Neues Löschfahrzeug für Katastrophenschutz in Hiddenhausen stationiert
320 Meter Schlauch fahrend verlegen

Hiddenhausen (WB). Flüsse treten über die Ufer, überschwemmen Felder und Städte, trennen Ortschaften von der Außenwelt ab: Für Szenarien wie derzeit im Harz ist das neuen Löschgruppenfahrzeug für den Katastrophenschutz gedacht, das bei der Feuerwehr Hiddenhausen stationiert ist.

Donnerstag, 27.07.2017, 17:12 Uhr aktualisiert: 27.07.2017, 17:14 Uhr
Eine Besonderheit des neuen Löschfahrzeugs für den Katastrophenschutz ist sein 320 Meter langer Schlauch, der während der Fahrt von zwei Feuerwehrleuten verlegt werden kann. Sie stehen, wie hier Feuerwehrchef Mario Daume, seitlich auf ausklappbaren Trittbrettern. Fotos: Ruth Matthes

»Die Löschfahrzeuge für den Katastrophenschutz werden vom Bund angeschafft und dann über Bezirksregierung und Kreis auf die Gemeinden verteilt«, erklärt Mario Daume, Leiter der Freiwilligen Feuerwehr Hiddenhausen. Das neue Fahrzeug, kurz LF-KatS genannt, ersetzt das LF 16 TS, das der Bund bereits 1989 angeschafft hatte und das nun aus Altersgründen nicht mehr eingesetzt werden soll. Es stand lange Zeit in Bünde, bevor es vor zwei Jahren nach Hiddenhausen kam. »Wir haben uns verpflichtet, im Katastrophenfall eine Besatzung zu stellen, die dann überall eingesetzt werden kann«, sagt Daume. Dafür könne das Fahrzeug im Notfall aber auch in Hiddenhausen genutzt werden.

Zwei Pumpen

»Das Besondere an diesem Löschfahrzeug ist, dass man damit während der Fahrt 320 Meter B-Schläuche ausrollen kann«, erklärt der Feuerwehrchef. Damit dies gelingt, sind die Schläuche nicht aufgerollt, sondern im Heck des Wagens gefaltet aufbewahrt. Zwei Feuerwehrleute, die auf ausklappbaren Trittbrettern zu beiden Seiten des Wagens stehen, kümmern sich um die sachgemäße Verlegung. Der Fahrer kann über eine Rückfahrkamera genau beobachten, ob alles reibungslos läuft. Die Höchstgeschwindigkeit, die er dabei einhalten muss, ist sechs Kilometer pro Stunde.

Außerdem besitzt das LF-KatS zwei Pumpen. Neben der eingebauten Pumpe können die Wehrleute auch eine Tragkraftspritze, eine tragbare Pumpe, einsetzen. »So ist es zum Beispiel möglich, Wasser aus einem Teich abzusaugen und auf der anderen Seite damit wieder zu löschen. Hinzu kommt ein eingebauter Löschwassertank mit 1000 Litern Inhalt.

Bezirksreserve bei Hochwasser

»Das Fahrzeug ist eines von mehreren, die Teil des Katastrophenschutzkonzeptes ›Verletztendekontamination‹ sind«, erklärt Daume. »Dabei geht es um Hilfe für Menschen, die mit Giftstoffen in Berührung gekommen sind.« Das LF-KatS liefere dann die Manpower, um das Dekontaminieren zu unterstützen. Das geschieht in einem Abrollbehälter, durch den die Verletzten geschleust werden. Dafür ist der ABC-Zug Herford verantwortlich.

Alarmiert wird die Hiddenhauser LF-KatS-Besatzung auch bei Einsätzen der Bezirksreserve, wie zuletzt beim Hochwasser in Sachsen-Anhalt oder bei einem großen Moorbrand. Hier kommt den Feuerwehrleuten die Geländegängigkeit des Fahrzeugs zu Gute. Es hat nicht die typische Zwillingsbereifung anderer Löschfahrzeuge, dafür aber besonders große Reifen, die bis zu einer Tiefe von 65 Zentimetern im Wasser fahren können und so auch bei Hochwasser gut vorankommen.

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