Mo., 09.04.2018

Trio Infernale verabschiedet sich vor 300 Fans von der Bühne – mit Video Ein ergreifendes Ende

Spaßvogel Jens Kosmiky unterhält über Stunden mit immer neuen Gags, Situationskomik und Tanzeinlagen und steckt mit seiner guten Laune an. Das Erstaunlichste dabei: Er kann bei aller Blödelei noch richtig gut singen.

Spaßvogel Jens Kosmiky unterhält über Stunden mit immer neuen Gags, Situationskomik und Tanzeinlagen und steckt mit seiner guten Laune an. Das Erstaunlichste dabei: Er kann bei aller Blödelei noch richtig gut singen.

Von Thomas Meyer

Hiddenhausen (WB). Sie haben ein Ende gewollt und doch keines gefunden: Ganze zehn Zugaben hat das »Trio Infernale« am Samstagabend gebraucht, um sich endgültig von der Bühne zu verabschieden. Und trotzdem war der wirklich letzte Schluss ergreifend.

Das letzte Stück des Zugabenmarathons, »Sierra Madre«, spielte das Trio ganz wie früher, im Irrlicht, als alles begann, vor 25 Jahren. Mit zwei Gitarren und einem Bass. Jetzt sind alle – Jens Kosmiky, Sebastian Dold, Jenne Gläsker und das Publikum – ein bisschen älter, vielleicht reifer. Aber dennoch war es ein Abend, der den Geist der Anfänge vielleicht am besten einfing. Reduziert, unprätentiös. Keine bedeutungsschwere Abschiedszeremonie, kein Zusammentreffen aller Weggefährten und Spezialgäste, kein Feuerwerk, kein LED-Laser-Spektakel. Kneipenmusik, echt, authentisch, ein bisschen aufgepeppt mit Schlagzeug statt zweiter Akustikgitarre – und mit reichlich Blödelei.

Die mehr als 300 Gäste kamen auf ihre Kosten. Das Ende wurde eingangs beschrieben, jetzt kommt der Anfang mit – festhalten! – »Jingle Bells!«. Das »Trio Infernale« traute sich was, ließ direkt beim zweiten Stück das Publikum alleine singen (»Country Roads«, hat funktioniert), schreckte auch nicht davor zurück, das selbst gedichtete, schlüpfrige »Wenn ich dich nicht halten kann« vor der Pause zu bringen und das beliebte »Potpourri des Grauens« aus furchtbaren Liedern wie »Ein Stern« und »Tausendmal belogen« auf zehn Minuten auszudehnen. »Mitleiden statt abgehen« warf Frontmann Kosmiky augenzwinkernd als Devise aus und wusste dabei genau, dass das mit dem Abgehen ein Selbstläufer wird.

Zu diesem trug er selbst einen Großteil bei. Ob Stepptanz-Einlage, Grönemeyer-Gebell, je nach Bedarf englischer oder schottischer Akzent bei »500 Miles« oder die launige Kanon-Anleitung zu »The lion sleeps tonight«: Kosmiky gab bis zum Finalstück Vollgas. Mit Rückendeckung von Dold und Gläsker blieb das ganze trotz Showeinlagen auf musikalisch feinstem Niveau – aber das würden die drei nie zugeben. Bescheiden bedankten sie sich bei Unterstützern und Fans und versprachen, in unterschiedlicher Besetzung der Musik treu zu bleiben.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.

Google-Anzeigen

© WESTFALEN-BLATT
Vereinigte Zeitungsverlage GmbH

Alle Inhalte dieses Internetangebotes, insbesondere Texte, Fotografien und Grafiken, sind urheberrechtlich geschützt. Verwendung nur gemäß der Nutzungsbedingungen.

Mehr zum Thema

Anzeige


http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5645783?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198393%2F2514616%2F