Einige Nachbarn ekeln sich – Bünder Tierheim will Nager einfangen
Ratten an der Blumenstraße ausgesetzt

Hiddenhausen (WB). Jürgen Schröder und Jürgen Dannhaus sind entsetzt: Seit Sonntagabend laufen mindestens zehn Ratten über die Blumenstraße und durch die angrenzenden Gärten. Die Schweichelner sind sich sicher: »Die Ratten wurden ausgesetzt.«

Mittwoch, 27.07.2016, 10:21 Uhr aktualisiert: 28.07.2016, 14:21 Uhr
»Vorsicht Ratten!« Jürgen Schröder (links) und Jürgen Dannhaus warnen Spaziergänger vor den Tieren, die seit Sonntag in der Böschung an der Blumenstraße umherkriechen. Im Hintergrund ist die Box zu sehen, die das Tierheim aufgestellt hat. Foto: Christina Ueckermann
»Vorsicht Ratten!« Jürgen Schröder (links) und Jürgen Dannhaus warnen Spaziergänger vor den Tieren, die seit Sonntag in der Böschung an der Blumenstraße umherkriechen. Im Hintergrund ist die Box zu sehen, die das Tierheim aufgestellt hat. Foto: Christina Ueckermann

Sonntagabend haben die Nachbarn zum ersten Mal Ratten auf der Blumenstraße entdeckt. »Erst haben wir uns nichts dabei gedacht, in den vergangenen Jahren liefen immer mal wieder Ratten an der Bahn entlang. Als wir am nächsten Tag aber ein ganzes Nest entdeckt haben, dachten wir zuerst an einen schlechten Scherz«, sagt Jürgen Schröder. In der Böschung vor den Bahnschienen an der Blumenstraße, direkt gegenüber der Museumsschule, war ein Rattennest zu erkennen. »Jemand hatte Sägespäne ausgestreut und lauter dicke und dünne Äste zu einem Nest aufgetürmt«, beschreibt Jürgen Schröder, was er gesehen hat. Direkt daneben habe Streu gelegen, wie es für Nagerkäfige genutzt wird. Ringsherum liefen graue Ratten, mindestens zehn hätten die Nachbarn gesehen. »Die Tiere scheinen an Menschen gewöhnt zu sein, denn schreckhaft waren sie nicht«, sagt Jürgen Dannhaus. Im Gegenteil: »Einige stellten sich sogar auf die Hinterbeine und schauten uns an.« Mittlerweile haben Dannhaus und Schröder die Tiere sogar schon in ihren Gärten entdeckt. »Meine Frau traut sich kaum mehr aus dem Haus. Wir können nicht richtig lüften, weil wir Angst haben, dass die Ratten durch die Fenster und Türen kommen«, sagt Jürgen Dannhaus.

Tierheim-Leiterin beruhigt Anwohner

Noch am Montag meldeten die Nachbarn den Fall der Gemeinde. Daraufhin seien Mitarbeiter des Bünder Tierheims gekommen und hätten eine Gitterbox mit einem Holzhäuschen und einem Futtertrog aufgestellt. »Ich verstehe den Sinn nicht. Die Ratten sollen verschwinden und nicht heimisch werden«, sagt Jürgen Schröder.

Kathrin Sander, Leiterin des Tierheims Bünde-Ahle, kann die Anwohner beruhigen. Tatsächlich seien es Hausratten, das sei an ihrer Farbe zu erkennen. Außerdem seien die Tiere zahm. Eine Lebendfalle aufzustellen, würde nicht funktionieren, sagt Kathrin Sander. »Ratten sind clever. Sobald eine gefangen wurde, kommt keine zweite hinterher«, sagt sie. Ihre Hoffnung sei, dass die Tiere in den Käfig kommen, wie sie es vielleicht von zu Hause kennen. ›Wir kommen regelmäßig und kontrollieren den Käfig. Sobald eine Ratte darin sitzt, nehmen wir sie mit, um sie zu vermitteln«, sagt die Tierheimleiterin. Auch die Rattennothilfe aus Bielefeld sei informiert.

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