Sa., 08.12.2018

Emotionen von Anwohnern und Politikern schlagen hoch Der Sportplatz im Schlatt – ein Kommentar

Der Sportplatz an der Schlattstraße im Ortsteil Hiddenhausen. Seine Zukunft ist am Donnerstag, 13. Dezember, Thema im Rat.

Der Sportplatz an der Schlattstraße im Ortsteil Hiddenhausen. Seine Zukunft ist am Donnerstag, 13. Dezember, Thema im Rat. Foto: Ruth Matthes

Von Ruth Matthes

Hiddenhausen (HK). Die Zukunft des Sportplatzes im Schlatt erregt die Gemüter. Im Haupt- und Finanzausschuss am vergangenen Donnerstag wurde deutlich, wie blank die Nerven liegen.

Auf der einen Seite die Interessengemeinschaft (BI) der Anwohner, die sich für den Erhalt des Platzes in seiner jetzigen Gestalt einsetzt, auf der anderen die Politiker, die dem Rat am Ende mit großer Mehrheit eine Verkleinerung des Platzes um drei Ein-Familien-Haus-Parzellen empfahlen. Das erzürnte die Bürger so, dass sie den Politikern am Ende undemokratisches Verhalten vorwarfen. Was sie anscheinend nicht wussten: Dass sie als Bürger reden durften, war bereits ein Entgegenkommen.

Vorwurf: Kungelei

Der Abend war definitiv kein Beispiel für wertschätzenden Umgang miteinander. Hätte Joachim John als Sprecher der Initiative sachlicher argumentiert und nicht gleich mit der Abwanderung zur AfD gedroht, wäre es vielleicht zu einer echten Diskussion gekommen. Seine Behauptung, Gemeindesportverbandschef Manfred Priebe und die SPD hätten alles im Vorfeld bereits abgesprochen, stieß verständlicherweise nicht auf Begeisterung. Doch auch Ulrich Läges (SPD) Einlassung, Rosel Kuhlmann (BI) wäre nicht in der Lage, einen Platz auszumessen, war nicht gerade zielführend. Jörg Düning-Gast (CDU) mahnte vergebens Mäßigung an.

Einige Anwohner argumentieren, der Sportplatz in Hiddenhausen werde geopfert, um den Kunstrasenplatz in Eilshausen zu ermöglichen. Der Zustand ihres Platzes werde im Antrag der Spielvereinigung Hiddenhausen zur Umwandlung des Tennenplatz Eilshausen in einen Kunstrasenplatz »Schrott geschrieben«. Zu lesen ist dort zumindest, er befinde »sich trotz kostenintensiver Pflege in einem desolaten Zustand«. Andererseits ist es auch verständlich, dass Spieler aus Lippinghausen und Eilshausen keinen Kunstrasenplatz in Hiddenhausen beantragen – und dass die Verwaltung lieber in Eilshausen investiert als in einen Platz, der seit Jahren kein Ligaspiel mehr gesehen hat.

Lenkt der Rat ein?

»Wenn der Kunstrasen dort und die Umgestaltung in Hiddenhausen nichts miteinander zu tun haben, kann man uns den Platz auch lassen«, sagt Jens Koring (BI) dazu. Doch er wolle niemanden anklagen. »Wir kämpfen lediglich dafür, den Status Quo zu erhalten«, betont er.

Und wie geht es nun weiter? Lenkt der Rat am nächsten Donnerstag ein und geht auf die Bürger zu? Es scheint sich etwas Derartiges abzuzeichnen. Düning-Gast erklärt auf diese Fragen, die Politik hätte den Bürgerinnen und Bürgern gut zugehört, und SPD-Fraktionsvorsitzender Ulrich Ewering sagt: »Wir reflektieren uns und die Wünsche der Bürger.« Die BI hat jedenfalls angekündigt, erneut an der Sitzung teilzunehmen.

Es bleibt zu hoffen, dass die Beteiligten diesmal einen kühlen Kopf bewahren und eine Lösung finden, die den Hiddenhausern nicht das Gefühl gibt, der Rat würde sie nicht ernst nehmen. Dann hätten sie nämlich wirklich Grund zur Politkverdrossenheit.

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