Do., 30.05.2019

Weg im Füllenbruch zum Schutz brütender Greifvögel gesperrt – mit Video Ruhezone für die Rohrweihe

Stefanie Engbrocks (Umweltamt der Gemeinde Hiddenhausen), Klaus Nottmeyer (Biologische Station), Karin Bohrer (Kreis Herford) und Anna Brennemann (Biologische Station) erläuterten den Grund für die Sperrung des Wirtschaftsweges.

Stefanie Engbrocks (Umweltamt der Gemeinde Hiddenhausen), Klaus Nottmeyer (Biologische Station), Karin Bohrer (Kreis Herford) und Anna Brennemann (Biologische Station) erläuterten den Grund für die Sperrung des Wirtschaftsweges. Foto: Peter Schelberg

Von Peter Schelberg

Hiddenhausen (WB). Im Tiefflug, mit eigenartig schwankenden Bewegungen, gleitet ein Rohrweihen-Männchen über das Füllenbruch. Der seltene Greifvogel sucht nach Nahrung, um sein im Schilf brütendes Weibchen zu versorgen. Damit das Paar nicht gestört wird, ist jetzt ein Wirtschaftsweg gesperrt worden.

Aufgefallen sind die seltenen und geschützten Vögel Gebietsbetreuerin Anna Brennemann und ihrem Chef Klaus Nottmeyer von der Biologischen Station Ravensberg. Als das Weibchen plötzlich nicht mehr gesichtet wurde, das Männchen aber weiter fleißig seine Kreise zog und Beute suchte, stand für sie fest, dass die Rohrweihen einen Nistplatz gefunden hatten – unweit eines Wirtschaftsweges, der vom Grillenweg abzweigt und parallel zum Düsedieksbach in Richtung Ziegelstraße führt.

Jogger, Spaziergänger und Hunde könnten stören

»Hier sind außer Landwirten vor allem Spaziergänger und Jogger unterwegs, viele von ihnen auch mit Hunden«, berichtet Karin Bohrer von der Unteren Landschaftsbehörde beim Kreis Herford. Der hat auf Vorschlag der Biologischen Station und in Absprache mit der Gemeinde Hiddenhausen den Weg bis voraussichtlich Oktober sperren lassen – damit die Greife sich möglichst ungestört ihrem Nachwuchs widmen können. Denn würden sich Menschen oder Tiere dem Gelege nähern, bestünde die Gefahr, dass das Weibchen das Nest verlässt und die Eier auskühlen.

Einziger Brutplatz im Kreis Herford

Seit gut drei Jahrzehnten bereits werden Vertreter der Rohrweihen im Füllenbruch beobachtet, berichtet Klaus Nottmeyer: »Es ist der einzige uns bekannte Brutplatz dieser Art im Kreis Herford, der regelmäßig von diesen Vögeln besetzt ist.« Im Weserbergland gelten die Rohrweihen als stark gefährdet.

Trotz der Sperrung des Wirtschaftsweges ist das Füllenbruch für Spaziergänger weiterhin zugänglich: »Sie können beispielsweise über die Ziegelstraße, die alte Kleinbahntrasse und den Grillenweg um das geschützte Gebiet herumlaufen«, erläutert Karin Bohrer. Naturliebhaber können Vogelbeobachtungen über die Android-App »NaturaList« oder auch über diese Webseite melden.

 

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