Kooperation mit Kreis Minden-Lübbecke: 112 immer erreichbar
Beim Ausfall einer Leitstelle springt die andere ein

Hiddenhausen (WB). Eine schreckliche Vorstellung: Ein schwerer Unfall hat sich ereignet und die 112 ist besetzt! Damit dies in Zukunft auch bei Unwettern und anderen Katas­trophen nicht mehr vorkommt, haben die Kreise Herford und Minden-Lübbecke einen Kooperationsvertrag geschlossen.

Donnerstag, 25.01.2018, 17:19 Uhr aktualisiert: 25.01.2018, 17:22 Uhr
Der Herforder Landrat Jürgen Müller (vorne links) und sein Minden-Lübbecker Kollege Dr. Ralf Niermann unterschreiben unter den Augen von (von links) Paul Bischof, Ordnungsdezernent des Kreis Herford, Kreisdirektorin Cornelia Schöder aus Minden, Mathias Niedzwicki, Rechts- und Ordnungsamtsleiter des Kreises Minden-Lübbecke, Michael Kirchhoff, Arbeitsgruppenleiter Bevölkerungsschutz und Rettungswesen des Kreises Minden-Lübbecke, und dessen Bruders, Bernd Kirchhoff, Abteilungsleiter der Leitstelle und der Kreisfeuerwehrzentrale in Eilshausen, den Kooperationsvertrag für die Leitstellen der beiden Kreise. Foto: Ruth Matthes
Der Herforder Landrat Jürgen Müller (vorne links) und sein Minden-Lübbecker Kollege Dr. Ralf Niermann unterschreiben unter den Augen von (von links) Paul Bischof, Ordnungsdezernent des Kreis Herford, Kreisdirektorin Cornelia Schöder aus Minden, Mathias Niedzwicki, Rechts- und Ordnungsamtsleiter des Kreises Minden-Lübbecke, Michael Kirchhoff, Arbeitsgruppenleiter Bevölkerungsschutz und Rettungswesen des Kreises Minden-Lübbecke, und dessen Bruders, Bernd Kirchhoff, Abteilungsleiter der Leitstelle und der Kreisfeuerwehrzentrale in Eilshausen, den Kooperationsvertrag für die Leitstellen der beiden Kreise. Foto: Ruth Matthes

Der Herforder Landrat Jürgen Müller und sein Mindener Kollege Dr. Ralf Niermann unterschrieben am Mittwochabend in den Räumen der Kreisleitstelle in Eilshausen das Dokument. Darin garantieren sich die beiden Kreise die gegenseitige so genannte Redundanz der Leitstellen. Das heißt: Falls die eine Leitstelle zum Beispiel von einer Evakuierung, einem Telefonausfall oder selbst von einem Brandschaden betroffen sein sollte, kann sie von der Leitstelle des anderen Kreises aus weiter betrieben werden.

Dieselbe Software

Damit dies realisiert werden kann, müssen in den nächsten Monaten und Jahren beide Leitstellen einander angeglichen werden, sowohl was die Ausstattung als auch die Prozessabläufe angeht. »Die gesamte genutzte Hard- und Software soll am Ende identisch sein«, so Dr. Niermann.

Für den Anrufer bei der 112 bedeutet das: Gibt es einen technischen Defekt in Eilshausen oder sind zum Beispiel bei einem Orkan wie Friederike alle Annahmeplätze in der Kreisleitstelle besetzt, werden sie automatisch an die Kollegen des Kreises Minden-Lübbecke weitergeleitet, die dann auch die Fälle im Kreis Herford koordinieren und umgekehrt.

Automatische Weiterleitung

Damit ein Partner reibungslos für den anderen einspringen kann, erhalten beide Leitstellen je einen Server, auf dem identische Daten vorliegen. »Unser Ziel ist, dass der Anrufer nach dem vierten Klingeln automatisch weitergeleitet wird«, erklärt Bernd Kirchhoff, Chef der Eilshauser Leitstelle. Die Ausschreibungen für diese Technik ist bereits gelaufen. Bis Anfang 2019 müsste es soweit sein, dass die Mindener Leitstelle, die derzeit noch in einem Gebäude mit der Berufsfeuerwehr untergebracht ist, dieselbe technische Telefonausstattung hat wie die Eilshauser Kollegen.

»Auch für Einsätze im Grenzgebiet von Löhne und Bad Oeynhausen wird diese Technik von Vorteil sein«, erklärt Thomas Twelsiek, stellvertretender Leiter der Eilshauser Leitstelle. »Loggt sich das Handy des Anrufers in Bad Oeynhausen ein, dann können wir auch einen unserer RTWs rausschicken, wenn er näher am Ort des Geschehens ist.«

Neubau in Hille

Der Kreis Minden-Lübbecke bereitet derzeit einen Leitstellenneubau im zentraler gelegenen Hille vor. Der Gebäudekomplex, der voraussichtlich 12 Millionen Euro kosten wird, soll neben der Leitstelle auch die Rettungswache und Ausbildungsräume beherbergen. In vier bis fünf Jahren soll er fertig gestellt sein. »Wichtig ist, dass der Kreis Herford stets in die Planungen involviert ist, da die Leitstellen möglichst identisch aufgebaut sein sollen«, so Landrat Müller. Beide Institutionen koordinieren sowohl die Einsätze der Feuerwehr als auch die des Rettungsdienstes. In Sonderlagen können sie zusätzlich noch Hilfsorganisationen wie das DRK und das THW alarmieren.

Damit die Kollegen von außerhalb in der anderen Leitstelle im Notfall auch Arbeitsplätze vorfinden, werden in beiden Einrichtungen vier zusätzliche Ausfallarbeitsplätze eingerichtet. Der Herforder Kreistag hat dafür im Dezember 426.000 Euro bereitgestellt. Diese Plätze sollen auch für die Aus- und Fortbildung des Leitstellenpersonals genutzt werden.

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