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Sa., 05.03.2016

Loitzer Straße: Anwohner fordern Versicherung und Betreuung Antrag: Nur ein Flüchtlings-Haus

An der Loitzer Straße in Eilshausen möchte die Gemeinde in einem vorwiegend von jungen Familien bewohnten Gebiet zwei Häuser bauen, in die Flüchtlinge einziehen sollen. Dagegen protestieren die Anwohner in einem Antrag an den Gemeindeat.

An der Loitzer Straße in Eilshausen möchte die Gemeinde in einem vorwiegend von jungen Familien bewohnten Gebiet zwei Häuser bauen, in die Flüchtlinge einziehen sollen. Dagegen protestieren die Anwohner in einem Antrag an den Gemeindeat. Foto: Thomas Meyer

Von Ruth Matthes

Hiddenhausen (WB). Die Anwohner der Loitzer Straße wollen sich mit dem Bau von zwei Häusern für Flüchtlinge in ihrem Wohngebiet nicht abfinden. In einem Antrag an den Gemeinderat fordern sie, dass höchstens ein Wohnhaus erbaut wird, das die Gemeinde für Flüchtlinge anmietet.

Bei der Bürgerversammlung zum Thema war es am Montag hoch her gegangen. Die Anrainer der Loitzer Straße fühlten sich zu spät informiert und fürchten um Ruhe und Frieden in ihrem von jungen Familien bewohnten Viertel.

Wenn überhaupt, könne man sich mit dem Gedanken anfreunden, dass ein Haus gebaut werde. Bürgermeister Ulrich Rolfsmeyer hatte ihnen daraufhin erklärt, dass es die Möglichkeit eines Bürgerantrages an den Rat gebe. Diese Chance ergriffen die Anwohner. Am Freitag ging der Antrag ein. Diskutiert wird in der Ratssitzung am 15. März, 18 Uhr.

Die Familien Kuhlmann, Spannagel, Marx, Mucha, Reibchen, Rychlik/Wiersbowsky und Mensing setzen sich dafür ein, dass der Ratsbeschluss vom 17. Dezember zum Neubau von zwei Wohnhäusern auf den Grundstücken der Bau und Siedlungsgenossenschaft (B&S) zurückgenommen wird oder insofern angepasst, dass nur auf maximal einem Grundstück ein Wohnhaus errichtet wird.

Sie begründen ihren Antrag damit, dass die Gemeinde keine Zusagen über die Belegung der Unterkünfte abgeben kann. »In einem Worst-Case-Szenario würden 22 alleinstehende männliche Flüchtlinge in einer Siedlung mit familiären Strukturen und einem deutlich überproportionalen Anteil kleinerer Kinder untergebracht«, heißt es in dem Brief an Rolfsmeyer. Diese Situation hielten sie für »sozial nicht verträglich«.

Anwohner fürchten Lärm und Konflikte

Ferner stelle die aus der getrennten Lage der Grundstück resultierende Einkesselung eines Bestandshauses einen unangemessenen Härtefall für dessen Bewohner dar. Auf den einzelnen Grundstücken gebe es wenig Rückzugsmöglichkeiten. »Es ist folglich zu erwarten, dass verkehrsarme Loitzer Straße als ganztäglicher Treffpunkt der Bewohner der beiden Flüchtlingshäuser dienen wird. Weitere Flüchtlinge aus den umliegenden Unterkünften, aus dem Siedlerweg und aus dem Grünen Weg, können hierdurch ebenfalls angezogen werden. Diese Situation wird zwangläufig zu erhöhtem Lärmaufkommen und Konflikten führen«, schreiben die Anwohner.

Ferner beantragen sie »eine verbindliche Zusage der Verwaltung«, dass für das Flüchtlingshaus mindestens einmal täglich Betreuungs- oder Aufsichtpersonal präsent ist. Die Gemeinde soll dafür sorgen, dass Außenanlagen und Gebäude in Ordnung gehalten werden. Für den Fall, dass es Schwierigkeiten gibt, wünschen sie Tag und Nacht einen Ansprechpartner. Außerdem fordern sie, dass die Gemeinde Haftpflichtversicherungen für die dortigen Flüchtlinge abschließt. Der Rat hatte sich allerdings erst kürzlich dagegen ausgesprochen.

Es ist vorgesehen, dass das Haus im Anschluss von Menschen mit Wohnberechtigungsschein genutzt wird. Hier wünschen sich die Anwohner eine »dem sozialen Umfeld entsprechende Auswahl der Bewohner.

In einem angefügten Positionspapier, das 37 Bürger unterzeichnet haben, wird der Verwaltung vorgeworfen, nicht sorgfältig genug nach Altbauten Ausschau zu halten. Dies weist Rolfsmeyer zurück. »Wir sprechen ständig mit Besitzern und Vermietern. Doch nicht jedes Gespräch ist erfolgreich.«

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