorsitzenden der Bürgerinitiative sind diese detaillierten Entwürfe, die ihm vorigen Samstag bekannt geworden sind, ein weiterer Beweis für die sehr ernsthafte Option, eine ICE-Neubaustrecke durch die Region Vlotho zu führen – wo auch immer. Schitthelm: „Den jetzt bekannt gewordenen Vlothoer Bereich mit Uffeln und Bonneberg hatten wir noch nicht im Blick.“ Im übrigen würde diese Streckenführung relativ nah an der vorhandenen Bahntrasse verlaufen: „Der Sinn dieser Linienführung erschließt sich mir nicht.“ Möglicherweise gebe es auch bereits eine ganz andere ausgearbeitete Variante. Die Bahn habe im bisherigen Verfahren darauf verwiesen, dass sich die aktuelle Streckenplanungen nicht an Vorplanungen orientieren würden. Die Bürgerinitiative setze darauf, dass weiterhin ergebnisoffen gearbeitet werde.

Die Bürgerinitiative ist von der Bahn jetzt zur Teilnahme am Planungsdialog eingeladen worden , der am 9. März beginnt. Dort werden etwa 80 Vertreter aus Bürgerinitiativen, Verbänden und Politik mitwirken.

Der Vlothoer SPD-Bundestagsabgeordnete Stefan Schwartze misst den Varianten eine größere Bedeutung zu. Nun wisse man endlich, was das Verkehrsministerium wirklich plane. Die Bahn erkläre, sie arbeite auf einem weißen Blatt Papier. Angesichts dieser detaillierten Planungen sei das eine fragwürdige Aussage. Schwartze: „Wir brauchen einen ehrlichen und ernsthaften Beteiligungsprozess! Deshalb muss es ergebnisoffene Planungen geben, die den Ausbau der Bestandstrasse mit einbeziehen. Die Stimmen der Bürger und Bürgerinnen müssen gehört werden.“

Kommentar von Jürgen Gebhard

Noch ist völlig offen, ob eines Tages tatsächlich eine ICE-Strecke durch Vlotho gebaut wird. Und falls es so kommen sollte, ist auch längst noch nicht beschlossen, dass es ausgerechnet die Strecke von Uffeln durch den Amtshausberg sein wird. Dafür gibt es Gründe: 1. Auf ihrer Homepage hat die Bahn auch andere Streckenführungen veröffentlicht, die Vlotho überhaupt nicht berühren. 2. Alle Varianten und damit auch die beiden neuen Vlothoer (die sich im Bereich der Weserstadt praktisch nicht unterscheiden) werden ausdrücklich als „Modell-Varianten“ bezeichnet, mit denen die Planer zunächst grundsätzlich Kosten und Machbarkeit prüfen wollten.Das heißt aber nicht, dass die Bahn am Ende nicht doch irgendeine ganz andere Strecke für sinnvoll hält. Die Vlothoer müssen auf jeden Fall wachsam bleiben

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