Mi., 29.05.2019

Gerhard Schäper sind erste Aufnahmen vom Nachwuchs geglückt Storchenküken gesichtet

Die Storchenfamilie in einem seltenen Moment des Zusammenseins: Das erste Küken ist wahrscheinlich Anfang Mai geschlüpft und war jetzt erstmalig zu sehen. Sollte im Nest noch ein weiteres Küken verborgen sitzen?

Die Storchenfamilie in einem seltenen Moment des Zusammenseins: Das erste Küken ist wahrscheinlich Anfang Mai geschlüpft und war jetzt erstmalig zu sehen. Sollte im Nest noch ein weiteres Küken verborgen sitzen? Foto: Gerhard Schäper

Von Daniela Dembert

Hiddenhausen (WB). Im Windfriedhorst ist Nachwuchs gesichtet worden! Gerhard Schäper gelang eine Fotoaufnahme eines Storchenkükens im familiären Reigen. Er wohnt in der Nachbarschaft des Horsts, der in 30 Metern Höhe auf dem Mast des demontierten Windrades liegt.

Der Moment, in dem sich Vater und Mutter gemeinsam auf dem Horst befanden, war ein kurzer, denn auch am 16. Tag nach dem Schlupf sind die Alttiere schwer damit beschäftigt, Nahrung herbei zu schaffen. Storchenjunge brauchen in dieser Wachstumsphase fast doppelt so viel Nahrung wie die Elterntiere.

Gibt’s ein zweites Junges?

Und: »Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ist noch ein zweites Junges im Nest«, sagt Schäper. Zwei andere Storchenbeobachter hätten aus einer erhabeneren Position als der seinen einen besseren Einblick in das Nest und ihm berichtet, durch ein Spektiv ein zweites Jungtier gesehen zu haben.

Dass das Storchenküken nun bereits drei Wochen alt ist, ergeben die Berechnungen Schäpers, die durch das beobachtete Verhalten der Eltern gestützt werden. Sei ein Küken im Nest, müsse es regelmäßig gefüttert werden. Der Altstorch würgt dazu gesammelte Nahrung ins Nest.

Brutbeginn im April

»Zu große und überschüssige Beute nimmt er sofort wieder auf und schlingt sie mit markanten Schluckbewegungen herunter. Da ich das am Samstag, 4. Mai, erstmalig beobachten konnte, wusste ich, dass mindestens ein Storchenküken geschlüpft war«, erklärt Schäper. Als Beobachter der ersten Stunde der Windfriedstörche geht Gerhard Schäper von zwei Jungtieren aus, wie es auch in den vergangenen Jahren der Fall war: »Möglicherweise reicht der Nahrungsvorrat im Revier nicht für mehr als zwei hungrige Jungstörche«, vermutet der Hobby-Ornithologe.

Dem Schlupf vorangegangen war die übliche 32-tägige Brut. »Ab dem Nachmittag des 1. April konnte ich ziemlich sicher von einem Brutbeginn ausgehen«, meint Schäper. Von diesem Zeitpunkt an sei das Nest kontinuierlich von einem der beiden Eltern besetzt gewesen. Die Langeweile der Brutzeit wurde in diesem Jahr häufiger durch Fremdstörche unterbrochen. Das sind überwiegend jüngere Störche auf der Suche nach einem Horst.

Nestmulde wird ausgewechselt

Mit lautem Geklapper und Imponierposen verteidigten die Windfriedstörche ihren Horst. »Das vermehrte Auftauchen von Fremdstörchen ist sicherlich auch eine Konsequenz der erfolgreichen Arbeit des ›Aktionskomitees zur Rettung der Weißstörche‹ im Kreis Minden-Lübbecke«, vermutet Gerhard Schäper.

Neben Futter werden jetzt zuweilen auch Grasbüschel herbeigeschafft. Weil die Küken aber noch nicht über den Horstrand koten können, muss die verschmutzte Polsterung der Nestmulde von den Eltern ausgewechselt werden.

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