CDU und Grüne hoffen auf Mittel aus der »Regionale 2022«
Bürgerbus soll ÖPNV-Lücke schließen

Hiddenhausen (WB). Ende 2017 hat Bernhard Weil (die Grünen) seine Idee eines Bürgerbusses vorgestellt, der per App geordert werden kann (HK vom 25. November). Seither ist sie auf viel Resonanz gestoßen. Gemeinsam mit der CDU bringen die Grünen nun am Montag einen entsprechenden Antrag im Gemeindeentwicklungsausschuss ein.

Samstag, 05.05.2018, 15:15 Uhr aktualisiert: 05.05.2018, 15:46 Uhr
Eine umweltfreundliche Alternative zum Auto ist der Bürgerbus. Geht es nach CDU und Grünen können die Hiddenhauser bald per Handy-App ihren Bus an einen Wunschort bestellen. Das Thema wird am Montag um 18 Uhr im Rathaus diskutiert. Foto: Patrick Sönel (Fotomontage)
Eine umweltfreundliche Alternative zum Auto ist der Bürgerbus. Geht es nach CDU und Grünen können die Hiddenhauser bald per Handy-App ihren Bus an einen Wunschort bestellen. Das Thema wird am Montag um 18 Uhr im Rathaus diskutiert. Foto: Patrick Sönel (Fotomontage)

Hintergrund ist – neben dem Umweltaspekt – der Umstand, dass die Hiddenhauser Ortsteile zwar mit den umliegenden Gemeinden und Städten durch drei Buslinien verbunden sind, aber teilweise nicht untereinander. Zudem kann der Bahnhof in Schweicheln nicht von überall aus angesteuert werden.

Ziel von CDU und Grünen ist es, die Lücke im ÖPNV durch einen nicht an Linien gebundenen Kleinbus zu schließen. Der Bür­ger­bus soll die Kunden auf Anforderung möglichst direkt von Zuhause abholen und zum gewünschten Ziel- oder Haltepunkt befördern. Dies stärke insbesondere die Mobilität von Senioren, für die oft schon der Weg zur Bushaltestelle ein Hindernis darstelle. Sie könnten sich auch von Zuhause abholen und zum Arzt oder zum Pflegedienst bringen lassen.

Mittel der Regionale

»Der Bürgerbus ist zudem ein Angebot für alle, die innerhalb der Gemeinde oder zur Weiterfahrt in die Region aufs Auto verzichten wollen oder nicht auf ein Auto zurückgreifen können«, heißt es in der Begründung. Viele könnten dann möglicherweise aufs Zweitauto verzichten.

»Ein Schritt, dem Ziel Bürgerbus näher zu kommen, ist die Teilnahme an der ›Regionale 2022‹«, erklärt Weil. »Mobilität, auch auf dem Lande, mit dem neuen Bür­gerbus könnte dabei ein Leuchtturmprojekt für OWL werden«, ist er sicher. Die Innovationsaspekte bestünden darin, dass Elek­trobusse eingesetzt würden und der Bus »on demand« (auf Wunsch) digital über eine Smartphone-App oder einen Sprachcomputer angefordert werde. Der Computer berechne dann die effizienteste Route. Über die »Regionale« könnten Mittel für Planung, wissenschaftliche Begleitung oder Ladestationen eingeworben werden.

Vereinsgründung nötig

Weitere Impulse erhoffen sich CDU und Grüne durch eine Kooperation mit dem vom Land geförderten Projekt »Lemgo Digital«, bei dem die Möglichkeiten der Digitalisierung und insbesondere des »Internet of Things« (Sammelbegriff für Technologien, die dafür sorgen, dass sich physische und virtuelle Dinge vernetzen und zusammen arbeiten) für Mittelstädte nutzbar gemacht werden sollen. »Nicht zuletzt sind die von der Gemeinde einzusetzenden Mittel für Bürgerbusse durch das Land auf maximal 20.000 Euro pro Jahr gedeckelt«, so Weil.

Die Gemeinde wird daher gebeten, »einen zu gründenden Bürgerbusverein bei der Initiierung eines nicht liniengeführten Bürgerbusses in Hiddenhausen mit weitgehend digitalisierter Organisation zu unterstützen« und sich durch Beteiligung am Projekt »Lemgo Digital« hierfür und für weitere Themen der Digitalisierung professionelle Unterstützung zu sichern. Außerdem soll sie die nicht gedeckten Kosten des Betriebes bis zur Deckelung von maximal 20.000 Euro pro Jahr übernehmen sowie die Chancen des Bürgerbusses als Projektantrag bei der »Regionale 2022« prüfen und dort einbringen.

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