Bezirksbeamter Hartmut Feldmann fotografiert seit 30 Jahren Düsenjäger - mit Video
Fasziniert von Kraft und Geschwindigkeit

Hiddenhausen (WB). Manche sammeln Briefmarken, andere Modellautos oder alte Kaffeekannen. Nicht so Hartmut Feldmann: Er sammelt Aufnahmen von Düsenjägern – und er fotografiert sie selbst.

Samstag, 26.05.2018, 02:00 Uhr aktualisiert: 27.05.2018, 14:50 Uhr
Der Hobbyfotograf in vollem Körpereinsatz: Kurz vor der Außerdienststellung der Abfangjägers F-4 Phantom der deutschen Luftwaffe erhielt Hartmut Feldmann die Genehmigung, den Jet nach dem Aufsetzen direkt auf der Landebahn zu fotografieren. »Eine weltweite Einmaligkeit«, wie er stolz erklärt. Foto: Hartmut Feldmann
Der Hobbyfotograf in vollem Körpereinsatz: Kurz vor der Außerdienststellung der Abfangjägers F-4 Phantom der deutschen Luftwaffe erhielt Hartmut Feldmann die Genehmigung, den Jet nach dem Aufsetzen direkt auf der Landebahn zu fotografieren. »Eine weltweite Einmaligkeit«, wie er stolz erklärt. Foto: Hartmut Feldmann

Der Bezirksbeamte der Polizei in Hiddenhausen ist fasziniert von der Kraft, Eleganz und Geschwindigkeit der Kampfjets. »Der Lärm geht einem durch Mark und Bein«, schwärmt er. »Ich brauche den Kerosingeruch einfach.« Der 59-Jährige hat im Laufe seiner 30-jährigen Karriere als Flugzeugfotograf hunderte von Fotos für Spezialzeitschriften gemacht, mit seinem Freund Kevin Wills ganze Hefte gestaltet und auch fünf Bücher herausgebracht.

Hartmut Feldmann fotografiert Kampfjets

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  • Foto: Hartmut Feldmann/Ruth Matthes
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Allein seine Dia-Sammlung von verschiedensten Militärflugzeugtypen umfasst 15.000 Stück. 13 Mal hat er aus einem Tankflugzeug heraus Jets und deren Betankung fotografieren können: »Das ist eine atemberaubende Erfahrung, so nah dran zu sein. Dass ich so etwas erleben durfte, ist großartig!« Doch wie kommt ein Polizist zu solch einem ausgefallenen Hobby? »Als Kind habe ich, wie viele andere, Modellflieger zusammengebaut«, blickt Feldmann zurück. Anfang der 70-er Jahre nahm sein Vater ihn dann zur Internationalen Luftfahrt-Ausstellung mit. »Da sah ich zum ersten Mal einen Düsenjäger und war sofort fasziniert«, erzählt Feldmann. Es war eine Saab »Viggen«: »Wie eine Rakete schoss die los.«

Urlaub im Flughafen

Der Jugendliche hatte Feuer gefangen und begann nach Standorten von Düsenjägern zu suchen. Er fand heraus, dass der nächstgelegene zu seiner Bünder Heimat der Militärflugplatz Hopsten bei Rheine war. Bis er dort hinfahren konnte, dauerte es jedoch eine Weile. »Ich begann 1975 zunächst meine Ausbildung bei der Polizei, arbeitete zeitweilig in Köln und gründete eine Familie«, blickt er zurück. 1987 war es dann endlich so weit: In den Kreis Herford zurückgekehrt, fuhr Feldmann nach Hopsten und ging so nah wie möglich an den Zaun des Flugplatzes, um die Flieger beim Starten und Landen zu bestaunen. »Ihre unbändige Power hat mich gefesselt«, erzählt er. Bei weiteren Besuchen dort traf er Holländer, die die Jets fotografierten, und sie erzählten ihm, er müsse unbedingt nach Bitburg. Dort seien die kampfstärksten amerikanischen Jets stationiert.

Also ging der nächste Urlaub der jungen Familie in die Eifel: »Wir haben die Maare gesehen und am Rand des US-Stützpunktes Bitburg gesessen«, erzählt Feldmann schmunzelnd. Dort machte der Bünder eine folgenschwere Bekanntschaft. Er traf den Briten Kevin Wills, der ihn in sein ungewöhnliches Hobby einführte: Dabei ging es darum, so viele Militärflugzeuge wie möglich zu sehen und zu fotografieren. Vor allem Holländer und Engländer gingen diesem Hobby nach. Ihre Dia-Aufnahmen tauschten sie weltweit. Um die optimale Qualität zu bekommen, musste Feldmann sich eine spezielle Kameraausrüstung zulegen und durfte nur den Diafilm Kodachrome 64 benutzen. Seit 2009 macht der Polizist seine Aufnahmen aber digital.

Arbeit für Fachzeitschriften

Da Feldmann nicht auf Dauer vom Zaun des Fliegerhorstes Hopsten aus die Flugzeuge fotografieren wollte, erbat er schließlich vom Kommodore des Jagdbomber-Geschwaders 36 »Westfalen« in Hopsten eine Fotoerlaubnis. »In Begleitung eines Soldaten durfte ich auch in die Sicherheitsbereiche«, erzählt Feldmann. Und er nutzte seine Lizenz: Die Fachzeitschrift »Air Forces Monthly« forderte gleich mehrere Aufnahmen von ihm an. Dieses Magazin wird in England produziert und weltweit publiziert.

1996 kam Kevin auf die Idee, mit Freund Hartmut eine umfangreiche Reportage samt Fotos zum Thema Luftbetankung von Düsenjägern in dem in Hamburg produzierten Magazin »Jet & Prop« zu machen. »Das Hauptquartier der Royal Air Force spielte mit und so konnte ich zum ersten Mal von einem Tankflugzeug aus Fotos von einer Betankung von Düsenjägern in der Luft machen. Es war überwältigend!« Feldmann hat inzwischen beste Kontakte und hat mehrere Bücher über verschiedene deutsche Geschwader (ein Verband der Luftwaffe, der aus mehr als 2000 Soldaten und Angestellten besteht) publiziert. Derzeit beschäftigt er sich mit dem Fliegerhorst Laage bei Rostock.

Ein Foto im Liegen

Am meisten am Herzen liegt dem Polizisten die F-4 Phantom, wie er Baujahr 1958. Dieser Abfangjäger der deutschen Luftwaffe wurde 2013 außer Dienst gestellt. Klar, dass Feldmann es war, der ihre letzte Betankung in der Luft mit der Kamera festhielt. Die spektakulären Bilder landeten ebenso in einem Buch wie die Aufnahmen, die er von den letzten F-4 in Wittmund machte – im Liegen, auf der Startbahn – »eine weltweite Einmaligkeit«, wie er stolz erzählt.

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