Renaturierung des Brandbachs: zweiter Teil abgeschlossen – Wasseramsel zugezogen
Artenvielfalt hat schon zugenommen

Hiddenhausen (WB). Der zweite Abschnitt der Renaturierung des Brandbaches zwischen Industriestraße und Holzbrücke ist erst seit Ende September abgeschlossen. Dass hier noch vor kurzem Bagger das Bachbett verbreitert haben, ist jedoch kaum mehr zu erkennen. Die Natur hat sich die Fläche zurückerobert.

Samstag, 05.01.2019, 03:30 Uhr
Das darf nur der Umweltamtsleiter: Volker Braun begutachtet eine Stelle des Brandbaches, an der sich der neue Bacharm einen Weg zum alten bahnt. Sein Fazit: Hier hat sich zu viel Kies angesammelt. Zu viel Wasser fließt so in das ursprüngliche Bett. Foto: Ruth Matthes
Das darf nur der Umweltamtsleiter: Volker Braun begutachtet eine Stelle des Brandbaches, an der sich der neue Bacharm einen Weg zum alten bahnt. Sein Fazit: Hier hat sich zu viel Kies angesammelt. Zu viel Wasser fließt so in das ursprüngliche Bett.

»Wer von Enger kommend dem Lauf des Baches Richtung Autobahn folgt, wird feststellen, dass sich hier bereits zahlreiche Pflanzen angesiedelt haben. Der Fischreichtum ist gestiegen und auch die Wasseramsel, die im Naturschutzgebiet Bustedter Wiesen/Bustedter Holz zuvor nicht heimisch war, brütet hier«, sagt Umweltamtsleiter Volker Braun und zieht ein erstes positives Fazit der Arbeiten im zweiten Bauabschnitt zur naturnahen Entwicklung des Brandbaches.

Stiftung Maßarbeit

Die Maßnahmen zur Verbesserung der Gewässerstruktur, die von den Mitarbeitern der Stiftung Maßarbeit für das Gewässerentwicklungsprojekt Weser-Werre-Else ausgeführt wurden, zeigten Früchte. »Die Teilnehmer dieses Qualifizierungsangebotes für Langzeitarbeitslose haben den Bach in zwei Arme aufgeteilt. Der alte, ruhige Bachlauf blieb erhalten, da er weiterhin Zuflüsse aufnehmen muss, der neue wurde in einem vorhandenen Graben so angelegt, dass die Fließgeschwindigkeit höher wurde und sich die Wasserqualität verbesserte«, führt Braun aus.

Stehende Gewässer hätten das Problem, zu wenig Sauerstoff für Fische und Mikroorganismen zu bieten. Herabfallende Blätter führen dazu, dass zu viel Nährstoffe im Wasser sind, die ihm Sauerstoff entziehen.

Mehr Fischarten

Ein Fischmonitoring hat ergeben, dass sich die Artenvielfalt seit Beginn der Arbeiten 2014 bereits erhört hat: Im Vergleich zu 2010 gab es 2016 zehn statt sechs Arten. Die Zahl der Forellen stieg von drei auf sechs, es gab acht Barsche (sechs) und vier Aale (0).

Für Tiere, die zum Nisten Wände bevorzugen, wie Insekten und Eisvögel, wurden die Ränder des neuen Bachbettes teils steil angelegt. Eine Ausbuchtung soll zusätzlich Uferabbrüche erzeugen.

Dritter Abschnitt

Derzeit läuft die Planungs- und Vorbereitungsphase des dritten und letzten Renaturierungsabschnittes zwischen Brücke und Autobahn. »Da wir uns in einem Naturschutzgebiet befinden, müssen wir Brutzeiten sowie Amphibienwanderungs- und -laichzeiten beachten«, so Braun. »Da das Gebiet zudem noch Hochwasserrückhaltebecken des Werre-Wasserverbandes ist, können wir nur von August bis Ende September arbeiten.« Hinzu komme im dritten Abschnitt, dass der Kreis zuvor ein Privatgrundstück erwerben müsse. Der zweite Abschnitt kostete die Gemeinde 14.000 Euro. 80 Prozent übernahm das Land.

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