Sa., 13.10.2018

Auch Särge finden künftig einen Platz im »Garten der Erinnerung« Neue Bestattungsform in Schweicheln

Friedhofsgärtner Matthias Kölling bepflanzt die neue Grabanlage, die eine Erweiterung des »Gartens der Erinnerung« in Schweicheln ist. Hier können vier Verstorbene in Särgen beigesetzt werden. Der bisherige Garten ist ausschließlich Urnen vorbehalten.

Friedhofsgärtner Matthias Kölling bepflanzt die neue Grabanlage, die eine Erweiterung des »Gartens der Erinnerung« in Schweicheln ist. Hier können vier Verstorbene in Särgen beigesetzt werden. Der bisherige Garten ist ausschließlich Urnen vorbehalten. Foto: Ruth Matthes

Von Ruth Matthes

Hiddenhausen (WB). Vor zwei Jahren hat die Gemeinde ihren neuen »Garten der Erinnerung« als gemeinschaftliches Urnengrab auf dem Hauptfriedhof in Schweicheln vorgestellt. Jetzt folgt eine weitere Neuerung: Auch für Erdbestattungen gibt es nun eine solche Anlage.

Das Konzept des »Gartens der Erinnerung« zeichnet sich dadurch aus, dass in diesem Bereich drei große Beete angelegt sind, die als Gesamtheit gestaltet sind und mit einem Grabstein oder einer Grabstele versehen sind, auf der die Namen mehrerer Verstorbener verewigt werden können. Der Friedhofsbereich ist wie ein Garten angelegt, mit Sitzgelegenheit und einem zentralen Beet mit Blumen und Sträuchern. Die Anlage wird von dem Friedhofsgärtner der Kommune, Uwe Linnebrügger, gepflegt und jeweils saisonal bepflanzt. Die Angehörigen, die oft alt sind oder weit weg wohnen, müssen sich um nichts kümmern.

Mustergrabanlage

In dem vorhandenen Garten können lediglich Urnen bestattet werden. »Der Trend geht zwar zur Urnenbestattung, doch wir haben in letzter Zeit auch verstärkt Anfragen von Bürgern, denen das bestehende Gartenkonzept gut gefällt, die aber eine Erdbestattung vorziehen«, erklärt Margitta Geisthardt vom Umweltamt. Daher habe die Gemeinde nun Friedhofsgärtner Matthias Kölling beauftragt, eine Mustergrabanlage für einen Garten der Erinnerung mit Erdbestattungen anzulegen, das vier Grabstätten umfasst.

Kölling, der in Schweicheln zahlreiche Pflegegräber betreut, wird das erste große Beet in den nächsten Tagen in geschwungener Form mit saisonalen Pflanzen gestalten. Diese Wellenform wird sich auch in den Grabsteinen wiederfinden, die in Form von Viertelkreisen aneinandergefügt werden sollen. Sie werden die Namen der Verstorbenen tragen. »Da die Pflege hier um einiges aufwendiger ist, müssen die Käufer im Gegensatz zur Urnenbestattung im Garten der Erinnerung, die 2.652 Euro Nutzungsgebühr für 30 Jahre kostet, hier mit 5.139 Euro rechnen«, so Geisthardt.

Begehung geplant

Vorgestellt wird das neue Angebot am Samstag, 20. Oktober, von 14 bis 16 Uhr. Alle Bürger sind nach Schweicheln an den Kapellenweg eingeladen, um sich bei einer Begehung des Hauptfriedhofs ein Bild über diese und weitere Grabarten in der Gemeinde zu machen. Währenddessen können sie Fragen zu den Friedhöfen, zu Bestattungen sowie zu pflegearmen oder pflegefreien Gräbern stellen. Bei schlechtem Wetter ist der Rundgang kürzer und es gibt eine Präsentation in der Kapelle.

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