Petra Schröder schult Kleinbäuerinnen in Ghana
»Landfrauen stehen zusammen«

Hiddenhausen (WB). Die Gesundheit der Menschen und die Lebensbedingungen der Frauen im Osten Ghanas zu verbessern – mit diesem Ziel hat Landfrau Petra Schröder im November zum zweiten Mal das afrikanische Land besucht. Sie ist zuversichtlich, dass ihr Team mit seinem Workshop eine gute Grundlage dazu gelegt hat.

Freitag, 14.12.2018, 12:00 Uhr aktualisiert: 14.12.2018, 12:26 Uhr
Gute Stimmung: Petra Schröder mit ihrer Kollegin Beatrice und den Teilnehmerinnen des Workshops »Kleinbäuerinnen in Ghana stärken«, zu dem sie in die Volta-Region reiste. Foto:
Gute Stimmung: Petra Schröder mit ihrer Kollegin Beatrice und den Teilnehmerinnen des Workshops »Kleinbäuerinnen in Ghana stärken«, zu dem sie in die Volta-Region reiste.

Im Februar war die Hiddenhauserin erstmals in die ländliche Volta-Region gereist, um mit drei anderen Landfrauen aus Deutschland und einheimischen Expertinnen ein Konzept zu entwickeln, das den Frauen dort hilft, sich und ihre Familien gesund und kostengünstig zu ernähren und eine eigene kleine Existenz aufzubauen. Die Bevölkerung dieser Region ist arm und leidet unter Unter- und Mangelernährung. Das Wasser müssen die Menschen aus Zapfstellen holen oder aus dem Volta-Fluss nehmen und abkochen.

Gelerntes an Frauen in den Dörfern weitergeben

Bei ihrem zweiten Aufenthalt trafen sich die Tandem-Teams aus je einer Deutschen und einer Einheimischen, die im Februar gebildet worden waren, nun erneut, um je zehn Frauen zu schulen. Diese sollen das Gelernte an die Frauen in ihren Dörfern weitergeben. Initiiert wurde das Projekt »Kleinbäuerinnen in Ghana stärken« vom Bundesministerium für Entwicklung und Wirtschaftliche Zusammenarbeit und dem Deutschen Landfrauenverband.

Mit ihrer Partnerin Beatrice, die wie sie in Schulen tätig ist, leitete Petra Schröder den Workshop in Adidome. Die Teilnehmerinnen kamen aus den fünf Distrikten, in denen die Ernährungssituation besonders problematisch ist. »Voraussetzung war, dass sie einen Haushalt führen, englisch sprechen, Erfahrung mit dem Thema Ernährung haben und bereit sind, ihr Wissen weiterzugeben«, so Schröder.

In ihrer Gruppe war sogar eine Dorfqueen. »Ich hatte zunächst Bedenken, ob die anderen sich gegen sie durchsetzen könnten«, erinnert sich die 54-Jährige. Aber Mama Dzawoe II. erwies sich als teamfähig. »Wir hatten einen Slogan ›Rural women together we stand‹ (Landfrauen stehen zusammen). Ihn zu rufen, stärkte das Zusammengehörigkeitsgefühl.«

Gesund und nahrhaft kochen

Bei einem Kochevent lernten die Frauen gesund und nahrhaft zu kochen – und das alles in einem Topf, »denn die Kochstellen dort sind für unsere Verhältnisse mittelalterlich. Die Frauen sind stundenlang damit beschäftigt, das Essen zuzubereiten.«

In einem weiteren Praxisteil ging es um das Anpflanzen von Gemüse für den Eigenbedarf. Hygiene und das Knüpfen von Netzwerken – zum gemeinsamen Kaufen von Saatgut und Vermarkten des Angebauten – waren weitere wichtige Themen.

Die Workshop-Teilnehmerinnen sollen ihr Wissen um die Nahrungspyramide künftig mit Lebensmittelkarten weitergeben, die für jeden verständlich sind. Was soll man essen und wie viel wovon? Wie koche ich, um die Nährstoffe und Vitamine zu erhalten? Antworten auf diese Fragen, sollen sie geben können. »Alle waren mit Begeisterung dabei, ich glaube unsere Arbeit wird Früchte tragen«, ist Schröder zuversichtlich.

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