Ausschuss spricht sich für drei Baugrundstücke im Schlatt aus
Heiße Debatte um Sportplatz

Hiddenhausen (WB). So viele Besucher wie am Donnerstagabend hat der Ratssaal lange nicht mehr gesehen. Und eine derart emotionale Diskussion ebenfalls nicht. 40 Anlieger des Schlatt waren gekommen, um sich für den Erhalt des Rasensportplatzes im Ortsteil Hiddenhausen einzusetzen.

Freitag, 30.11.2018, 21:20 Uhr aktualisiert: 30.11.2018, 21:30 Uhr
Der Ratssaal im Hiddenhauser Rathaus war am Donnerstagabend ungewöhnlich gut besucht. Die Verwaltung hatte zusätzliche Stühle in das Rund gestellt, um die Besucher unterzubringen, die für den Erhalt des Sportplatzes im Schlatt eintreten. Bürgermeister Ulrich Rolfsmeyer erläuterte ihnen das Vorgehen der Verwaltung. Joachim John (rechts) trat als Sprecher der Anlieger des Schlatt auf. Foto: Ruth Matthes
Der Ratssaal im Hiddenhauser Rathaus war am Donnerstagabend ungewöhnlich gut besucht. Die Verwaltung hatte zusätzliche Stühle in das Rund gestellt, um die Besucher unterzubringen, die für den Erhalt des Sportplatzes im Schlatt eintreten. Bürgermeister Ulrich Rolfsmeyer erläuterte ihnen das Vorgehen der Verwaltung. Joachim John (rechts) trat als Sprecher der Anlieger des Schlatt auf. Foto: Ruth Matthes

Die Zukunft des Platzes an der Schlattstraße war einer der Tagesordnungspunkte der gemeinsamen Sitzung von Haupt-, Finanz- und Betriebsausschuss, in dem es im Weiteren um Änderungen im Haushalts- und Wirtschaftsplan ging. Was die Bürger ins Rathaus geholt hatte, war der Beschlussvorschlag, »ihren« 16.000 Quadratmeter großen Sportplatz um 20 Prozent zu verkleinern und auf dieser Fläche drei Grundstücke für den Bau von Einfamilien-Häusern zu erschließen. Der Beschlussvorschlag sah weiterhin vor, dass eine Planung für die weitere Nutzung erstellt werden soll. Die verbleibende Fläche soll als Grün-, Freizeit- und Spielfläche gestaltet werden. »Die Ergebnisse der Planungen werden in einer Bürgerversammlung vorgestellt und mit ihnen diskutiert«, versprach Bürgermeister Ulrich Rolfsmeyer den Anwohnern.

300 Unterschriften gesammelt

Ausnahmsweise erhielten die Vertreter der Bürgerinitiative (BI), die 300 Unterschriften gesammelt hatte, schon in dieser Sitzung Rederecht. Wovon sie auch lebhaft Gebrauch machten. Als ihren Sprecher hatten sie den Ortsvorsitzenden der Hiddenhauser FDP, Joachim John auserkoren, der ihre Sicht der Dinge schilderte. Es sei richtig, dass auf dem Platz seit dem Aus von Blau-Weiß Hiddenhausen keine Punktspiele mehr stattfänden, doch die Hobbykicker vom FC Schlatt trainierten dort noch regelmäßig. Kinder könnten auf dem von drei Seiten von hohen Bäumen und dichten Hecken eingezäunten Platz gefahrlos bolzen. Zudem verwies er auf die Bäume, »ideale Nist- und Brutplätze für die Vogelwelt«, die den Häusern weichen müssten.

Keine Punktspiele auf dem Platz

John warf dem Vorsitzenden des Gemeindesportverbandes, Manfred Priebe, vor, er sei schuld daran, dass nach dem Ende von Blau-Weiß keine Punktspiele mehr auf dem Platz stattgefunden hätten. Ihm »kam die Auflösung sehr gelegen, um bei der Gemeinde den Antrag für einen dritten Kunstrasenplatz zu stellen«, spekulierte er. Er habe das Gefühl, dass man den Schlatt-Sportplatz zugunsten des Kunstrasenplatzes opfern möchte.

Priebe sowie zahlreiche Ratsherren wiesen diese Vorwürfe zurück. Der Verbandsvorsitzende setze sich für alle Vereine ein. Der dritte Kunstrasenplatz und die Zukunft des Schlatt seien zwei paar Schuhe. Er sei notwendig, damit die Spielvereinigung konkurrenzfähig bleibe. Hans-Ulrich Läge (SPD) betonte, auch die verbleibenden 80 Prozent böten genügend Platz für einen Fußballplatz in Standardgröße von 105 mal 75 Quadratmeter.

Bürger sind sauer

Davon ließen sich die Bürger jedoch nicht besänftigen. Als die von ihnen gewählten Politiker dem Beschlussvorschlag zustimmten, traf dies auf Unverständnis: »Wie das hier läuft. Das ist keine Demokratie mehr«, ereiferte sich die BI-Initiatorin Rosel Kuhlmann. »Wir werden überlegen, wie wir reagieren.«

Was die Bürger nicht mehr mitbekamen: Der Ausschuss beschloss, 50.000 Euro für die Überplanung des Sportplatzes im Haushalt 2019 bereitzustellen.

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