Frieda-Nadig-Denkmal: Herforder Grüne kritisieren Alleingang des Bürgermeisters bei der Standortsuche
Erst aufbauen, dann abbauen

Herford (WB) -

Das Frieda-Nadig-Denkmal kurz am Bürgerbüro aufbauen und zum Start der Umgestaltung des Rathausplatzes wieder abbauen – das halten die Grünen im Herforder Rat für keine glückliche Lösung.

Dienstag, 04.05.2021, 10:00 Uhr aktualisiert: 04.05.2021, 10:02 Uhr
So soll die Bronzeplatte aussehen, die an Frieda Nadig erinnern soll. Der ursprünglich angedachte Standort auf der Steintor-Brücke spielt jedoch keine Rolle mehr.
So soll die Bronzeplatte aussehen, die an Frieda Nadig erinnern soll. Der ursprünglich angedachte Standort auf der Steintor-Brücke spielt jedoch keine Rolle mehr.

Grundsätzlich sei es richtig, im Hinblick auf den genauen Standort des geplanten Denkmals für die in Herford geborene Frieda Nadig, eine der vier „Mütter des Grundgesetzes“, eine aus städtebaulicher und historischer Sicht abgewogene Entscheidung zu treffen, stellen Claudio Vendramin und Sabine Althoff fest, beides Mitglieder der Grünen im Kulturbeirat. Dabei spreche manches für einen Standort im Umfeld öffentlicher Gebäude wie des Rathauses oder auch des Kreishauses.

Doch eine nur zeitweilige und wegen der Platzneugestaltung wieder zu demontierende Installation des geplanten Kunstwerkes der Herforder Künstlerin Asta Gröting am Eingang der Bürgerberatung sei keine überzeugende Lösung. Eine Entscheidung darüber sei nicht allein Sache des Bürgermeisters, sondern des Herforder Stadtrates und der ihm zugeordneten Gremien.

Bislang sei dem hier zuständigen Beirat der Kultur Herford diese Frage nicht zur weiteren Beratung vorgelegt worden, obwohl das ausdrücklich zu seinen satzungsmäßigen Aufgaben gehöre. Vendramin und Althoff: „Vor diesem Hintergrund haben wir erhebliche Bedenken gegen diesen erneuten kulturpolitischen Alleingang und erwarten eine entsprechende Beteiligung des hierfür zuständigen Beirats nach den geltenden Regelungen.“

Falls erforderlich, sei der Beirat zu einer zeitnahen Sondersitzung einzuberufen. Zudem sei darauf hinzuweisen, dass sich der Beirat in der Vergangenheit intensiv mit Fragen der Kultur und von Kunstwerken im öffentlichen Raum befasst habe; auch deshalb sei eine Verlagerung der inhaltlichen Beratungen ohne entsprechende Transparenz in eine personell nicht weiter bezeichnete „Runde mit mehreren Beteiligten“ nicht vertretbar. Letztlich sei das ganze – vom Bürgermeister beklagte – „Hin und Her“ in der Standortfrage auf sein eigenes Handeln zurückzuführen. Seine verfrühte öffentliche Stellungnahme habe den weiteren Prozess der Standortfindung nicht unbedingt erleichtert.

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