Veranstalter mit Resonanz auf Museumstag in Hiddenhausen zufrieden
Schauen, staunen, mitmachen

Hiddenhausen (WB). »Woher kommst du?« – diese Frage stand in der Museumsschule und im Holzhandwerksmuseum im Zentrum. Zum 8. Mal hat sich die Großgemeinde Hiddenhausen am internationalen Museumstag beteiligt.

Montag, 14.05.2018, 17:12 Uhr aktualisiert: 14.05.2018, 18:44 Uhr
Mit einer Nadel markieren Tatjana Ivanov und Viktor Holzmann den Ort Bali, an dem ihre Tochter Lera (7 Monate) zur Welt gekommen ist. Foto: Sophie Hoffmeier
Mit einer Nadel markieren Tatjana Ivanov und Viktor Holzmann den Ort Bali, an dem ihre Tochter Lera (7 Monate) zur Welt gekommen ist. Foto: Sophie Hoffmeier

Auf Bali geboren

Das Horizontal-Sägegatter des Holzhandwerksmuseums setzt sich ratternd in Bewegung und beginnt, ein großes Holzstück zu zersägen. Das Geräusch lockt Besucher an, die ihren Sonntagsspaziergang für einen Zwischenstopp unterbrechen. »Wir wussten gar nicht, dass hier heute etwas ist. Durch das Sägen sind wir auf die Veranstaltung aufmerksam geworden«, erzählt Tatjana Ivanov.

Sie und ihr Mann Viktor Holzmann haben ihre Wurzeln in Deutschland und Kasachstan. Ihre Tochter Lera ist auf Bali geboren. »Wir haben dort einige Monate gelebt«, berichten sie, während sie vor der großen Weltkarte stehen, wo sich die Besucher mit kleinen Fähnchen verewigen können.

André Brockmann aus Halle schaut sich in der Kulturwerkstatt die aus Gabeln geformten Insektennachbildungen von Hanno Schmitz-Emde an.

André Brockmann aus Halle schaut sich in der Kulturwerkstatt die aus Gabeln geformten Insektennachbildungen von Hanno Schmitz-Emde an. Foto: Hoffmeier

Das Holzhandwerksmuseum und die Museumsschule beteiligen sich am Europäischen Kulturerbejahr 2018 und wollen deshalb wissen, wo die Wurzeln ihrer Besucher liegen. Dafür hängt in beiden Museen eine Weltkarte aus. »Europa war schon immer ein Zuwanderungskontinent«, sagt Gisela Hering-Bejaoui von der Hiddenhauser Gemeindeverwaltung.

Ein Großteil der Fahnen bündeln sich auf beiden Karten am Standort der Museen. Aber es gibt auch Ausschläge: Viele Fähnchen markieren Orte in Polen. Außerdem sind die Ostsee und die Ukraine als Herkunftsorte gekennzeichnet.

Mehr als 1500 Exponate

Neben der Karten-Aktion können sich die Besucher die regulären Ausstellungsstücke anschauen. In den beiden Zehntscheunen des Holzhandwerksmuseums sind mehr als 1500 Exponate dauerhaft zu sehen. Besonders die alten Werkzeuge haben eine große Anziehungskraft.

Lorenz (14) und seine Schwester Theresa (9) stellen sich in der Museumsschule Rechenaufgaben, die sie auf der Schiefertafel lösen müssen.

Lorenz (14) und seine Schwester Theresa (9) stellen sich in der Museumsschule Rechenaufgaben, die sie auf der Schiefertafel lösen müssen. Foto: Hoffmeier

André Brockmann ist extra aus Halle gekommen, um sie zu begutachten. »Ich habe im Rahmen des Museumstages geguckt, was mich so interessiert und fand das Holzhandwerksmuseum am spannendsten«, erklärt er: »Es ist doch erstaunlich, dass die Technik von damals heute noch funktioniert.« Leon (7) überzeugt sich selbst von der Funktion der alten Geräte, während er mit Heinz Willer ein Boot aus Holz baut. Das Segel soll passend zum Motto des Tages ein Europafähnchen schmücken.

Nebenan in der Kulturwerkstatt gibt es zum letzten Mal die Ausstellung »Facettenreiche Insekten« zu sehen. Der Schwerpunkt liegt hier auf der künstlerischen Darstellung. Die Ausstellung bietet eine große Auswahl an unterschiedlichen Materialien und Techniken: Fragmente, Stickereien, und Mosaike sind zu begutachten.

Chronik über Ersten Weltkrieg

Im Gebäude der Museumsschule in Schweicheln aus dem Jahr 1847 setzen sich die

Mit der Unterstützung von Heinz Willer vom Holzhandwerksmuseum baut Leon (7) ein kleines Boot aus Holz zum Thema Europa.

Mit der Unterstützung von Heinz Willer vom Holzhandwerksmuseum baut Leon (7) ein kleines Boot aus Holz zum Thema Europa. Foto: Hoffmeier

Besucher unterdessen mit dem Schulunterricht einer anderen Zeit auseinander. Besonders intensive Einblicke bietet die Chronik des Museumsschullehrers Johannes Schnücke über den Ersten Weltkrieg.

Sie thematisiert die Ereignisse im Dorf aus den Jahren 1914 bis 1926 und ist gerade noch passend zum Museumstag fertig geworden. Erste Abnehmer sind schnell gefunden. Gisela Hering-Bejaoui zeigt sich zufrieden von der Resonanz auf den Museumstag: »Es sind keine Massen da, dafür sind die Besucher aber sehr interessiert.«“

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