Jugendhilfe: Jobcenter legt alternative Fördermaßnahme für 19- bis 25-Jährige auf
Ersatz für Produktionsschule in Sicht

Hiddenhausen (WB). Obwohl das Aus der Produktionsschule der Evangelischen Jugendhilfe beschlossene Sache ist (das HK berichtete), besteht nun wieder Hoffnung für die 19- bis 25 Jährigen, die Hilfe beim Einstieg in den Beruf benötigen. Das Jobcenter hat schnell reagiert und ein Nachfolgeprogramm ausgeschrieben.

Sonntag, 10.06.2018, 09:00 Uhr
Sie haben erfolgreich von der Produktionsschule in die Tischler-Ausbildung gewechselt: (von links) Jan-Niklas Rocklage, Frank-Christian Meier und Fatih Gündag. Foto: Ruth Matthes
Sie haben erfolgreich von der Produktionsschule in die Tischler-Ausbildung gewechselt: (von links) Jan-Niklas Rocklage, Frank-Christian Meier und Fatih Gündag. Foto: Ruth Matthes

Diese gute Nachricht verkündete Christian Klöpper, Bereichsleiter Berufliche Integration der Jugendhilfe, bei einem Termin mit dem SPD-Landtagsabgeordneten Christian Dahm. Dieser war nach Schweicheln gekommen, um die Verantwortlichen nach den Perspektiven der Schule und ihrer Abgänger zu fragen.

Den eigenen Weg finden

»Das Jobcenter hat eine so genannte ›Aktivierungshilfe für Jüngere mit produktionsorientiertem Ansatz‹ ausgeschrieben, um die wir uns natürlich auch beworben haben«, erklärte Klöpper. Das Kind habe damit eigentlich nur einen neuen Namen bekommen. Das von der Jugendhilfe gemeinsam mit dem Jobcenter entwickelte Konzept finde sich auch als Vorgabe in der Ausschreibung wieder.

Die Produktionsschule besuchen meist 25 junge Leute. »Wir bringen wieder Struktur in ihren Tagesablauf und geben ihnen Einblicke in die Bereiche Holz, Metall, Maler, Gartenbau und Hauswirtschaft, so dass sie für sich eine berufliche Perspektive finden können«, erklärt Stefanie Rose, Koordinatorin der Produktionsschule. Die Jugendhilfe arbeite erfolgreich mit Handwerkern zusammen, die den Schülern Praktika anbieten.

Keine Werkstattschule

»Wenn wir den Zuschlag erhalten, könnten wir nahtlos weiterarbeiten, während andere Träger die Strukturen erst aufbauen müssten«, führte Klöpper aus. In jedem Fall freue er sich, dass es weiterhin ein Angebot für junge Leute über 19 Jahren gebe: »Denn genau diese Zielgruppe ist es, die wir mit der Produktionsschule zu 95 Prozent erreichen.«

Das Programm Werkstattjahr, das NRW-Arbeitsminister Karl-Josef Laumann als Alternative für die Produktionsschulen aufgelegt hat, werde es im Kreis Herford wahrscheinlich nicht geben: »Davon gehen auch unsere Kooperationspartner im Jobcenter aus«, so Klöpper. »Das Werkstattjahr richtet sich nämlich an Berufsanfänger unter 19 Jahren. Die sind bei uns aber in den Berufsvorbereitenden Bildungs-Maßnahmen schon bestens aufgehoben.«

50 Prozent erfolgreich

Auch das Argument des Landes, die Abbrecherquote sei zu hoch, kann er nicht nachvollziehen. »Immerhin 50 Prozent der Teilnehmer bekommen eine Ausbildungsstelle, eine Arbeit oder einen Sprachkurs. Werden sie vor Ablauf der Maßnahme vermittelt, gelten sie statistisch gesehen aber als Abbrecher«, führt Rose aus. So entstehe eine völlig falsche Quote.

Dahm zeigte sich irritiert, dass hier Bewährtes eingestampft werde und dass in der Folge nun das Jobcenter die gesamte Finanzierung übernehmen müsse. Bisher trugen Jobcenter, Land und Europäischer Sozialfond je ein Drittel.

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