Gerd Limberg stellt in der Rathausgalerie aus
Kunst thematisiert globale Missstände

Hiddenhausen (WB). Gerd Limberg hat einen Weg gefunden, mit den vielen Missständen dieser Welt fertig zu werden: Er verarbeitet sie in seiner Kunst. Die Ergebnisse dieses Prozesses zeigt er von Freitag an in der Galerie des Hiddenhauser Rathauses.

Donnerstag, 19.04.2018, 14:45 Uhr aktualisiert: 19.04.2018, 14:50 Uhr
Vielseitig ist der Künstler Gerd Limberg, dessen teils abstrakte, teils gegenständliche Bilder von Freitag an in der Galerie des Rathauses zu sehen sind. Fotos: Stefan Wolff

»Mir ist klar, dass die Malerei den bedrückenden globalen Entwicklungen nichts entgegensetzen kann. Doch die kreative Beschäftigung mit dieser Problematik ist mir ein Bedürfnis«, sagt der Lippinghauser Künstler.

Architektur ist eins der Themen, mit denen sich der vielseitige Maler auseinandersetzt. Dabei malt Limberg nicht die Paläste der Reichen und Mächtigen, sondern die Hütten und windschiefen Häuser armer Afrikaner und Inder. Die Vorlagen dazu findet er in den Zeitungen. »Ich lege meinen Schwerpunkt auf solche Bilder, die mich bewegen, weil etwas nicht in Ordnung ist«, sagt der 81 Jahre alte Pädagoge.

Abstraktes und Figürliches

Doch auch abstrakte Bilder zeigt die Ausstellung. Die Abstraktion ergänzt der Künstler gerne mit konkreten Elementen wie beispielsweise Bauelementen oder reflektierenden Wasserflächen. Den Betrachtern aber möchte er Spielraum lassen, damit sie sich mit seinen Bildern auseinander setzten können. »Deswegen haben sie auch keine Titel. Ich möchte niemanden festlegen«, erklärt er.

Schließlich malt Limberg auch Tiere. Dabei greift er wieder die Globalisierung auf, die sich auch auf die Natur auswirke. So zeigt sein ältestes Bild eine Kröte, die einen Stein festhält, um ihn den Umweltzerstörern an den Kopf zu werfen. Doch auch der amerikanische Bison hat seinen Platz in Limbergs Kunst. »Ein Buch über die Geschichte des Bisons, das ein deutsches Ehepaar verfasst hat, hat mich fasziniert. Besonders die Fotos von den Tieren haben mich angesprochen.« Seine Bilder in der Galerie zeigen den Bison, wie er sich auf dem Boden wälzt und ein Staubbad nimmt.

Ausstellung bis 30. Mai

Bereits als Schüler entdeckte Limberg die Malerei für sich. Von 1967 bis 1970 besuchte er die Pädagogische Hochschule in Bielefeld und studierte Kunst bei Professor Willi Pramann. »Danach legte ich allerdings eine Pause ein, weil ich als Lehramtsanwärter keine Zeit hatte«, erinnert er sich. Anfang der 80er Jahre nahm er dann wieder den Pinsel in die Hand und begann, sich mit wachsender Begeisterung der Kunst zu widmen. Gerd Limberg beteiligte sich an verschiedenen Ausstellungen im Kreisgebiet, in Hiddenhausen zeigte er bereits 1992 und 2003 seine Bilder. Im Haus der Kunst in der polnischen Partnerstadt Czechowice-Dziedzice zeigte er 1992 seine Werke.

Die Eröffnung ist am 20. April um 19 Uhr. Brigitte Schröder stellt den Künstler und sein Werk vor, für die musikalische Untermalung sorgen Larissa Take (Gesang) und Uta Bockenkamm (Gitarre). Zu sehen sind die Bilder bis 30. Mai.

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