>

Sa., 09.01.2016

Drei Audi in einer Nacht in Hiddenhausen gestohlen – Axel Griep verfolgt Fluchtroute auf dem Display Autodieb per Handy geortet

Axel Griep konnte sein gestohlenes Auto mit dem Handy orten –  zur Freude von Freundin Stephanie Ebert.

Axel Griep konnte sein gestohlenes Auto mit dem Handy orten – zur Freude von Freundin Stephanie Ebert. Foto: Moritz Winde

Von Moritz Winde

Hiddenhausen (WB). Axel Griep kann es kaum glauben: Weil er sein iPad im Handschuhfach vergessen hatte, konnte er es per Handy orten und der Polizei die entscheidenden Hinweise auf den Autodieb geben. Der wurde in Thüringen geschnappt. Zwei andere Pkw-Besitzer hatten weniger Glück. Ihre Wagen sind verschwunden.

Auf schwarze, hochwertige Audi hatte es die professionelle Bande abgesehen, die Donnerstagnacht  in beschaulichen Wohngegenden  nahe der Bünder Straße in Hiddenhausen unterwegs war. In der Oberen Ringstraße in Lippinghausen wurde ein A 5-Coupé gestohlen, in der Feldstraße in Schweicheln musste ein A 4-Kombi  dran glauben. Jedes Mal gingen die Täter lautlos und schnell vor. In der Nachbarschaft bekam niemand etwas mit.

Der A 4 ist jenes  Modell, das  auch Axel Griep jeden Abend  vor seinem Haus in der Straße Stoppelsteege in Sundern parkt. Dort lebt der 49-Jährige erst seit drei Wochen. »Und schon passiert mir so etwas Schlimmes. Davor haben wir an der Mindener Straße in Herford gewohnt. Eigentlich dachte ich, dass es hier in Sundern  ruhiger zugeht«, sagt er.

Als seine Lebensgefährtin Stephanie Ebert (41)  am Freitag gegen 7.30 Uhr  mit Hündin Emma zum Morgenspaziergang vor die Tür trat, traute sie ihren Augen nicht.  Plötzlich war das Auto weg.  In der Einfahrt stand nur noch der Anhänger, den sich das Paar zum Umzug geliehen hatte. Axel Griep glaubte zunächst an einen Scherz seiner Freundin. Dann verständigte er die Polizei.

 Erst ein paar Minuten später fiel dem Geschäftsführer einer Estrich-Zulieferfirma ein, dass er seinen Tablet-Computer im Audi vergessen hatte. Glück für ihn, Pech für die Autoknacker. Denn das  iPad  kann er per GPS übers iPhone aufspüren – eine App ermöglicht diese Funktion.  »Ich   konnte genau verfolgen, wo sich mein Auto befand. Das war richtig spannend. Es fuhr gerade am Kirchheimer Dreieck in Hessen von der A 7 auf die A 4«, sagt Axel Griep.

Ein Polizist in Jena sichert Spuren an dem gestohlenen Audi. Foto: Polizei

Der Beamte in der Leitstelle  machte vermutlich einen Luftsprung, als er davon erfuhr, dass Axel Griep die Route des Autodiebs    auf dem Display seines Mobiltelefons vom Sofa aus  bebachten konnte. Weil die  Polizei ohne richterlichen Beschluss keine Handys oder Computer orten darf, gab  Axel Griep die exakte Position an die Polizei in Herford weiter. Und die wiederum  lotste die Autobahnpolizei in Jena – soweit war der Autodieb inzwischen gekommen –  zum Ziel. »Wir haben das Fahrzeug aus der Luft per Hubschrauber in Weimar auf der A 4 entdeckt und verfolgt. Das war nicht schwer, weil  der Audi noch die Original-Kennzeichen hatte«, sagt Polizeisprecher Christian Cohn.

Im Tunnel Jagdberg bei Jena stoppte die Polizei den Wagen schließlich. Der Fahrer, ein 36-jähriger Pole, ließ sich widerstandslos festnehmen. Im Verhör schwieg er zu den Vorwürfen. Cohn: »Hintermänner oder Komplizen werden in der Regel nicht verraten.«
Bis Axel Griep  seinen Kombi wiederbekommt, dauert es noch ein paar Tage. Die Spurensicherung hat das Auto noch nicht freigegeben. Bis dahin hat sich der 49-Jährige einen Leihwagen gemietet. »Es ist zwar kein Audi, aber  zum Ziel komme ich damit  trotzdem.«

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.

Google-Anzeigen

© WESTFALEN-BLATT
Vereinigte Zeitungsverlage GmbH

Alle Inhalte dieses Internetangebotes, insbesondere Texte, Fotografien und Grafiken, sind urheberrechtlich geschützt. Verwendung nur gemäß der Nutzungsbedingungen.

Anzeige


http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/3726865?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2516093%2F2198393%2F2514616%2F