Improvisationstheater begeistert 220 Zuschauer in Hiddenhausen
Springmäuse werden zu Marionetten

Hiddenhausen (WB). Eine Hochburg der Springmäuse ist Hiddenhausen. Denn seit es das Improvisationstheater gibt – und das sind mittlerweile 30 Jahre – kommt es immer wieder in die ostwestfälische Provinz. Am Samstag war es wieder mal soweit.

Dienstag, 08.05.2018, 07:39 Uhr
Paul Hombach zeigt am Piano vollen Körpereinsatz: Er ist Mitglied des Improvisationstheaters »Die Springmäuse«, dessen Auftritt 220 Zuschauer in Hiddenhausen begeistert hat. Foto: Annika Tismer
Paul Hombach zeigt am Piano vollen Körpereinsatz: Er ist Mitglied des Improvisationstheaters »Die Springmäuse«, dessen Auftritt 220 Zuschauer in Hiddenhausen begeistert hat. Foto: Annika Tismer

Diesmal waren 220 Gäste live dabei und so mancher von ihnen durfte beim Programm »Helden gesucht« kräftig auf der Bühne mitwirken. Denn ein Abend mit den Springmäusen ist stets darauf angelegt, dass das Publikum spontan mit einbezogen wird. Was genau dabei geschieht, wissen auch die Bühnenprofis im Vorfeld nicht, ihr Improvisationstheater gibt im Vorfeld stets nur einen sehr groben Rahmen vor, den Rest bestimmen die Zuschauer.

Pippi Langstrumpf ruft: »Mein Baby gehört mir.«

Gleich zu Beginn dürfen deshalb einige Helden der Kindheit und die dazugehörigen Superhelden-Sprüche zugerufen werden, damit die Springmäuse daraus eine witzige Nummer basteln können. Das Resultat am Ende: Pippi Langstrumpf besitzt die Raumschiff-Enterprise-Superkraft »Beamen« und ruft in bester Dirty-Dancing-Manier à la Patrick Swayze »Mein Baby gehört mir«.

Zuschauerin Petra darf wenig später den Dialog eines Paares steuern, das sich über den Abwasch streitet. Das Publikum beschließt außerdem als zusätzliche Hürde: Der Streit soll mal auf Russisch und mal auf Deutsch ausgetragen werden. Mit Hilfe eines Knopfes regelt Petra, an welchen Stellen das Paar (dargestellt von Norbert Frieling und Vera Passy) die Sprache ändern soll – ein riesiger Spaß für alle, die einfach nur Zugucken dürfen.

Weit mehr Einsatz müssen dagegen Nina und Bastian zeigen, die »ganz freiwillig« auf die Bühne geholt werden. Sie dirigieren die Marionetten Vera Passy und Paul Hombach, während diese der Gartenarbeit nachgehen und dabei manch kuriose Bewegung machen. Als Einschränkung gilt nur eine kleine Regel: »Ihr dürft die Marionetten nur da knicken, wo auch ein Gelenk ist und nur da anfassen, wo ein Knochen drin ist«, erklärt der Vierte im Bunde, Marvin Meinold.

Königin Mathilde und das Oetinghauser Dorfbrunnenfest

Der glänzt wenig später, als er den Gebärdendolmetscher  bei einem Gespräch über Engers Königin Mathilde gibt. Sie ist nicht der einzig lokale Bezug an diesem Abend: Auch das Hiddenhauser Dorfbrunnenfest wird zum Thema. Hierfür müssen die Zuschauer Eckhard und Karola Hinweise geben, ob sich dieses oder jenes wirklich auf dem Fest zutragen könnte. Am Ende geben die Springmäuse auf und schließen diese Nummer mit dem Satz: »Wir sollten einfach tun, was alle beim Dorfbrunnenfest tun: uns besaufen.«

Bei den 220 Zuschauern kam der Abend bestens an. Und viele werden sicher wieder dabei sein, wenn die Springmäuse auch im 31. Jahr ihres Bestehens nach Hiddenhausen kommen.

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