Do., 06.06.2019

Fünf Männer stehen wegen versuchten Mordes und Körperverletzung vor Gericht Brutale Attacke am Red Bowl: Angeklagte schweigen

Vor dem Bowling-Center Red Bowl an der Osnabrücker Straße in Bünde soll sich die brutale Attacke im November 2017 ereignet haben. Zum Prozessauftakt machten die fünf Angeklagten von ihrem Schweigerecht gebraucht.

Vor dem Bowling-Center Red Bowl an der Osnabrücker Straße in Bünde soll sich die brutale Attacke im November 2017 ereignet haben. Zum Prozessauftakt machten die fünf Angeklagten von ihrem Schweigerecht gebraucht. Foto: Daniel Salmon

Von Daniela Dembert

Bünde/Bielefeld (WB). Schnell wieder vorbei ist der Prozessauftakt gegen fünf junge Männer aus dem Kreis Herford gewesen. Sie müssen sich seit Donnerstagmorgen wegen schwerer Körperverletzung und versuchten Mordes vor dem Bielefelder Landgericht verantworten.

Am Freitag soll die Verhandlung vor der III. Strafkammer mit der Beweisaufnahme fortgesetzt werden. Angeklagt sind die Brüder K. und K. (beide 28) aus Enger, Z. (24) aus Kirchlengern, M. (28), bisher wohnhaft in Herford und Z. (21) aus Hiddenhausen .

Grund für Angriff unklar

Die Staatsanwaltschaft wirft den aus dem Kosovo und aus Serbien stammenden Männern vor, in der Nacht auf den 5. November 2017 zwei Bünder vor der Bowlingbahn »Red Bowl« grundlos brutal angegriffen und zu Boden geprügelt zu haben. Die Angeklagten sollen auch als ihre Opfer bereits hilflos am Boden lagen weiter auf sie eingeschlagen und getreten haben. Erst als Zeugen sich näherten ließen vier der Beschuldigten von ihren Opfern ab.

Der Hauptangeklagte Z. aus Hiddenhausen soll zunächst weiter auf einen der mittlerweile ohnmächtigen Männer eingedroschen, dann aber kurzzeitig von diesem abgelassen haben. Zu einem späteren Zeitpunkt, so heißt es in der Anklage, sei Z. gemeinsam mit einem der anderen Angeklagten zum Bewusstlosen zurückgekehrt. Der Mitangeklagte habe dessen Kopf angehoben und Z. sei mit seinem beschuhten Fuß mit voller Wucht dagegen getreten.

Schädelbasisbruch und Hirnblutung

Das Opfer, das in dem Prozess als Nebenkläger auftritt, erlitt unter anderem einen Schädelbasisbruch, eine Hirnblutung und ein schweres Schädel-Hirn-Trauma, verlor zwei Schneidezähne sowie seinen Geruchs- und Geschmackssinn.

In der Anklageschrift heißt es, die ganze Tat sei gemeinschaftlich geplant und durchgeführt worden und jeder der Angeklagten habe sich an jedem der beiden Geschädigten ausgelassen. Z. habe sich wegen versuchten Mordes zu verantworten, weil er aufgrund der offensichtlichen, starken Verletzungen des Hauptgeschädigten und dessen Bewusstlosigkeit davon habe ausgehen können, dass weitere Gewalteinwirkung zum Tode führen könne. »Dies hat der Angeklagte billigend in Kauf genommen«, verlas der Staatsanwalt.

Weiterer Vorwurf gegen Hiddenhauser

Der Vorsitzende Richter grenzte die Tat gegen den Straftatbestand des Totschlags folgendermaßen ab: »Ein Mörder ist, wer aus niederen Beweggründen handelt.« Da keine Gründe für die Gewalttat vorlägen, laute die Anklage daher auf versuchten Mord. Alle fünf Angeklagten machten zunächst von ihrem Schweigerecht Gebrauch.

Lediglich der Hiddenhauser Z. äußerte sich zu einem weiteren, nur ihm zur Last gelegten Vergehen. Am 15. Juli 2018 soll er in Hiddenhausen mit einem Auto gefahren sein, ohne allerdings einen gültigen Führerschein zu besitzen. Hier zeigte sich der Angeklagte geständig. Er habe den Wagen selbst gekauft, angemeldet und gefahren, obwohl er gar keine Fahrerlaubnis besaß und auch zuvor noch keine besessen habe. »Ich mag Autos einfach«, so die Begründung.

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