Sa., 08.06.2019

Nach Attacke am Red Bowl: Eines der beiden Opfer (31) sagt vor dem Landgericht aus Keine Erinnerung an Wortgefecht

Auf dem Parkplatz vor dem Bowling-Center Red Bowl in Bünde soll sich die Attacke Ende 2017 ereignet haben.

Auf dem Parkplatz vor dem Bowling-Center Red Bowl in Bünde soll sich die Attacke Ende 2017 ereignet haben. Foto: Daniel Salmon

Von Daniela Dembert

Kirchlengern/Bünde/Enger (WB). Am zweiten Verhandlungstag im Prozess gegen fünf Männer, die wegen schwerer Körperverletzung beziehungsweise versuchten Mordes angeklagt sind, hat am Freitag die Beweisaufnahme begonnen. Angehört wurden die Zeugen S. und E. als Geschädigte der Auseinandersetzung sowie ein Arbeitskollege der beiden Prügelopfer, der am Tatabend mit dem Duo unterwegs war.

Der Zeuge S. (31), der bei der Attacke Prellungen im Kopfbereich, am rechten Knie und Hämatome im Rückenbereich erlitt, schilderte die Eskalation als für ihn unvorhersehbar. Von ihm und seinen Begleitern seien keinerlei Aggression ausgegangen – soweit er sich erinnere. Nach einem harmlosen Anrempler im Kassenbereich des Bünder Bowling-Centers Red Bowl im November 2017 sei zunächst wieder Ruhe zwischen den beiden Gruppen eingekehrt und man habe sich auf dem Parkplatz über Religionen unterhalten. Plötzlich sei es laut geworden und er habe von hinten einen Schlag gegen den Kopf erhalten. Sofort habe er sich auf den Boden sinken lassen und die Arme schützend vor das Gesicht gehalten. Mehrere Personen, die er nicht genau gesehen habe, hätten in getreten und geschlagen.

»Mein Schwager lag in seinem Blut«

Einer Zeugenaussage zufolge, warfen die Verteidiger der fünf Männer aus Hiddenhausen, Kirchlengern, Enger und Herford ein, habe es aber schon im Vorfeld »Schubsereien« gegeben. Den Hauptangeklagten Z. (21) beschrieb das Opfer als auffallend aggressiv an jenem Abend. An einen vorangegangenen Besuch der benachbarten Tankstelle, in der bereits ein Wortgefecht stattgefunden haben soll, konnte sich das Opfer nicht erinnern können.

Überhaupt sei alles so schnell verlaufen, dass er Einzelheiten nicht habe erfassen können. »Ich weiß noch wie ich danach meinen Schwager in seinem Blut habe liegen sehen, den Mund voller Blut. Er konnte nicht richtig atmen und war nicht ansprechbar. Seine Zähne lagen auf dem Boden«, berichtete er. Daran, im Krankenhaus gegenüber dem Personal ungeduldig und gereizt gewesen zu sein, hatte S. keine Erinnerung. Mehr Aufschluss über den Tathergang dürfte die Aussage des Arbeitskollegen gegeben haben, der sich zu Beginn des Übergriffs aus Angst in sein Fahrzeug geflüchtet hatte und die Tat wohl teils als Augenzeuge miterlebte.

Während der Befragung vermied S. auffallend, den Blick in Richtung der Angeklagten und begründete sein Zögern bei der Identifizierung der Täter mit »Ich habe Angst«. Die Angeklagten zeigten bei der Aussage keine Regung. Aus dem Zuhörerbereich waren, wie auch schon am ersten Verhandlungstag, immer wieder Schluchzer zu vernehmen. Der Prozess wird fortgesetzt.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.

Google-Anzeigen

© WESTFALEN-BLATT
Vereinigte Zeitungsverlage GmbH

Alle Inhalte dieses Internetangebotes, insbesondere Texte, Fotografien und Grafiken, sind urheberrechtlich geschützt. Verwendung nur gemäß der Nutzungsbedingungen.

Mehr zum Thema

Anzeige


https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6673592?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198393%2F2514616%2F