Petra Schröder setzt sich für Kleinbäuerinnen in Ghana ein
Hilfe von Landfrau zu Landfrau

Hiddenhausen (WB). In den kleinbäuerlichen Haushalten von Ghana leiden die Menschen vielfach an Mangel- und Fehlernährung. Diesem Missstand abzuhelfen und zugleich die Frauen in ihrer Eigenständigkeit zu stärken, ist Ziel eines Projektes des Deutschen Landfrauenverbandes (dlv). Zu dessen Team gehört auch Petra Schröder aus Hiddenhausen.

Freitag, 23.03.2018, 12:00 Uhr
Die vier deutsch-ghanaischen Teams (rechts Petra Schröder mit Beatrice, 3. von rechts) mit ihrer Moderatorin. Gemeinsam erarbeiteten sie ein Konzept für die bessere Ernährung der Landbevölkerung. Foto: Petra Schröder
Die vier deutsch-ghanaischen Teams (rechts Petra Schröder mit Beatrice, 3. von rechts) mit ihrer Moderatorin. Gemeinsam erarbeiteten sie ein Konzept für die bessere Ernährung der Landbevölkerung. Foto: Petra Schröder

»Gemeinsam mit drei anderen Landfrauen aus Deutschland war ich neun Tage in dem westafrikanischen Land, um dort mit einheimischen Expertinnen ein Angebot für die Frauen der ländlichen Volta-Region zu entwickeln«, berichtet Petra Schröder, die ansonsten als Fachfrau für Ernährungs- und Verbraucherbildung in Schulen ihr Wissen weitergibt.

In dem vom Bundesministerium für Entwicklung und wirtschaftliche Zusammenarbeit in Zusammenarbeit mit dem dlv organisierten Projekt »Kleinbäuerinnen in Ghana stärken« geht es unter anderem darum, den Frauen zu zeigen, welches Gemüse und Obst sie in der fruchtbaren Region entlang des Volta-Sees selbst anbauen können, um gesünder zu leben und den Eigenbedarf der Familie kostengünstig zu decken.

Es ist heiß, immer sehr staubig

Wie Petra Schröder festgestellt hat, wird in Ghana meist draußen gekocht, Tiere kommen ganz selbstverständlich in die Nähe des Essens. Es ist heiß, immer sehr staubig. Das Wasser, das nicht von den Wasserstationen kommt, muss abgekocht werden. Auf der Straße wird alles verkauft: vom Rucksack über Fleisch bis hin zu Tomaten, Mangos und Ananas.

»Die Ernährung der Menschen ist sehr einseitig«, erzählt sie. »Sie essen zu viele Kohlehydrate. Besonders beliebt ist das Wurzelgewächs Cassava, ähnlich unserer Kartoffel. Es kann vielfältig verarbeitet werden.« Eine gesunde Alternative sei zum Beispiel die Möhre, die dort auch gut gedeihe.

Um möglichst viele Bäuerinnen zu erreichen, setzt das Projekt auf Multiplikatorinnen. »Bei unserem Auftaktbesuch in Ghana haben wir Tandemteams mit Frauen der Partnerorganisation ›Women in Agricultural Development‹ aus Ghana gebildet«, erklärt die 54-Jährige. Zusammen haben sie erarbeitet, was für einen ländlichen Haushalt wichtig ist: Wie viel von welchen Nahrungsmitteln sollte man essen, wie kann man Lebensmittel haltbar machen, richtig aufbewahren und für bessere Hygiene sorgen, um die häufigen Durchfallerkrankungen zu vermeiden? Das waren die zentralen Fragen, die es zu beantworten galt.

Das Ziel: 4000 Frauen erreichen

»Das erarbeitete Konzept geben meine einheimische Partnerin Beatrice und ich bei unserem nächsten Besuch in einer Schulung an zehn ausgewählte Frauen weiter«, erklärt Schröder. Diese gehen dann in ihre Kommunen und berichten dort, was sie über Ernährung und Hygiene gelernt haben. Ziel ist es, am Ende 4000 Frauen zu erreichen.

Dabei gehe es auch darum, sie dazu anzuregen, ein Netzwerk zu gründen. »Wenn sie gemeinsam aktiv werden und mit einer Stimme sprechen, erreichen sie mehr als alleine«, ist Schröder sicher. Ein gutes Beispiel dafür sei die Beschaffung von Saatgut, das in großen Mengen günstiger sei. Das Fernziel sei, dass es in jedem Distrikt eine kleine Fabrik gibt, zum Beispiel eine Ananassaftproduktion, mit der sich die Frauen selbstständig machen können.

Selbstversorgung die beste Alternative

Die Landwirte haben es in dem westafrikanischen Land nicht leicht. »Nur 0,3 Prozent des Bruttosozialprodukts wird in die Landwirtschaft investiert«, so die Landfrau. »20 Prozent wären sinnvoll.« Ein weiteres Problem sei die Tatsache, dass Nahrungsmittel aus aller Herren Länder zu Spottpreisen angeboten würden. »Günstige Tomaten aus Italien und Möhren aus den Niederlanden liegen dort neben den heimischen Produkten, die nicht nur teurer, sondern auch noch von schlechterer Qualität sind«, hat sie festgestellt. Selbstversorgung ist da die beste Alternative.

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