Abrissantrag für Herforder Stadttheater wird vorbereitet – Helmerking begründet Zustimmung
Warum auch die CDU für einen Neubau ist

Herford (WB) -

Die Zeichen stehen mittelfristig auf Abriss und Neubau. Derzeit ist ein Architekt damit beschäftigt, einen Abbruch-Antrag für das Herforder Stadttheater zu erarbeiten. Unterstützung finden die Planungen bei der CDU – was manchen Beobachter verwundert, da sich die Christdemokraten vor der Wahl gegen das OWL-Forum ausgesprochen hatten.

Freitag, 12.02.2021, 16:05 Uhr
Wie lange wird das Stadttheater noch als Spielstätte zur Verfügung stehen? Bis zum Ende des Jahres soll geklärt werden, ob an die Stelle ein Neubau für Theater und NWD kommt.
Wie lange wird das Stadttheater noch als Spielstätte zur Verfügung stehen? Bis zum Ende des Jahres soll geklärt werden, ob an die Stelle ein Neubau für Theater und NWD kommt. Foto: Moritz Winde

Fraktionsvorsitzender Thomas Helmerking sieht hier allerdings keinen Widerspruch. Die CDU habe die Pläne in der alten Form abgelehnt. Hierzu zählt laut Helmerking der Standort Alter Güterbahnhof. Zum einen hätte man an der Stelle neben den Neubauko-sten viel Geld in die Infrastruktur stecken müssen. Zum anderen hätte man das jetzige Theater dennoch sanieren müssen, da es auch als Schulaula genutzt werde: „Da wären locker Kosten in Höhe von 120 Millionen Euro entstanden.“

Im OWL-Forum sollen Stadttheater und Nordwestdeutsche Philharmonie eine neue Heimat finden. Aber die Initiatoren gehen davon aus, dass auch externe Veranstalter die Räumlichkeiten nutzen werden. Und genau an dieser Stelle formuliert Thomas Helmerking Zweifel. Mit Blick auf die Möglichkeiten in Bielefeld zum Beispiel glaubt er nicht, dass die Nachfrage für Veranstaltungen in Herford sehr groß sein werde. Die Konsequenz: „Wir müssen noch mehr Geld dazugeben als vorher.“

Da sei die Neubau-Variante am Standort des heutigen Theaters eine kleinere Lösung, die gut zu Herford passe. Auch geht der Fraktionsvorsitzende davon aus, dass der Bau günstiger wird als für den Standort Güterbahnhof prognostiziert. In der ursprünglichen Planung ist von 97 Millionen Euro die Rede – wobei sich Land und Bund jeweils mit einem Drittel beteiligen.

Auch das Problem mit der fehlenden Schulaula habe man durch einen Neubau am alten Standort gelöst. Bevor jedoch weiter geplant werde, müsse man sicherstellen, dass der Denkmalschutz für das Gebäude aufgehoben werden könne: „Falls nicht, werden die Karten wieder neu gemischt.“

Die Frage des Denkmalschutzes ist entscheidend – aber für den CDU-Fraktionsvorsitzenden gibt es auch andere Punkte, die jetzt geklärt werden müssen. Mit dem Umzug der NWD verabschiede sich die Stadt vom Schützenhof. Mit dem Schützenverein müsse man hier eine Lösung finden.

Überhaupt – und da wird ein Gespräch über Theater und NWD schnell grundsätzlich – gehe es darum, die Kultur für die nächsten Jahre auf den Prüfstand zu stellen: „Wollen wir finanziell draufsatteln oder aber verschieben?“ Konkrete Forderungen hat die CDU noch nicht, aber Helmerking deutet an, wohin die Reise gehen könnte: „Den größten Etat hat das Marta.“ Er verweist auf den Personalkostenblock und fügt hinzu: „Natürlich wollen wir am Marta festhalten.“

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