Beim kreativen Sonntag im Café Alte Werkstatt entstehen Blumen aus Papiergarn
Frühlingshaftes mitten im Winter

Hiddenhausen (WB). »Mit einem anderen Material zu arbeiten reizt mich nicht, denn dieses ist einfach unerschöpflich«, sagt Jutta Tiemeier. Ihre Begeisterung für finnische Papiergarne hat sie am Sonntag mit den Besuchern des kreativen Sonntags geteilt.

Dienstag, 08.01.2019, 10:15 Uhr aktualisiert: 08.01.2019, 10:20 Uhr
Filigrane Blumen aus Papiergarn wie diese sind das Resultat des kreativen Sonntags im Café Alte Werkstatt. Foto: Sophie Hoffmeier
Filigrane Blumen aus Papiergarn wie diese sind das Resultat des kreativen Sonntags im Café Alte Werkstatt.

An einem langen Tisch in der hinteren Ecke des Cafés Alte Werkstatt haben es sich die Interessierten gemütlich gemacht. Der kreative Sonntag hat gerade erst begonnen und es sind bereits 16 Bastler vor Ort. Jutta Tiemeier ist zum zweiten Mal im Rahmen der Veranstaltung zu Gast. Bei ihrem ersten Besuch fertigte sie mit Interessierten eine Girlande aus Ackerwinden an. Nun hat sie eine Anleitung mitgebracht, um bunte Krokusse aus dem Papier entstehen zu lassen. Nach den ersten Schilderungen von Tiemeier wird klar: Hier ist Fingerspitzengefühl gefragt. Das Material liegt in langen geschnürten Bahnen als Garn vor, so dass es für die Weiterverarbeitung erst auseinander gerollt werden muss.

Zellulose aus Fichtenholz

Aus einem Bierdeckel nehmen die Teilnehmer Kleber, um ihn vorsichtig auf die einzelnen Papierstreifen zu streichen und aus ihnen Schritt für Schritt eine Blüte samt Stil und Blatt zusammenzufügen. Tiemeier gibt hauptberuflich Workshops und fährt auf Kreativmessen. »Alle meine Modelle entwerfe ich selbst«, sagt sie. Das Material habe sie vor mehr als 20 Jahren durch eine Finnin kennengelernt. »Hierbei handelt es sich um eine Zellulose aus Fichtenholz«, erklärt die Expertin.

Das Garn gibt es in verschiedenen Stärken: »Es ist einfach toll, damit kreativ zu sein. Aufgrund der vielen Möglichkeiten fehlt es mir nie an Ideen.« Inspiration schöpft sie aus der Natur, wo die 63-Jährige einen Großteil ihrer Motive herholt. Zu Weihnachten durften es auch mal ein paar Engel sein, aber sonst kreiert sie am liebsten florale Werke.

Ein Mann mischt sich unter die Frauengruppe

Hannelore Westphal ist mit einer Freundin da und hat Spaß an der Bastelarbeit: »Da Weihnachten vorbei ist, müssen wir uns ja anders beschäftigen. Die kreativen Sonntage sind da eine tolle Möglichkeit, weil wir hier Neues ausprobieren können.« Joachim Tzschachmann ist einer von den wenigen Männern, die sich unter die Frauengruppe mischen. Er ist gekommen, um neue Impulse für seine Arbeit mit Behinderten zu bekommen. Jutta Tiemeier setzt sich mit ihm zusammen, um ihm eine Variante der Blumen zu zeigen, die noch einfacher zu handhaben ist. »Solche feinmotorischen Aufgaben sind sehr wertvoll, um Fähigkeiten zu erhalten«, sagt er. Ihm sei es wichtig, seiner Gruppe auch mal etwas Neues zeigen zu können. Solche Bastelarbeiten seien Ideal für die Menschen, mit denen er arbeitet: »Am Ende haben sie etwas in der Hand und das ist wichtig, weil es ein Erfolg darstellt und von ihnen dann verschenkt werden kann.«

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