Freiwilliges Ökologisches Jahr beim Kreis: Zwei Absolventen berichten - mit Video
Lebensretter und Brückenbauer

Hiddenhausen (WB). Sie haben Bäume gepflanzt, eine Brücke erneuert und Kröten das Leben gerettet. Zufrieden blicken Carmen Röhr und Dominik Lipkowski auf ihr Freiwilliges Ökologisches Jahr (FÖJ) bei der Naturschutzbehörde des Kreises Herford zurück.

Dienstag, 22.05.2018, 06:00 Uhr
Zum Ende ihres Freiwilligen Ökologischen Jahres wollen Carmen Röhr und Dominik Lipkowski mit Hilfe ihres Anleiters Andreas Volk diese Esskastanie in die Erde der Bustedter Wiesen bringen. Die Esskastanie ist der Baum des Jahres. Foto: Ruth Matthes
Zum Ende ihres Freiwilligen Ökologischen Jahres wollen Carmen Röhr und Dominik Lipkowski mit Hilfe ihres Anleiters Andreas Volk diese Esskastanie in die Erde der Bustedter Wiesen bringen. Die Esskastanie ist der Baum des Jahres. Foto: Ruth Matthes

Als Erinnerung an ihre erlebnisreiche Zeit pflanzten sie in den Bustedter Wiesen eine Esskastanie. »Wir wählten die Esskastanie, weil sie der Baum des Jahres ist«, erklärt Carmen Röhr. Außerdem passe die Kastanie gut zu den Obstbäumen, die sie mit ihren Kollegen Dominik Lipkowski und Lennart Raukohl hier ebenfalls gepflanzt hat. Raukohl war beim Pflanztermin erkrankt, so dass er diesmal nicht mithelfen konnte.

Die Naturschutzbehörde bietet jährlich drei Plätze für das Freiwillige Ökologische Jahr für junge Leute von 16 bis 26 Jahren an. Einsatzgebiet sind die Schutzgebiete des Kreises, bei deren Pflege und Gestaltung sie mit anpacken.

FÖJ wird als Wartesemester angerechnet

Carmen Röhr und Dominik Lipkowski können das FÖJ nur weiterempfehlen. »Mich hat es in meiner Entscheidung bestärkt, Umweltwissenschaften zu studieren«, sagt Röhr. Die 18-Jährige hat ihr Abitur am Bielefelder Max-Planck-Gymnasium gemacht und wohnt derzeit bei ihrer Großmutter in Bünde.

Sie sei aus Zufall im Internet auf die Möglichkeit des FÖJ gestoßen, erzählt sie. Positiv sei, dass die Zeit als Wartesemester angerechnet werde, sowie als Praktikum vor dem Studium.

»Wenn wir etwas gelernt haben, dann Bäume einpflanzen«, sagt Röhr und greift auch gleich tatkräftig mit an, als es darum geht, den dünnen Stamm der Kastanie mit zwei Seilen an zwei Pfählen zu sichern. Da sitzt jeder Handgriff. »Unser Anleiter Andreas Volk ist ein lebendiges Naturlexikon und hat uns viel beigebracht«, sagt Dominik Lipkowski; nicht nur beim Pflanzen alter Obstsorten, sondern auch, wenn es um das Mähen von Wiesen mit dem Freischneider und dem Mäher oder das Aufbauen von Krötenzäunen geht.

Morsche Brücke im Naturschutzgebiet Bustedt erneuert

»Wir haben gemeinsam auch eine morsche Brücke im Naturschutzgebiet Bustedt erneuert«, erzählt Röhr. »Es ist schon was Besonderes, wenn man später sagen kann: Die Brücke habe ich gebaut.«

Doch auch die Arbeit mit den Kröten hat beiden viel Freude bereitet: »Besonders eindrucksvoll war es zu erleben, wie die eiskalten steifen Kröten, die wir gerettet haben, in der Hand langsam wieder zum Leben erwachten.«

Zu ihrer Arbeit gehörte aber auch das Fällen toter und kranker Bäume und das Entfernen von indischem Springkraut und der gefährliche Herkulesstaude. »Man lernt dabei viele schöne Ecken im Kreis Herford kennen«, sagt der 20-jährige Lipkowski.

Besonders imponiert hat ihm und seiner Kollegin der Steinbruch in Exter. »Wenn man da so drin steht, ist der Anblick schon überwältigend«, sagt der Abiturient des Bünder Erich-Gutenberg-Berufskollegs.

Arbeit in der Natur hat ihren Reiz.

Für ihn war das FÖJ ein Überbrückungsjahr. »Ich hatte mich zuvor bereits beim Zoll beworben, hatte aber im ersten Anlauf keinen Erfolg. Nun will ich es erneut versuchen. Doch wenn es wieder nicht klappt, wäre ein Job im Naturschutz sicher ein Plan B für mich«, sagt er. Denn die Arbeit in der Natur habe auf jeden Fall ihren Reiz.

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