Mo., 25.02.2019

Aktionstag lockt hunderte Besucher nach Gut Bustedt Artenschutz im Aquarium

Dario Mai aus Spenge, hier vor einem Seewasseraquarium des Vereins, züchtet bedrohte Schwarzbarsche nach. Der 28-Jährige ist einer von 24 Mitgliedern des Aquarien- und Terrarienvereins auf Gut Bustedt.

Dario Mai aus Spenge, hier vor einem Seewasseraquarium des Vereins, züchtet bedrohte Schwarzbarsche nach. Der 28-Jährige ist einer von 24 Mitgliedern des Aquarien- und Terrarienvereins auf Gut Bustedt. Foto: Bexte

Von Bernd Bexte

Hiddenhausen (WB). Ja, sie heißen Zierfische. Doch wer sich mit Aquaristik beschäftigt, tut dies nicht nur wegen der Farbenpracht der exotischen Tiere oder der dekorativen Wasserlandschaften hinter Glas: Wer am Sonntag zum 12. ostwestfälischen Aquarianertag nach Gut Bustedt gekommen war, konnte die ganze Bandbreite dieses faszinierenden Hobbys erleben. Etwa die Zuchterfolge von Dario Mai aus Spenge. Der 28-Jährige hat Schwarzbarsche der Sorte Elassoma alabamae nachgezüchtet.

Bedrohte Schwarzbarsche

Eigentlich sind dies sehr unscheinbare, nur zwei Zentimeter lange dunkelgraue Fische. »Die gibt es nur in den USA und dort ist das letzte Vorkommen bedroht, weil ein Autokonzern an dem Standort ein Werk bauen will.« Mai züchtet die Schwarzbarsche nach. Keine leichte Aufgabe: Sie brauchen exakt temperiertes Wasser für die

Exotische Fische aus Afrika: Labidochromis yello beeindrucken mit ihrem leuchtenden Gelb. Foto: Bexte

Winterruhe, ernähren sich nur von lebendigen Kleinsttieren (»Alles, was zappelt«). Mit seinem kleinen Artenschutzprojekt ist Mai einer von deutschlandweit nur einer Handvoll Züchtern, die sich dieser bedrohen Schwarzbarsche annehmen.

Ein gutes Dutzend Aquarianer aus der Region, aber auch mit weiterer Anreise, etwa aus Dortmund oder Wernigerode, waren nach Hiddenhausen gekommen. »Man kennt sich, die Szene ist ja nicht so riesengroß«, sagt Andreas Wolf aus Wernigerode. Er war bereits vor Jahren schon mal auf Gut Bustedt. »Das ist hier eine gute Veranstaltung«, sagt er und blickt in ein Becken mit maulbrütenden Kampffischen.

Organisiert wird das Treffen vom Aquarien- und Terrarienverein im Biologiezentrum Bustedt. Der 24 Mitglieder zählende Verein hat hier seit 2005 sein Zuhause. »Für uns ist das hier schon ein tolles Ambiente«, sagt Vorsitzender Thomas Schäffer. Bis zum Umzug vor 14 Jahren waren die Aquarianer in der Grundschule Spenge beheimatet.

Aquarium mit Ebbe und Flut

So waren neben Fischen, Pflanzen und Zubehör der angereisten Aussteller und Verkäufer auch die 22 Becken des Vereins Anziehungspunkte. Darunter sind auch Terrarien, in denen etwa exotische Frösche leben – oder ein Gezeitenaquarium, in dem sich im Laufe des Tages der Wasserstand regelmäßig hebt und senkt: das Zuhause für indische Zwergschlammspringer.

Zum Auftakt des Aquarianertages sprach Experte Ernst Sosna aus Dortmund über die »Bullenpflege« – womit der Spaß am Umgang mit großen Buntbarschen gemeint ist. Zudem berichtete er über seine Reise nach Kolumbien – ins Reich der Frösche.

Dieser Zwergschlammspringer lebt in einem Gezeitenbecken, in dem sich der Wasserstand wie bei Ebbe und Flut verändert. Foto: Bexte

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