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Sa., 16.01.2016

Flüchtlingsunterkunft Schweicheln: Anwohner schreiben Brief an Bundestagsabgeordneten Sorge um Wohnqualität

Neben der alten Schule an der Friedrich-Ebert-Straße, in der aktuell 35 Flüchtlinge untergebracht sind, sollen zwei Häuser für weitere 35 bis 40 Asylbewerber gebaut werden. Dafür hat die Gemeinde bereits Bäume fällen lassen.

Neben der alten Schule an der Friedrich-Ebert-Straße, in der aktuell 35 Flüchtlinge untergebracht sind, sollen zwei Häuser für weitere 35 bis 40 Asylbewerber gebaut werden. Dafür hat die Gemeinde bereits Bäume fällen lassen. Foto: Christina Ueckermann

Von Christina Ueckermann

Hiddenhausen (WB). Bis zu 40 Flüchtlinge sollen ab April an der Friedrich-Ebert-Straße untergebracht werden. Einige Anwohner haben Angst vor einem »Ghetto« und wenden sich jetzt mit einem Brief an den CDU-Bundestagsabgeordneten Dr. Tim Ostermann.

»Wir haben nichts dagegen, dass Flüchtlinge in unserer Straße wohnen«, sagt Thomas Kylar, dessen Grundstück direkt an das der Flüchtlingsunterkunft grenzt, im Gespräch mit dieser Zeitung. Schon seit Jahren seien Obdachlose und später Asylbewerber in der alten Schule in Schweicheln untergebracht gewesen. Aktuell leben dort 35 Flüchtlinge. Man habe immer friedlich zusammengelebt und sich geholfen. Die Erweiterung auf die doppelte Personenzahl bereite aber auch vor dem Hintergrund der jüngsten Schlagzeilen Angst.

Bürger fühlen sich zu spät informiert

»Wir Nachbarn waren ziemlich überrumpelt, als wir das Schreiben der Gemeinde bekamen, in dem wir über den Bau der Unterkunft informiert und zu einem Gespräch in der kommenden Woche eingeladen wurden«, sagt Kylar. Als Anwohner hätte er gerne mitgeredet. Erst, wo alte Bäume bereits gefällt und  die Bagger angerollt sind, würden die Nachbarn informiert. Bei allem Verständnis für eine zurückhaltende Information könne sich die Verwaltung einer öffentlichen Debatte nicht entziehen. Den Anwohnern gegenüber hätte es aber charmanter gewirkt, wenn diese Information eher gekommen wäre, finden die Nachbarn. 

»Wir haben unser Haus vor drei Jahren für viel Geld gekauft. Schon jetzt versteht man aufgrund der Lautstärke manchmal kaum noch ein Wort, wenn man sich auf der Terrasse unterhalten möchte. Wenn 70 Menschen auf dem Grundstück wohnen, wird es noch lauter«, sagt Thomas Kylar, der sich um die Qualität des Wohngebietes sorgt.

Kauf alter Immobilien als Lösung

Die Nachbarn verstünden die Zwickmühle, in der sich die Gemeinde befinde. »Aber die Situation wäre auch anders – zum Beispiel mit dem Kauf von alten Immobilien – zu lösen gewesen«, sagt Thomas Kylar. »Für 700 000 Euro hätte man schon einige Häuser kaufen können.« Integration könne nur funktionieren, wenn man die Zuwanderer auf dem Gemeindegebiet verteile. 

Ein weiterer Nachbar, der namentlich nicht genannt werden möchte, schildert in dem Brief, dass er  selber vor einiger Zeit ein Haus zu verkaufen hatte. »Es war fertig möbliert und technisch intakt.  Die Gemeinde hat ihr Vorkaufsrecht damals aber ignoriert«, schreibt er.

Vom Bundestagsabgeordneten Dr. Tim Ostermann erhoffen sich die Nachbarn nun Unterstützung in rechtlichen Fragen, die die Planungen in letzter Minute möglicherweise noch verhindern können. In der kommenden Woche soll ein Gespräch stattfinden.

Kommentare

Politik für Quoten gegen Menschen

Natürlich haben die Anwohner kein Mitspracherecht, müssten aber vollumfänglich die Konsequenzen aus der neuen Nachbarschaft tragen. Das sieht in der Heidestr. in Hiddenhausen nicht anders aus. Wo im alten Bürogebäude des Wasserwerkes noch in diesem Monat um die 40 Menschen untergebracht werden sollen. Ob es sich dabei um Familien handelt, oder um alleinreisende Männer, dazu konnte oder wollte die Gemeinde bisher nicht Stellung beziehen. Auch auf Sicherheitsfragen hin folge kein Konzept sondern nur Achselzucken. "Man wolle gar nichts beschönigen, mit Problemen sei Erfahrungsgemäß zu rechnen" dieser Satz erfolgte unzählige male. Stattdessen brüstete man sich damit -das man die Internetsteckdosen in den ehem. Büros (nun Schlafsäle) tot gelegt hätte- und das an einem Sandtort ohne fußläufige Infrastruktur. Sicher werden die Zugewanderten bereitwillig 24 Stunden am Tag über Monate die Wand anstarren!? Die Damenduschen der Unterkunft befinden sich im Keller hinter 5 verwinkelten Ecken. 40 Menschen sollten sich zudem 4 kleine Küchenzeilen teilen. Da ist Stress vorprogrammiert. Hier wird ohne Sinn und Verstand gehandelt. Hauptsache man erfüllt seine Quoten. Das sieht in Hiddenhausen nicht anders aus als derzeit überall im Land.

Integration

wird wohl so sein, dass wir uns den Flüchtlingen anpassen müssen. Und wenn ich sehe, was die sog. Flüchtlinge tagtäglich Anrichten, wird mir Angst und Bange. Wie wäre es, wenn die Politiker die Flüchtlinge bei sich aufnehmen und der Bürgermeister in der Straße, wo er wohnt , auf seinem Grundstück Bäume fällt und dort Häuser für die Flüchtlinge baut. Warum nicht? Etwa kein Platz? Oder vor dem Rathaus die Parkplätze ringsherum entfernt und dort Häuser hinbaut. Die Poltiker und Beamten und sonstigen Mitarbeiter des Rathhausen können ja zu Fuß zum Rathhaus gehen oder mit dem Bus

2 Kommentare

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