Herforder Feuerwehr befreit Waschbär aus einem Kanal
Mit einer Gießkanne Pelztier gerettet

Herford (WB) -

Wie kriegt man einen gut genährten, aber verängstigten Waschbären aus einem engen Kanalrohr? Mit dieser Frage musste sich am Donnerstagmorgen die hauptamtliche Wache der Feuerwehr Herford befassen.

Donnerstag, 15.04.2021, 13:10 Uhr aktualisiert: 15.04.2021, 13:48 Uhr
Wie ein Korken aus der Flasche: Der Waschbär ergreift die Flucht.
Wie ein Korken aus der Flasche: Der Waschbär ergreift die Flucht. Foto: Feuerwehr Herford

Sie wurde gegen 9.15 Uhr in die Straße „Im Ortfelde“ nach Eickum gerufen, weil Mitarbeitern einer Kanalbaufirma ein Pelztier in einem Regenwasserschacht aufgefallen war. Offenbar war der Waschbär ungeklärten Geschlechts vor der Kamera geflohen, die die Kanalbaufirma zur Inspektion der Rohre eingesetzt hatte. Laut Christoph Büker, Sprecher der Herforder Feuerwehr, hatte sich das Tier in ein Regenwasserrohr zurückgezogen, „passte mit seinem dicken Hintern aber nicht ganz hinein“.

Nachdem die Feuerwehr sich mit dem Jagdpächter abgesprochen hatte, wollten zehn Einsatzkräfte dem Waschbär zu Hilfe kommen. Schließlich beginnt gerade die Wurfzeit, und es kann sein, dass der Waschbär Junge in der Nähe zu versorgen hat.

Zunächst hatte sich der Waschbär totgestellt, als die Feuerwehr anrückte. Doch wie sich zeigte, war er – oder sie – unverletzt.

Zunächst hatte sich der Waschbär totgestellt, als die Feuerwehr anrückte. Doch wie sich zeigte, war er – oder sie – unverletzt. Foto: Feuerwehr

Aber der normalerweise zum Einfangen von wilden Tieren verwendete Kescher war zu breit für den Schacht. Und dem Waschbären eine Schlinge um den Hals zu legen, kam auch nicht in Frage. „Wir wollten ihn auch nicht unnötig unter Stress setzen“, sagt Christoph Büker. Doch da Improvisationstalent zum Beruf der Feuerwehrleute gehört, ersannen sie andere Möglichkeiten.

Zunächst stellten die Feuerwehrleute dem Waschbären eine Leiter in den Kanal, damit das Tier selbst hinausklettern konnte. Der Waschbär ignorierte diesen Ausweg jedoch, woraufhin die Feuerwehr zur rettenden Gießkanne griff: „Wir haben durch eine Klappe Wasser in das Rohr gekippt“, berichtet Büker. „Vor die andere Seite haben wir ein Tragetuch gespannt, in das der Waschbär dann hineingeplumpst ist.“ So vermieden die Feuerwehrleute auch, das Wildtier anfassen zu müssen. Das Tragetuch hoben sie an Stangen aus dem Schacht heraus.

Der Waschbär war zwar etwas nass geworden, aber offenbar gesund. „Deshalb war es nicht nötig, ihn zum Tierarzt zu bringen“, so Büker. Das Tier verschwand im Garten eines benachbarten Hauses.

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