So., 15.04.2018

Nach Sanierung zieht Büro für Pastoralen Raum in die Komturstraße Wo einst die Waisen lebten

Von Ruth Matthes

Herford (WB). Das Gebäude an der Komturstraße 2 hat schon viele Nutzungen erlebt. Es war Stall, Lager, Waisenhaus, Schwesternwohnung und Gemeindehaus. Seit Dezember wird es zum Büro für den neuen Pastoralen Raum umgebaut.

»Im Zuge der Zusammenlegung der elf katholischen Gemeinden zu einem großen Pastoralen Raum mit Zentren in Herford und Bünde müssen wir auch die Pfarrbüros zusammenlegen«, erklärt Gerald Haringhaus. Der Herforder Pfarrer ist Leiter des Pastoralen Raumes, der voraussichtlich 2019 an den Start geht. Da auch das Gebäude, das vor allem als »altes Waisenhaus« bekannt ist, dringend saniert werden musste, bot es sich an, dort im Erdgeschoss das neue Büro einzurichten. In den letzten Jahrzehnten waren hier die Caritas-Station und Gemeinderäume untergebracht.

Bezug im Sommer

Architektin Ute Wendt vom Büro Schmersahl-Biermann-Prüßner aus Bad Salzuflen geht davon aus, dass die Räume im Sommer bezogen werden können. Wie bei einem Bau, dessen älteste Teile aus dem 18. Jahrhundert stammen, zu erwarten, blieben die Sanierungsarbeiten nicht ohne Überraschungen. »Dass nach mehreren Rohrbrüchen die Wasserleitungen komplett erneuert werden mussten, war uns klar, doch dass die Decken in einem derart schlechten Zustand waren, hatten wir nicht geahnt«, sagt der Pfarrer: »Der Holzfußboden war so durchgefault, dass ein Drittel durch Beton ersetzt werden musste.«

Hohe Brandschutzauflagen

Hinzu kam, dass der Boden einen Höhenunterschied von zwölf Zentimetern aufwies. »Auch die Decke zum Obergeschoss musste dringend verstärkt werden«, ergänzt Wendt. So sind dort jetzt alte und neue Holzbalken sowie drei Arten von Stahlträgern zu sehen. »Ein Stahlträger ist bereits früher eingezogen worden, die beiden weiteren kamen neu hinzu, um die Decke zum OG zu stützen und die Brandschutzdecke zu halten, die in Kürze angebracht wird.« Denn die Brandschutzauflagen seien in einem Gebäude, das als Wohnraum und Büro genutzt wird, besonders hoch. Im Obergeschoss befindet sich nämlich eine Wohngruppe des Bernhard-Heising-Hauses.

Nachdem der Rohbau nun steht, werden als nächstes die Trockenbauwände eingezogen. Auf 270 barrierefreien Quadratmetern entstehen ein Empfang, das so genannte Front-Office, sowie Büros für Sekretärinnen, Gemeindereferentin und den künftigen Verwaltungsleiter des Pastoralen Raumes, Besprechungsraum, Archiv und Nebenräume. Die Stelle des Verwaltungsleiter wird frühestens 2020 besetzt.

Fassade unter Denkmalschutz

Die unter Denkmalschutz stehende Fassade wird ebenfalls saniert. Nach der Reinigung und Grundierung erhält sie einen mineralischen Anstrich, der den hellen Farbton des Barockteils der Kirche aufnimmt und am Sockel den Sandsteinton des Anbaus.

Neben Herford ist Bünde das zweite Zentrum des Pastoralen Raumes. Dort gibt es bereits ein zentrales Pfarrbüro für das Bünder Land. Die Pfarrbüros in Enger, Spenge und Eilshausen sowie Maria Frieden und St. Paulus in Herford bleiben als Kontaktbüros bestehen, in denen einmal pro Woche jemand erreichbar ist.

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