Sa., 18.05.2019

Michaela Cassing ist neue stellvertretende Leitung der Evangelischen Jugendhilfe Engagiert für traumatisierte Kinder

Michaela Cassing hat im März bei der Evangelischen Jugendhilfe die Nachfolge der stellvertretenden Leiterin Claudia Dröll angetreten. Die 49-Jährige kam bereits 2003 nach Schweicheln und betreute seither verschiedene Wohngruppen der Einrichtung.

Michaela Cassing hat im März bei der Evangelischen Jugendhilfe die Nachfolge der stellvertretenden Leiterin Claudia Dröll angetreten. Die 49-Jährige kam bereits 2003 nach Schweicheln und betreute seither verschiedene Wohngruppen der Einrichtung. Foto: Ruth Matthes

Von Ruth Matthes

Hiddenhausen (WB). Ob es sich um geflüchtete Mädchen oder traumatisierte Kinder handelt – Michaela Cassing hat stets die gesellschaftliche Entwicklung im Blick, um den Betroffenen passende Hilfen anbieten zu können. Denn als stellvertretende Leitung der Evangelischen Jugendhilfe Schweicheln ist sie auch für neue Konzepte verantwortlich.

Die 49-Jährige, die im März die Nachfolge von Claudia Dröll antrat, hat lange in Wohngruppen gearbeitet: Nach dem Studium der Sozialarbeit in Bielefeld war sie zehn Jahre in der Erwachsenenpsychiatrie in Bethel tätig. In der Elternzeit – Cassing ist Mutter von drei Kindern (18, 17 und elf) – erfuhr sie davon, dass die Jugendhilfe Schweicheln Betreuer für eine neue sozialpsychiatrische Wohngruppe suchte.

Negativ-Geschichte beenden

Es handelte sich dabei um Jugendliche, die bereits einen Aufenthalt in einer Jugendpsychiatrie hinter sich hatten. »Da ich aus meiner Erfahrung mit Erwachsenen wusste, wie wichtig es ist, die Negativ-Geschichte der Menschen möglichst früh zu beenden, bewarb ich mich auf die Stelle«, blickt sie zurück.

2014 wechselte sie in die Bereichsleitung, was ihr ermöglichte, Angebote mitzugestalten und neue aufzubauen. Ihr erstes eigenes Konzept entwickelte sie für eine traumapädagogische Kinder-Wohngruppe. Dort leben Jungen und Mädchen, die unter Beziehungstraumata leiden.

Zukunft ermöglichen

»Sie haben in jüngster Kindheit Vernachlässigung und Gewalt erlebt oder auch Gewalt zwischen den Eltern mit ansehen müssen«, sagt Cassing. »Wir bieten ihnen Schutzräume, in denen sie positive Bindungserfahrungen sammeln können und lernen, sich und ihr Verhalten zu verstehen.« Sie litten unter Verhaltens- und Bildungsstörungen und psychiatrischen Erkrankungen. Derzeit werden sieben Kinder von sechs bis zwölf Jahren von zehn Fachkräften betreut.

2015 initiierte die Mellerin eine Wohngruppe für unbegleitet geflüchtete Mädchen ab zwölf Jahren. Sie haben in ihrem kurzen Leben bereits sexuellen Missbrauch, Krieg und Flucht erleben müssen. »Gemeinsam versuchen wir, ihnen eine Zukunftsperspektive zu eröffnen.«

Von Kita bis Beruf

Zu Cassings Aufgaben gehört neben der Bereichsleitung von vier Wohngruppen, die Beratung aller Leiter der diversen Bereiche der Jugendhilfe: von Kita, OGS und Familienservice bis hin zu ambulanten Hilfen und beruflicher Integration. Außerdem laufen bei ihr alle Aufnahmeanfragen für die Wohngruppen zusammen. Auch die Koordination der Inobhutnahmen liegt in ihren Händen. Für Kinder, die schnell aus einer Familie genommen werden müssen, hat Cassing sieben Plätze zu vergeben: »Momentan sind wir – leider – gut ausgelastet.«

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