Di., 26.02.2019

Künstler Ginés de Castillo-Elejabeytia aus Bünde stellt im Haus Stephanus aus Farbenprächtige Fantasiewelten

Im Bild »Jahresringe« hat Ginés de Castillo-Elejabeytia wichtige Stationen seines Lebens festgehalten. Im Mittelpunkt des Kunstwerks ist der Künstler selbst zu sehen.

Im Bild »Jahresringe« hat Ginés de Castillo-Elejabeytia wichtige Stationen seines Lebens festgehalten. Im Mittelpunkt des Kunstwerks ist der Künstler selbst zu sehen. Foto: Ruth Matthes

Von Ruth Matthes

Hiddenhausen (WB). In seinen Bildern kann der Betrachter immer wieder neue Details entdecken. Sie stecken voller Fantasie und Geschichten. Die Bewohner und Besucher des Hauses Stephanus haben bis zum 20. Mai Zeit, um die 24 Bilder zu entdecken, die Ginés de Castillo-Elejabeytia dort ausstellt.

Der Künstler zeigt eine Auswahl von Gemälden, die in den vergangenen 20 Jahren entstanden sind. Sie sind vorwiegend in Acryl auf Leinwand gemalt und mit grafischen Elementen in Tusche akzentuiert. Die meisten Arbeiten sind in kräftigen Farben gehalten, wie das Bild aus der Serie »Innere Landschaften«. »Es sind Fantasielandschaften mit Bergen, Schluchten und Flüssen, die es so nicht gibt«, erklärt der gebürtige Spanier.

Inspiration aus einem Rilke-Gedicht

Für seine Gemälde lässt sich de Castillo-Elejabeytia auch gerne von Gedichten inspirieren. So findet sich in der Ausstellung eine Serie von Elefanten. Sie stammen aus dem Gedicht »Das Karussell« von Rainer Maria Rilke. Der Künstler hat diese grimmig dreinschauenden Riesen mit vielen kleinen Details bemalt.

Bei einem Kurs, den er im Rahmen eines Kunststudiums 50 plus an der Uni Bielefeld bei Gisela Wäschle besuchte, hat er sich der Parapsychologie gewidmet. »Para« ist denn auch der Titel eines Gemäldes, das surrealistische Elemente aufnimmt. »Ich habe mich einfach treiben lassen und – wie meistens – links oben begonnen, mit einem Fenster, danach folgten die vielen kleinen Häusern«, erklärt er.

Viele baumartiges Gebilde in allen Regenbogenfarben kamen schließlich hinzu. Eine Art Regenbogen umfasst den kleinen Baumgarten. Ein gelungenes Experiment mit Acryl und Aquarell stellt das Stillleben mit Früchten dar, das er ebenfalls ausstellt. Stadtlandschaften und Portraits runden die Werkschau ab.

Das Bild »Lebensringe« zeigt Stationen seines Lebens

Wer den Künstler nicht bei der Eröffnung kennen gelernt hat, kann ihn in der Ausstellung entdecken. Gleich im Gang links hinter dem Haupteingang fällt ein großformatiges Gemälde auf. »Lebensringe« hat er es genannt. »Ich habe es gemalt, als ich 60 Jahre alt wurde«, erinnert er sich.

In die Mitte hat er ein Portrait von sich gestellt, von dem die Jahresringe ausgehen. Wichtige Stationen des Lebens sind hier verewigt. Die Kathedrale und die typischen Prozessionen seiner Heimatstadt Murcia finden sich in den Bahnen des Lebens ebenso wieder wie Freunde und Familienmitglieder, die ihn auf seinem Weg begleitet haben.

Ginés de Castillo-Elejabeytia ist 1942 in Spanien geboren, lebt aber seit 1964 in Deutschland. »Ich kam hierher, um an der Uni Münster Soziologie zu studieren«, erinnert sich der Künstler, der später als Lehrer für Politik und Spanisch in Rahden arbeitete. Heute lebt er in Bünde. Im Ruhestand widmete er sich verstärkt der Malerei und der Keramik. So nahm er von 1996 bis 2006 an der Keramikwerkstatt von Prof. Peter Sommer teil.

»Meine Arbeiten entstehen meistens spontan«

Neben der Malerei und der Objektkunst gestaltet de Castillo-Elejabeytia auch Materialbilder und Malbücher und arbeitet mit Glas. »Meine Arbeiten entstehen meistens ungeplant, spontan, aus einer Idee heraus, die bei der Arbeit entsteht und sich im Prozess verändert und verselbstständigt«, schildert der 76-Jährige seinen Schaffensprozess.

Ginés de Castillo-Elejabeytia hatte neben zahlreichen Gruppenausstellungen auch Einzelausstellungen im Zentrum für interdisziplinäre Forschung der Uni Bielefeld, in der Dünner Kirche und in St. Loyen/Lemgo. Er ist Mitglied des Kunst-Karrees Bünde und des Künstlerforums Herford, das die Ausstellung in Hiddenhausen mit organisiert hat.

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