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Do., 07.05.2015

Nach dem Erdbeben sind Renate und Fritz Elbracht wieder in Hiddenhausen Gesund zurück aus Nepal

Fritz und Renate Elbracht blättern in einem Bildband über Nepal. In zehn Tagen wollten sie sich die Region am Himalaya-Gebirge anschauen.

Fritz und Renate Elbracht blättern in einem Bildband über Nepal. In zehn Tagen wollten sie sich die Region am Himalaya-Gebirge anschauen. Foto: Christina Ueckermann

Von Christina Ueckermann

Hiddenhausen (WB). »Ich dachte, es sei ein Attentat«, sagt Renate Elbracht, wenn sie an das Erdbeben in Nepal zurückdenkt. Auf einer Urlaubsreise wurden sie und ihr Mann von dem Erdbeben überrascht. Nun ist das Hiddenhauser Unternehmerehepaar wieder unbeschadet in der Heimat angekommen.

Eigentlich hatten die Eilshauser eine zehntägige Rundreise durch Nepal geplant. Doch nach vier Tagen nahm diese für das Ehepaar ein abruptes Ende. Nach dem schweren Erdbeben warteten sie mit ihrer 35-köpfigen Reisegruppe wie bereits berichtet auf einem Berg in mehr als 2000 Metern Höhe nur noch auf den Rückflug in die Heimat.

»Wir saßen im Taxi, als plötzlich die Erde anfing zu beben«, sagt Renate Elbracht. Geistesgegenwärtig habe der Taxifahrer das Auto auf einen freien Platz gelenkt und dem Ehepaar damit vermutlich das Leben gerettet. »Alles um uns herum wackelte. Große Wassertanks auf den Dächern der Hotels stürzten um, Autos und Busse wankten, Leute liefen aus den Häusern und schmissen sich auf den Boden«, beschreibt Renate Elbracht das Erdbeben.

Es folgten mehrere Nachbeben und die Ungewissheit, wie die Reise weiter verlaufen sollte. »Die weiteren geplanten Ziele konnten wir nicht mehr ansteuern, die Wege waren zerstört«, sagt Fritz Elbracht. Auch in ihrem Hotel konnten sie nicht bleiben. »Einige Wände waren gerissen und niemand wusste, ob das Gebäude die Nachbeben überstehen würde«, sagt er.

Also suchten sich die Hotelgäste einen sicheren Platz auf einem Berg, wo sie die Zeit bis zur Rückreise verbrachten. »Wir schliefen auf Holzbrettern und unsere Rucksäcke funktionierten wir zu Kissen um«, sagt Renate Elbracht. Vom Hotelpersonal seien sie weiterhin versorgt worden. »Die Stimmung unter den Gästen war erstaunlich gut«, erinnert sich die Hiddenhauserin.

Vor allem die Frauen seien aber verängstigt gewesen und in der Luft hätte eine seltsame Spannung gelegen. »Selbst die Vögel waren unruhig«, berichtet sie.

Zehn Tage nach Reiseantritt konnten sie dann endlich in die Heimat fliegen. »Wir wussten vorher nicht, ob der Flughafen überhaupt in Betrieb ist«, sagt Fritz Elbracht. Schließlich habe aber alles planmäßig geklappt. »Erst jetzt realisieren wir langsam, was wirklich passiert ist«, sagt Renate Elbracht. Manchmal träume sie von Horrorszenarien, die sie glücklicherweise nicht durchmachen mussten und fügt hinzu: »Ich habe wirklich gedacht, ich komme nie wieder heile nach Hause.«

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