ZDF-Moderatorin spricht Klartext in der OPG
Dunja Hayali: »Ich will etwas tun, etwas bewegen«

Hiddenhausen (WB). Sie steht ein für eine weltoffene und respektvolle Zivilgesellschaft. Doch ihre klaren Worte gegen Rechts haben der Journalistin und Moderatorin Dunja Hayali keineswegs nur Beifall eingebracht.

Montag, 23.04.2018, 17:24 Uhr aktualisiert: 23.04.2018, 17:26 Uhr
Eigentlich wollte die Journalistin und ZDF-Moderatorin Dunja Hayali aus ihrem Buch »Is’ was, Dog?« vorlesen. Der Lesepart entfiel zu Gunsten eines spannenden Talks zwischen Pastorin Renata Pense und der Deutsch-Irakerin. Foto: Daniela Dembert
Eigentlich wollte die Journalistin und ZDF-Moderatorin Dunja Hayali aus ihrem Buch »Is’ was, Dog?« vorlesen. Der Lesepart entfiel zu Gunsten eines spannenden Talks zwischen Pastorin Renata Pense und der Deutsch-Irakerin. Foto: Daniela Dembert

Am Sonntagnachmittag hat sich die 43-Jährige vor knapp 400 Zuschauern in der Aula der Olof-Palme-Gesamtschule den Fragen der Eilshauser Pastorin Renata Pense gestellt. Fern eines präparierten Frage-Antwort-Spiels hat sich zwischen den beiden Frauen ein sehr persönliches, spannendes und unterhaltsames Gespräch entsponnen, das den Zuhörern Einblicke in die Welt beider Persönlichkeiten gab.

»Das ist doch auch unser Land!«

Hayali hält weder armverschränktes Schimpfen auf Politiker, noch jammerndes Hilflosigkeitsgebaren für eine gute Strategie. »Ich will etwas tun, etwas bewegen. Sich zu engagieren, gibt einem selbst auch unheimlich viel«, sagte die Medienfrau. »Immer dieses: ›Die da oben!‹ Das ist doch auch unser Land!« Trotz Anfeindungen in den sozialen Netzwerken ist Hayali weiterhin der Meinung, auch als Journalistin offen ihren Standpunkt vertreten zu dürfen. Dieser müsse natürlich deutlich als Meinung, nicht als Nachricht formuliert sein.

Ihr Beruf sei der schönste der Welt, betonte die Wahlberlinerin: »Ich werde dafür bezahlt, jeden Tag Neues zu lernen und erstaunliche Menschen kennenzulernen.« Scherzhaft stellte Pense diese Aussage in Zweifel, schließlich sei ihr Job der Schönste.

Lesung fiel aus, Emma geht es nicht gut

Bei einer Veranstaltung, deren Gastgeber die Gemeindebücherei war, durfte auch das Thema Buch nicht zu kurz kommen. Die eigentlich geplante Lesung aus Hayalis Buch »Is’ was, Dog?«, mit dem sie einen Bestseller landete, entfiel jedoch. Weil es Hündin Emma derzeit nicht gut gehe, bat die sichtlich berührte Autorin gleich zu Anfang der Veranstaltung um Verständnis. Literatur fand trotzdem ihren Platz im Gespräch.

Auf die Frage, wo sie sich zu Hause fühle, was Heimat für sie bedeute, lautete die unmittelbare Antwort der Tochter irakisch-stämmiger Christen: »Ich bin hier groß geworden. Deutschland ist meine Heimat.« Grundsätzlich fühle sie sich dort beheimatet, wo die Menschen leben, die sie liebe. Verbunden fühle sie sich dem Irak bei Besuchen aber dennoch.

Überhaupt sei Reisen ein Schlüssel zum wichtigen Perspektivwechsel, erweitere den Horizont und damit die Akzeptanz anderen gegenüber. »Reisen trägt zur Geistes-, Charakter- und Lebensbildung bei«, erklärte Hayali. Dem konnte sich Renata Pense, die es in ihrer Jugend für ein Dreivierteljahr nach Australien verschlug, nur anschließen. Witzig und durchweg menschlich präsentierte sich die Moderatorin dem Publikum und schreckte auch vor dessen Fragen nicht zurück.

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