Wildes Nest in Eilshauser Garten – Imker Dieter Stevens will Tiere retten
Bienenwaben in zehn Metern Höhe

Hiddenhausen (WB). So ein Naturschauspiel sehe man nicht alle Tage, meint Gerhard Vahle – und schaut nach oben. In einer Tanne seines Gartens in Eilshausen hängen Bienenwaben. Seine Nachbarin Birgit Killmer hatte ihn darauf aufmerksam gemacht. An diesem Wochenende will sich der Imker Dieter Stevens mit der Angelegenheit befassen.

Samstag, 05.08.2017, 17:13 Uhr aktualisiert: 05.08.2017, 17:20 Uhr
In zehn Metern Höhe sind diese Waben zu sehen. Angesichts des ungeschützten Ortes geht Imker Dieter Stevens aber davon aus, dass die Bienen den Winter nicht überleben. Foto: Birgit Killmer
In zehn Metern Höhe sind diese Waben zu sehen. Angesichts des ungeschützten Ortes geht Imker Dieter Stevens aber davon aus, dass die Bienen den Winter nicht überleben. Foto: Birgit Killmer

Zwei Punkte sind aus Sicht Birgit Killmers an der unerwarteten Entdeckung bemerkenswert. Zum einen die Dimension: Es seien mehrere Bienenwaben, so Birgit Killmer. In dieser Größe habe sie ein solches wildes Bienennest noch nicht gesehen. Hinzu kommt die Höhe: Etwa zehn Meter über dem Erdboden haben die Insekten ihren Staat gegründet.

Wie lange sich das Nest schon in dem Baum befindet, können weder Gerhard Vahle noch seine Nachbarin sagen. Birgit Killmer wusste seit einigen Tagen von dem »Naturschauspiel«, der Grundstücksbesitzer hat davon erst am Freitag erfahren. Aufgefallen war ihm zuvor nichts. »Natürlich gibt es im Garten Bienen, aber sie sind nicht gehäuft aufgetreten«, erklärt der Eilshauser, der dort seit 60 Jahren wohnt.

Weil er die Insekten bisher kaum bemerkt hat, hat er auch keine Angst vor Bienenstichen. Auch die Frage, was aus dem wilden Nest werde, bereitet ihm keine Kopfschmerzen. Es bleibe ihnen ja auch nichts anderes übrig als abzuwarten, was passiere, ergänzt Birgit Killmer. Irgendwann werde das Nest vom Baum fallen.

Abzuwarten, was mit dem Bienenvolk samt Brutwaben passiere, ist jedoch nicht die Devise von Dieter Stevens, dem Vorsitzenden des Imkervereins Bünde und Umgebung. Das HERFORDER KREISBLATT schickte ihm am Freitag eine Fotografie des Nestes zu – und der Experte meint: »Wenn man da nichts tut, werden die Bienen den Winter nicht überleben. Sie werden verhungern oder erfrieren.«

Die Größe des Nestes hält er nicht für erstaunlich – wohl aber den Ort. Normalerweise suchten sich die Tiere Orte, an denen sie nicht erfrieren. Stevens erläutert, das Bienenvolk in dem Eilshauser Garten stamme von einem Imker. Die alte Königin habe sich mit dem halben Bienenvolk auf und davon gemacht.

Auf einer Imker-Internetseite heißt es über die so genannte »Schwarmzeit«, die im Mai und Juni fällig sei: »Etwa die Hälfte der Bienen zieht mit der (alten) Königin aus und setzt sich in der Nachbarschaft als Schwarmtraube in einen Baum. Der Rest der Bienen bleibt in der Bienenkiste und zieht sich eine neue Königin her.«

Imker Dieter Stevens wird jetzt prüfen, wie er die bedrohten Bienen in der Tanne retten kann.

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