Sa., 02.02.2019

Carla Berling liest auf Gut Bustedt vor 90 Zuhörern Krimi mit Heimatbezug

Das Turmzimmer des Gutes Bustedt war gut gefüllt, als Carla Berling am Donnerstagabend aus ihrem neuen Krimi »Tunnelspiel« las.

Das Turmzimmer des Gutes Bustedt war gut gefüllt, als Carla Berling am Donnerstagabend aus ihrem neuen Krimi »Tunnelspiel« las. Foto: Sophie Hoffmeier

Von Sophie Hoffmeier

Hiddenhausen (WB). »Ich fange mit der Leiche an, die bekommt die erste Vita«, erklärte Krimiautorin Carla Berling ihr Vorgehen bei der Recherche. Fast 90 Besucher waren am Donnerstag zur Lesung aus ihrem Buch »Tunnelspiel« ins Gut Bustedt gekommen.

Aufgrund der großen Nachfrage musste die Lesung vom Kunstraum in das Turmzimmer des Gutes verlegt werden. Die Autorin war auf Einladung des Fördervereins der Gemeindebücherei gekommen.

Heldin ist Reporterin

Berlings letztes Werk »Mordkapelle« war ein großer Erfolg. Jahrelang hatte die heute 58-Jährige im Selbstverlag veröffentlicht, bis der Heyne-Verlag auf sie aufmerksam wurde. Mittlerweile gibt es vier Krimis, in denen Protagonistin Ira Wittekind ermittelt. Sie ist Lokalreporterin und weiß, wie sie Leute zum Reden bringt. »Ira hat den Ruf, absolut seriös und zuverlässig zu sein – das hat sie von mir«, erklärte Berling lachend. Sie hat selbst mehrere Jahre für das WESTFALEN-BLATT gearbeitet.

Nicht nur den Job, auch das Alter teilt sie mit Wittekind. Aus purer Faulheit, wie die Autorin erklärt: »So kenne ich einfach die Zeitumstände, unter denen sie aufgewachsen ist.«

Opfer ist Herforder

In »Tunnelspiel« wird Ira Wittekind auf einen alten Schlachthof aufmerksam. Dort wird der Herforder Verleger Lorenz Brenner tot aufgefunden, unbekleidet und mit Handschellen an ein Gitter gefesselt. Während ihrer Ermittlungen trifft Ira nicht nur auf einige schrille Autorengestalten, sondern stößt auch auf einen ungeklärten Todesfall, der mehr als 30 Jahre zurückliegt und mit dem bizarren Ende des Verlegers zusammenhängt.

Was der ungewöhnliche Titel des 3. Bandes ihrer Krimireihe zu bedeuten hat, verriet die gebürtige Bad Oeynhauserin nicht. Dafür gab sie Einblicke in ihr Leben als Autorin: »Ich schaffe mir ein eigenes Universum, das ich vor mir sehe wie einen Film«, erklärte sie.

Lange Vorarbeit

Bevor Berling mit dem Schreibens eines Krimis anfängt, hat sie schon zehn Seiten Biografie ihrer Hauptpersonen geschrieben – angefangen bei der Leiche. Dann folgt ein Expose von 40 Seiten, so dass sie auf zirka 120 Seiten Vorarbeit kommt, bevor das eigentliche Schreiben überhaupt beginnt.

Seit 2006 lebt Carla Berling in Köln. Der Krimi spielt größtenteils in ihrer ehemaligen Heimatstadt Bad Oeynhausen. Außerdem sind Herford und Bielefeld Handlungsorte. »Hier kenne ich mich aus. Außerdem gibt mir das einen guten Grund herzukommen, weil ich doch manchmal Heimweh habe.«

5. Band schon fertig

Ihre Krimis sind nicht nur düster, sondern zeichnen sich auch durch einen gewissen Humor aus. Für viele lustige Momente sorgen ihre alten Tanten mit ostwestfälischer Herzlichkeit, die mit ermitteln. »Der Ostwestfale ist wie ein Tweed-Mantel: hoch geschlossen, super Qualität, aber ein bisschen rau«, sagte die Autorin. Deshalb komme sie auch immer wieder gerne für Lesungen zurück in ihre alte Heimat.

Das wolle sie auch mit dem fünften Band ihrer Reihe tun. »Pechmaries Rache« ist bereits fertig und wird im Dezember erscheinen. Für den Sommer steht erst einmal die Komödie »Der Alte muss weg« in den Startlöchern.

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