Rentner Hans-Jürgen Schwagmeier aus Hiddenhausen beißt auf Metall
Harte Kost: Draht im Kohl

Hiddenhausen (WB). Der letzte Bissen bleibt Hans-Jürgen Schwagmeier im Halse stecken: Der Rentner hat doch tatsächlich auf Draht gebissen. Wie ist das Metallstück ins Essen gekommen?

Dienstag, 05.06.2018, 21:00 Uhr
3,5 Zentimeter lang ist der Draht, der sich in einem Chinakohl befand. Zum Glück bemerkte Hans-Jürgen Schwagmeier das Metall im Mund – gerade noch rechtzeitig vor dem Runterschlucken. Das frisch abgepackte Gemüse wurde im Kaufland gekauft. Foto: Moritz Winde
3,5 Zentimeter lang ist der Draht, der sich in einem Chinakohl befand. Zum Glück bemerkte Hans-Jürgen Schwagmeier das Metall im Mund – gerade noch rechtzeitig vor dem Runterschlucken. Das frisch abgepackte Gemüse wurde im Kaufland gekauft. Foto: Moritz Winde

Appetit auf Kohl erst einmal vergangen

Mittag bei Ehepaar Schwagmeier in Sundern: Es gibt Gemüse-Pfanne – genauer gesagt gebratenen Chinakohl. Den mit Plastik umwickelten frischen Kopf hat der 79-Jährige im Kaufland an der Werrestraße für 1,43 Euro gekauft. Chinakohl, auch Pekingkohl, Japankohl oder Selleriekohl genannt, gehört zu den Lieblingsspeisen des Rentners. Bis gestern. Der Appetit darauf sei ihm erst einmal vergangen, sagt er.

Was ist passiert? Der Industriemeister kratzt den letzten Rest auf seinem Teller zusammen und schiebt sich die Gabel in den Mund. Plötzlich knirscht und kracht es. Statt bissfestem Kohl spürt er etwas Hartes im Mund. »Ich dachte erst, an meinen Zähnen wäre etwas abgebrochen«, sagt Hans-Jürgen Schwagmeier.

Fehler in der Produktion?

Sofort spuckt er den Happen aus. Was er dann sieht, will er zunächst gar nicht glauben. Zwischen dem zerkleinerten Gemüse versteckt sich ein aufgerollter Draht, mit dem bloßen Auge kaum zu sehen. Der Rentner holt Lupe und Zollstock. Er zieht den Draht auseinander und misst nach: Exakt 3,5 Zentimeter lang, die Breite schätzt der 79-Jährige auf 0,5 Millimeter. Hans-Jürgen Schwagmeier ist erleichtert: »Zum Glück habe ich den Draht nicht herungergeschluckt. Da hätte ich mich ja richtig übel verletzen können.«

Kaum zu glauben: Ehefrau Irmgard Schwagmeier entdeckte in ihrem Essen einen Tag zuvor ebenfalls ein Stück Draht. »Wir haben dem zunächst nicht so viel Bedeutung zugemessen«, sagt die 78-Jährige.

Nach dem zweiten Vorfall ist das Rentner-Paar aber in heller Auflösung. »Das geht doch nicht. So etwas Gefährliches hat doch in Lebensmitteln nichts zu suchen.« Sie schließe aus, dass der Draht beim Zubereiten ins Essen gelangt sein könnte: »So etwas haben wir doch nicht in der Küche.« Hans-Jürgen Schwagmeier vermutet, dass der Fehler während der Produktion passiert sein könnte – vielleicht beim Ernten oder Säubern.

Kaufland bittet um Entschuldigung

Eine Kaufland-Sprecherin sagte, dass der Fund von Fremdkörpern in Produkten grundsätzlich sehr ernst genommen werde. »Wir möchten uns für die Unannehmlichkeit bei unserem Kunden in aller Form entschuldigen.«

In der Produktion von Chinakohl werde im gesamten Be- und Verarbeitungsprozess kein Draht verwendet. Auf Grund der Feststellung des Drahtes im Chinakohl könne nur eine Vermutung über die Herkunft abgegeben werden. »Leider finden unsere Erzeuger auf ihren Feldern vor der Pflanzung diverse Fremdkörper wie Zigarettenkippen, Plastikbecher, Glasflaschen und Draht, die durch Passanten unachtsam auf die Felder geworfen werden. Die Erzeuger sammeln diese regelmäßig vor der Bepflanzung ab und entsorgen sie vorschriftsmäßig. Es kann sein, dass der Draht sich auf dem Feld befand und beim Wachsen des Kohlkopfes im Kopf eingewachsen ist.«

Kaufland habe seine Lieferanten über diesen Fall informiert und um Schulung der Mitarbeiter in der Produktion auf Kontrolle von Fremdkörpern im und am Erntegut gebeten. Außerdem sollen vor der Ernte des Kohls kritische Bereiche auf dem Feld nochmals überprüft werden. »Ferner werden wir ab sofort an allen unseren Zentrallagerstandorten intensiver Wareneingangskontrollen durchführen lassen«, sagte die Sprecherin.

Geschockt: Irmgard und Hans-Jürgen Schwagmeier.

Geschockt: Irmgard und Hans-Jürgen Schwagmeier. Foto: Moritz Winde

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