Werre-Piraten fahren mit Erich-Kästner-Schülern nach Frankreich
Inklusion auf den Wellen der Ardèche

Hiddenhausen (WB). Seit 22 Jahren fahren die Werre-Piraten der Eickhofschule für Erziehungshilfe alljährlich zum Campen nach Frankreich, um dort mit ihren Kanus durch die Ardèche zu gleiten. 2018 sind erstmalig auch Schüler der Erich-Kästner-Gesamtschule aus Kirchlengern dabei.

Montag, 30.04.2018, 13:00 Uhr
Die Kanuten der Eickhofschule und der Kästner-Gesamtschule sowie ihre Lehrer Ingo Kuhlemann, Johannes Lömke und Alexander Ruckriegl freuen sich auf die Reise an die Ardèche. Unterstützt werden sie von Siegfried Lux und Michaela Pahmeyer (Sparkasse), Britta Oltmanns (Förderverein) und Rektor Andreas Neifer. Foto: Matthes
Die Kanuten der Eickhofschule und der Kästner-Gesamtschule sowie ihre Lehrer Ingo Kuhlemann, Johannes Lömke und Alexander Ruckriegl freuen sich auf die Reise an die Ardèche. Unterstützt werden sie von Siegfried Lux und Michaela Pahmeyer (Sparkasse), Britta Oltmanns (Förderverein) und Rektor Andreas Neifer. Foto: Matthes

Persönlichkeit soll gefördert werden

Diese erste inklusive Fahrt an die Ardèche wird vom Förderverein der Eickhofschule, aber auch durch die Sparkassen-Stiftung unterstützt. Deren Geschäftsführer Siegfried Lux kam am Freitag nach Schweicheln, um drei neue Trockenjacken und drei Wildwasserrettungswesten mit Bergegurt an die jungen Sportler zu überreichen. »Dieses vorbildliche inklusive Projekt, das die Persönlichkeitsentwicklung der Jugendlichen voranbringt und von Ehrenamtlichen getragen wird, fördern wir sehr gerne«, so Lux.

Mit neuer Ausrüstung unterwegs

Stolz demonstrierten die Kanuten die neue Ausrüstung, in der sie nun besser vor dem Wasser geschützt sind. Und die Bergegurte, mit denen sie Boote bergen können, die aber auch mit einer Vorrichtung versehen sind, die es ermöglicht, den Gurt zu lösen, wenn der Helfer selbst in Gefahr gerät.

Startschuss fällt Ende Mai

Ende Mai brechen die insgesamt elf Jugendlichen Richtung Frankreich auf, um dort sieben Tage lang ihrem Hobby zu frönen. Begleitet werden sie von fünf Betreuern. »Uns als Pädagogen geht es bei dem Projekt nicht primär ums Kanufahren, auch wenn das natürlich Spaß macht«, erklärt Lehrer Johannes Lömke. »Wir legen Wert darauf, dass die Jugendlichen ihr Sozialverhalten trainieren und lernen, mit Herausforderungen umzugehen und mutig zu sein.«

»Außerdem ist es für das Selbstbewusstsein unserer Schüler auch eine gute Erfahrung zu sehen, dass sie einmal diejenigen sind, die etwas besser können«, ergänzt sein Kollege Alexander Ruckriegl. So konnten einige der Werre-Piraten in diesem Jahr erstmals bei der Bezirkssicherheitsschulung des Deutschen Kanuverbandes im Bereich »Kanu-Wandersport bis Wildwasser II« in Bielefeld als Ausbilder an zwei Stationen teilnehmen.

Rettungsübungen im Schwimmbad

Im Vorjahr waren sie noch bei denjenigen, die lernten. »Im Schwimmbad haben unsere Schüler den anderen gezeigt, wie ein Boot gerettet wird, wie man Menschen abschleppt und wie man mit Hilfe eines Partners wieder ins Boot gelangen kann«, erklärt Lömke.

Außerdem waren sie Experten dafür, wie man aus dem Kanu aus und wieder einstiegen kann, wenn es gekentert ist. »Es macht Spaß, anderen etwas beizubringen, auf dem Wasser zu sein und zu sehen, wie man sich selbst verbessert und auch andere unterstützen kann«, beschreibt Daniel die Vorzüge des Werre-Piraten-Lebens. Für den Achtklässler ist es bereits die dritte Fahrt nach Südfrankreich.

Erstes Treffen vor zwei Jahren

Ein erstes kurzes Treffen mit Jugendlichen einer anderen Schule an der Ardèche hat es bereits vor zwei Jahren gegeben. Damals waren Schüler des Wesergymnasiums Vlotho zeitgleich in Frankreich. »Eine komplett gemeinsame Reise mit Jungen und Mädchen einer Regelschule haben wir jedoch noch nie unternommen«, so Schulleiter Andreas Neifer.

Der Kontakt zur Erich-Kästner-Gesamtschule kam über Lehrer Ingo Kuhlemann zustande, der zuvor Lehrer an der Eickhofschule war und in Kirchlengern eine AG Erlebnispädagogik für die Stufen 7 und 8 leitet, zu der auch das Kanufahren gehört.

Sein ehemaliger Chef, Andreas Neifer, ist sich sicher, dass die Schüler auch in diesem Jahr »ein Stück gewachsen sind«, wenn sie zurückkehren.

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