Gelber Sack soll im kommenden Jahr abgelöst werden – keine Auswirkung auf Abfallentsorgungsgebühren
Ratsmehrheit in Herford für Gelbe Tonne

Herford (WB) -

Thomas Besler, SPD-Fraktionsvorsitzender, hatte im Stadtrat noch eine besondere Begründung parat, warum er sich für die Einführung einer Gelben Tonne und die Abschaffung des Gelben Sacks einsetzt: „Unsere Katze hat sich kürzlich in der Schlaufe eines Sacks verfangen und wäre fast stranguliert worden.“

Montag, 08.02.2021, 05:50 Uhr aktualisiert: 08.02.2021, 08:30 Uhr
Geht es nach dem Willen des Herforder Stadtrats, dann wird ab Januar 2022 die Gelbe Tonne in Herford eingeführt. Die Stadt muss aber zuvor noch Gespräche mit dem Betreiber führen. Auf Gelbe Säcke soll auch aus ökologischen Gründen verzichtet werden.
Geht es nach dem Willen des Herforder Stadtrats, dann wird ab Januar 2022 die Gelbe Tonne in Herford eingeführt. Die Stadt muss aber zuvor noch Gespräche mit dem Betreiber führen. Auf Gelbe Säcke soll auch aus ökologischen Gründen verzichtet werden. Foto: Meite Thiede

Doch auch andere Argumenten sprächen laut Besler dafür, dass in der Stadt Herford ab dem 1. Januar 2022 die Gelbe Tonne den Gelben Sack ersetzt. Bei windigem Wetter wird der Müll in der Stadt verteilt, wenn ein Sack aufreißt. Und das geschehe häufiger. Nicht nur, weil sie zuvor nicht richtig befüllt worden sei, sondern auch, weil Tiere sich daran zu schaffen machten. Eine Gelbe Tonne würde hingegen ein saubereres Ortsbild ergeben.

Für Herbert Even (Die Grünen) ist die Einführung der Gelben Tonne lediglich ein Zwischenschritt hin zur Wertstofftonne. Diese soll kreisweit bis 2025 eingeführt werden, wenn sich die Kommunen im Kreis darauf verständigen können. In eine Wertstofftonne könnten dann neben Verpackungen auch Kunststoffe wie Spielzeuge und Eimer oder Metalle wie Töpfe, Pfannen und Werkzeuge geworfen werden.

Dass derzeit noch die so genannten Leichtverpackungen (Konservendosen, Kunststoffschalen, Milchkartons) im Gelben Sack landen, hängt mit der Abstimmungsvereinbarung zwischen dem Kreis Herford als öffentlich-rechtlichem Entsorgungsträger und den dualen Systemen zusammen. Die Vereinbarung läuft bis zum 31. Dezember dieses Jahres.

Im Frühjahr werden die dualen Systeme die Erfassung der Leichtverpackungen für den Zeitraum vom 1. Januar 2022 bis zum 31. Dezember 2024 ausschreiben. Eine breite Ratsmehrheit hat sich am Freitagabend dafür ausgesprochen, dass es ab 2022 in Herford eine Gelbe Tonne geben soll.

Zuvor hatte sich ein Arbeitskreis intensiv mit dem Thema beschäftigt, sagte Werner Seeger (CDU). Zwar könnten die Fahrer der Entsorgungsunternehmen bei den Gelben Säcken klarer erkennen, ob diese mit Müll befüllt sind, der dort nicht hineingehört, mit Blick auf eine größere Sauberkeit habe man sich aber für die Einführung einer Gelben Tonne ausgesprochen. „Die Bürgerinnen und Bürger sollten vor der Umstellung im nächsten Jahr frühzeitig über die Änderungen informiert werden“, sagte Seeger.

Die Umstellung von Gelber Sack auf Gelbe Tonne ist für die Stadt Herford mit keinen Kosten verbunden und hat deshalb auch keine Auswirkungen auf die Abfallentsorgungsgebühren, stellte Bürgermeister Tim Kähler klar. Allerdings wehrt sich nach Aussage des Beigeordneten Dr. Peter Böhm der Systembetreiber noch gegen eine Umstellung auf die Gelbe Tonne. Denn dieser muss für die Kosten aufkommen. Deshalb sei auch noch unklar, ob die Umstellung bereits zum 1. Januar 2022 erfolgen kann.

Bürgermeister Tim Kähler nutzte die Debatte, um dafür zu werben, die SWK (ehemals Bauhof) in den kommenden Jahren als kreisweiten Dienstleister zu entwickeln. Je größer die Synergieeffekte bei den Dienstleistungen desto mehr wirke sich dies auf die Preise aus.

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