Mi., 20.03.2019

Projekt erleichtert Grundschülern Umgang mit dem Tod »Hospiz macht Schule« in Eilshausen

Die Jungen und Mädchen der Klasse 3a der Paul-Maar-Grundschule in Eilshausen und die Ehrenamtlichen der Hospizgruppe des Lukas-Krankenhauses haben sich eine Woche lang mit dem Thema Sterben und Tod beschäftigt. Und das auf spielerische und sehr kreative Art, wie bei der Abschlusspräsentation zu sehen war.

Die Jungen und Mädchen der Klasse 3a der Paul-Maar-Grundschule in Eilshausen und die Ehrenamtlichen der Hospizgruppe des Lukas-Krankenhauses haben sich eine Woche lang mit dem Thema Sterben und Tod beschäftigt. Und das auf spielerische und sehr kreative Art, wie bei der Abschlusspräsentation zu sehen war.

Hiddenhausen (WB/rkl). Können Grundschulkinder mit dem Thema Tod schon etwas anfangen? Werden sie damit nicht unnötig belastet? Diese Fragen bewegten vor Beginn des Projektes »Hospiz macht Schule« viele Eilshauser Eltern. »Doch spätestens nach dem Abschlussfest waren die Bedenken verflogen«, sagt Katharina Beck, Klassenlehrerin der 3a.

»Auch ich war unsicher, ob einige Kinder nicht vielleicht weinen«, erzählt sie. Doch das Thema habe ihre Klasse positiv gepackt. Jeder habe etwas beitragen können. Verluste hätten alle erlebt, ob nun Opa oder Oma gestorben sind oder der geliebte Hamster.

Sterben und Trauer

Im Rahmen des Projektes »Hospiz macht Schule« waren fünf Ehrenamtliche der Hospizgruppe am Lukas-Krankenhaus eine Woche an der Paul-Maar-Grundschule zu Gast. »Das Projekt wurde vor zwölf Jahren von der Bundes-Hospiz-Akademie entwickelt und seither schon fast 800 Mal mit Erfolg an vielen Grundschulen Deutschlands durchgeführt«, berichtet die Koordinatorin der Hospizgruppe, Gisela Sauerland. Es gehe hierbei darum, den Jungen und Mädchen der 3. und 4. Klasse die Thematik von Sterben, Tod und Trauer näher zu bringen, um ihre Angst zu verringern und einen natürlichen Umgang damit zu lernen.

»Eine Woche lang werden die Kinder dabei in einem gut aufgebauten Konzept durch die Thematik geführt, wobei spielerische und erlebnisbezogene Methoden der Themenerarbeitung den Vorrang vor einer theoretischen Wissensvermittlung haben«, sagt Sauerland. Am ersten Tag steht das Thema »Werden und Vergehen« im Mittelpunkt, am zweiten Tag geht es um »Krankheit und Leid«, es folgen »Sterben und Tod«, »Vom Traurig-Sein« und »Trost und Trösten«.

Bestatterin zu Gast

Für diese Themen hatten sich die Hospizgruppe auch Verstärkung eingeladen. Eine Krankenschwester beantwortete Fragen zum Thema Krankheit, eine Bestatterin sprach über die ganz praktischen Dinge rund um das Sterben. »Die Kinder waren ganz fasziniert, welche Möglichkeiten der Bestattung es gibt«, erzählt Beck. So zum Beispiel die See- und die Luftbestattung.

»Ziel des Projektes ist es, den Kindern eine präventive Unterstützung bei möglichen Erfahrungen von Tod, Trauer und Abschied zu geben«, erklärt Beck. »Wenn der Tod – wie in unserer Gesellschaft üblich – ein Tabuthema ist, verbinden die Kinder es mit vielen Ängsten.« In der Klasse sei nun ganz offen darüber gesprochen worden. Ein Mädchen haben danach einer Ehrenamtlichen erleichtert gesagt: »Jetzt habe ich keine Angst mehr vor dem Tod.«

Hilfe für Lehrer

»Auch für uns ist dieses Projekt eine Hilfe«, sagt die Lehrerin. »Wir stehen in der Situation von Krankheit und Tod von Großeltern oder gar Eltern oft vor der Frage: Sprechen wir das Geschehene offen an oder ist es besser, nicht davon zu sprechen?«

»Insofern bedeutet das Angebot der Hospizdienste auch eine Unterstützung der Grundschulen darin, in ihrem pädagogischen Konzept eine offene Haltung in Krisenzeiten zu bewahren und den Kindern bei der Bewältigung zu helfen«, ergänzt Sauerland.

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